Poolbar Blog

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Erste Bands des Frequency Festivals0

Und auch bei diesem imposanten, von FM4 veranstalteten Festival treffen wir bei den ersten Announcements auf alte poolbar-Bekannte. Das vom 19. bis zum 21. August in St. Pölten stattfindende Festival schreibt sich Namen wie Fettes Brot, Shout Out Louds, Zoot Woman und Portugal.The Man aufs Plakat und braucht sich auch mit dem restlichen Line Up nicht verstecken: Muse, Die Toten Hosen, Billy Talent, Jan Delay, NOFX, Bad Religion, The Specials, Skunk Anansie, La Roux, White Lies, Wir sind Helden, Mumford & Sons, The Gaslight Anthem, Get Well Soon, Daisy Dares You und The Asteroid Galaxy Tour.

Mehr Infos auf frequency.at.

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Gap #104: Fire licks Dynamite0

Michael Jackson, Goose, Death from Above 1979, Betty Davis, Ween, Serge Gainsbourgh, Jad Fair, Sonic Youth und noch dazu Tina Turner zählen die Vorarlberger laut Myspace zu ihren Einflüssen. Was dabei Spannendes rauskommt wird mogen (12.3.) für Kurzentschlossene ganz spontan bei der Gap #104 Release-Party im Wiener brut zu hören sein.
Die laden nämlich wieder einmal herzlichst ein und freuen sich auf einen schwitzig-lustigen Abend. Außer reichlich druckfrischen The Gaps, die sonst im Staate Österreich schnell vergriffen sind, wird die Ausgabe Nummer 104 gefeiert und natürlich auch mit einem saftigen DJ-Programm angestoßen.

12.03., 21.00 Uhr; Wien, Brut Bar Deluxe
w/ SM84, Eleven, Lichterloh
brut-wien.at

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Know-Nothing-Gesellschaft 104: Sledge Hemma0

Die neueste Ausgabe der im Gap erscheinenden Kolumne von Illbilly The K.I.T.T.

Wer ein Mega-Gemächt will, sollte besser nicht auf Fürsprache der Heiligen Hemma von Gurk vertrauen. Wer Akne loswerden will übrigens auch nicht. Und sonst muss man eigentlich froh sein, dass Schinkenrollen und gefüllte Eier von den Speisezetteln verschwunden sind.

Noch fast ziemlich gut kann ich mich an die Neunziger erinnern. Das ist wichtig, weil künftig die größten Unnötigkeiten dieses Jahrzehnts über die Revival- und Retroschiene wieder vermehrt bei der Haustür der Hipness rein schleichen werden. Lieber wäre mir, ich könnte an dieser Stelle schreiben, dass ich mich an die Neunziger überhaupt nicht mehr erinnern kann, weil ich bis zum Abwinken zugekifft war, durch jede Körperpore Red Bull ausdünstete, ein Ecstasy nach dem anderen einwarf, und dabei vergeblich versuchte, bei Wiener Downtempo-Musik zu chillen. Aber so war es nicht. Außer, dass ich die Onanie als angenehmen Zeitvertreib entdeckte, war diese Dekade für mich beinahe frei von Höhepunkten. Ich hasste Cobain, ich hasste Oasis, ich hasste mich.
Ich war nicht einmal sonderlich glücklich, als ich aus der Konkursmasse vom Konsum mein erstes Snowboard erstand, denn Winter und Schnee waren mir immer schon zutiefst zuwider. Selbst das endgültige Verschwinden von Schinkenrollen und gefüllten Eiern auf den Partybuffetplatten dieser Welt stimmte mich nicht fröhlicher. Wöah Pubertät, igitt Neunziger. Und genau daran werde ich demnächst wieder ständig erinnert werden, nur weil sich gerade die koksenden Kreativabteilungen irgendwelcher Agenturen im Nostalgienebel verlieren, wenn sie am Wochenende zu spanischem Minimal-Techno wie aberwitzige 10-Cent-Raketen abgehen. Die sollen doch bitte weniger MDMA fressen, besser mehr Matcha-Soya-Latte saufen und mir die Auseinandersetzung mit längst verdrängten Pubertätsszenen ersparen.
Aber jetzt ist es eigentlich sowieso schon zu spät. In meinem Kopf ist gerade 1994. EU, „Ja" oder „Nein"? Der Bürgermeister im Ort ist dafür und sagt, es gäbe dann immer genügend Coca Cola und Soletti zu kaufen. Das beruhigt die Gemüter, denn immer wenn nämlich die Darmgrippe umgeht, sind tagelang Cola und Soletti in der Greißlerei ausverkauft, weil die Alten alles weghamstern. Kriegstrauma, wahrscheinlich. Und der Herr Pfarrer hat auch super Argumente. Blau wie der Himmel, blau wie das Kleid der Heiligen Jungfrau sei die EU-Flagge. Und die zwölf Sterne stehen für die zwölf Apostel und die zwölf Monate und die Zahl ist sowieso heilig und vollkommen, weil 2 mal 12 ist 24, und wer am 24. Dezember Geburtstag hat, weiß doch wirklich jeder. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass Hochwürden da über Wikipedia ein bisschen /copy/paste/ gemacht hat und sich zimmermannsmäßig was Schönes, Absurdes zurecht gehämmert hat. Aber Wikis gibt es 1994 noch nicht. Und die Postmoderne und das lustige Spiel mit Versatzstücken ist im Pfarrhaus bis heute noch nicht angekommen. Und überhaupt wird es noch bis weit in die Nullerjahre dauern, ehe es PC und Internet dort gibt.
Diese Argumentation - soviel Heiligen Geist hatte ich bereits - schien mir mehr als zweifelhaft. Auch, weil das Weezer-Album, das ich damals immer hörte, ähnlich blau war und nur bedingt gnadenmütterlichen Spirit versprühte. Vor allem aber war ich von der Heiligen Hemma von Gurk schwer enttäuscht. Bei einem Ausflug, drei Jahre zuvor, in den Dom zu Gurk, durften sich alle Teilnehmer nämlich auf so einen geweihten Wunschstein setzen. Ich wollte, dass meine Akne verschwindet und haute noch ein Vaterunser und zwei Ave Maria extra drauf, aufdass mir ein prächtiges Riesenglied wüchse. Wahrscheinlich vom Ortsnamen inspiriert, betete ich als Zwölfjähriger also um einen echten Hammer von Gurk. Das war wohl zuviel. Meine Akne wurde sukzessive schlimmer und ist eigentlich noch immer nicht weg. Und mein Rücken sieht aus wie das Gesicht von Guido Westerwelle.
Vor allem aber in Sachen Geschlechtsteile differieren Hemmas und meine Auffassung von dem, was so als Mördergurke zu gelten hat. Wobei, zur Verteidigung von ihr möchte ich anmerken, dass sich in den letzten 1000 Jahren die Dimensionen etwas verschoben haben. Was damals staunende Mäuler machte, ist heute nur noch oberer Durchschnitt, aber leider voll unporno. Und dass man die Heilige Hemma eigentlich für problemlose Geburten und bei Augenkrankheiten anruft, wusste ich damals nicht. Die Verehrung in Kärnten geht sogar soweit, dass tief religiösen Schwangeren geraten wird, sich doch ein geweihtes Bild der Heiligen in die Unterhose zu stecken. Also mein Pimmel und meine Haut waren somit gar nicht ihr direkter Kompetenzbereich und wahrscheinlich hat sie dann einfach vergessen, die Angelegenheit zu forwarden. Wobei ich jetzt auch nicht wüsste, welcher Heilige einen dafür erhören muss. Ich hätte also damals besser formulieren sollen, am Wunschstein dort droben: „Gib bitte, dass alle Frauen, mit denen ich sexuell zu tun haben werde, Längen, Weiten und Distanzen optisch nicht so gut verarbeiten können, alles ins Größere verzerrt wahrnehmen und dabei auch noch über meine dermatologischen Makel und Schwächen galant hinwegsehen können. Amen." Aber so schlau, so weitsichtig war ich nicht. Außerdem: Es waren die Neunziger. Da hatte man genug zu tun, die Achtziger zu vergessen. Und Oasis zu hassen. Und Techno. Und House. Und GZSZ. Und sich.

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Paper Bird in Wörgl0

Zwischen Auftritten in Berlin und New York macht Paper Bird aka Anna Kohlweis Halt im schönen Tirol. Im Komma in Wörgl wird sie am 20. März gastieren und sicherlich auch ihre seit Ende 2009 auf dem Markt erhältliche Thaumatrope ins Publikum singen. Spex schreibt über die feine Stimme:

Ein wenig koboldromantischer Eskapismus von Björk und Field Recordings à la Woven Hand. Das ist der neue Stern auf Österreichs Pophimmel: Paperbird aka Anna Kohlweis. Seit sie mit 19 Jahren aus der österreichischen Provinz nach Wien zog verbringt sie tendenziell viel Zeit damit, in den eigenen vier Wänden die Grenzen des Homerecordings auszuloten. Auf der Bühne werden Klangteppiche reduziert und das in den Vordergrund gestellt, was Paper Bird in erster Linie zum Songwriting brachte: das Geschichtenerzählen, das Textschreiben und der Versuch, Alltag und Drama zu inszenieren und zu rezitieren. Nach „Peninsula"(2006 )und „Cryptozoology" (2008) erschien im letzten Jahr „Thaumatrope", ein Album von entrückender Schönheit.

Paper Bird
20. März 2010
21 Uhr
Komma, Wörgl
AK € 15,00 / VVK 12,00 (Papierhandlung Zangerl Wörgl)

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