Poolbar Blog

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Portugal. The Man eröffnet! Ein Interview.

Das poolbar-Magazin ist in seiner letzten Phase - der Grafik. Die Texte sind schon alle online abrufbar und auf manche sind wir besonders stolz. So zum Beispiel das Interview mit Portugal. The Man, die zum dritten Mal in Folge das poolbar-Festival beehren und heuer sogar eröffnen werden! Das Interview führte Juliane Fischer und weil im Heft nicht alles Platz hatte - hier die extended Version sozusagen:

Offensichtlich seid ihr schon richtige poolbar-Fans geworden. Was verbindet ihr mit Österreich generell. Gibt es da spezielle Erinnerungen?

Wir sind schon sehr aufgeregt und froh wiederzukommen. In der Poolbar hatten wir jedes Jahr eine Menge Spaß und dieses Mal werden wir mit unseren Freunden The Builders and the Butchers spielen. Für mich persönlich stellt Österreich mein Liebingsland in Europa dar. Ich liebe diese Landschaft. All die Berge erinnern mich an zuhause. Wir haben gute Freunde in Salzburg, eine Band namens „The Steaming Satellites". Letztens veranstalteten sie eine großartige Party in einem Salzbergwerk. Wir haben also sehr viele gute Erinnerungen an Österreich.

Ihr seid einen großen Teil eurer Zeit auf Tour. Was sind die positiven Seiten daran und wie definiert sich der Unterschied zwischen einer Europa- und einer US-Tour?


Ja, stimmt. Wir lieben es auf Tour zu sein. Es ist harte Arbeit, aber genauso viel Spaß mit seinen Freunden unterwegs zu sein und während dieser Reise noch neue Freunde kennenzulernen. Gigs in Europa sind etwas schwieriger, weil wir nicht das gleiche Equipment bzw. die gleiche Crew wie in den Staaten haben, aber allgemein werden wir hier besser behandelt und finden es auch viel interessanter, weil man immer neue Orte sieht, an denen man nie zuvor war.

Als ihr euren Namen gewählt habt, ward ich noch nicht in Portugal. Habt ihr es mittlerweile hingeschafft?


Ja, wir haben vor zwei Jahren mit Nine Inch Nails und Peaches auf einem Festival gespielt und waren damals auch tatsächlich etwas unsicher, weil wir uns den Namen geliehen hatten, aber die Leute dort waren sehr unterstützend und begeistert. Eine riesige Fanbase voller netter Menschen. Leider haben wir nur einen kleinen Teil des Landes gesehen. Es war wunderschön und wir hoffen, dass uns der heurige Sommer wieder in das Land unseres Namens führt.

Wie gleich auf den ersten Blick erkennbar ist, setzt ihr besonderes Augenmerk auf das Artwork für Albumcovers und Webauftritt. Welche unterschiedlichen Künste inspirieren euch dazu und auf welche Art?


Inspiration kommt von überall her. Das kann ein Film, Architektur, ein Comic, Graffiti oder einfach das Leben selbst sein. John ist besonders am Zeicnen und an der Architektur interessiert und ich bin ein Fotografie-Afficionado. Wir glauben, dass es es einen wichtigen Teil unserer Arbeit darstellt und es fühlt sich wie ein natürlicher Vorgang an. Künste verbinden sich.

Mit dem "We were there, where were you?"-Album und auch ganz allgemein seid ihr auf Facebook und im gesamten Web 2.0 Paralleluniversum sehr aktiv vertreten und auf dieser Ebene eng in Verbindung mit der Fanwelt. Was ist eure Meinung zu Social Network Sites und wie geht ihr mit diesem Phänomen um?


Das up-to-date sein mit allen Networking Seiten kann sehr zeitintensiv sein, aber ich denke, es ist sehr wichtig. Wir aktualisieren Twitter, Facebook und unsere Webseite ständig. Die Entscheidung, wie viel des privaten Lebens man mit Fans teilen möchte, sei wirklich jedem Künstler selbst überlassen. Es ist aber wirklich dem Künstler selbst überlassen. Wir tendieren dazu viel mitzuteilen. Ha.
Welche Rolle sollten die Labels als Vertreter zur Außenwelt für Bands auf der Social Network Ebene Spielen?
Labels können hilfreich sein zu, aber ich finde es besser, wenn der Künstler selbst sich die Zeit nimmt. Wenn das Label zu viel übernimmt, wirkt das Ganze aufgesetzt.

Glaubt ihr, dass es - gerade in Zeiten des boomenden Live-Marktes und durch abnehmende Tonträgerverkäufe - immer wichtiger wird, mit den Fans auf diese Art zu kommunizieren?


Wir reisen um die Welt um Musik zu machen. Das ist genau das, wovon ich mein Leben lang geträumt habe. Wenn ich es nicht einmal schaffen würde, auf ein paar Mails zu antworten und auf Facebook diese Freude zu posten, wäre das undankbar.
"It was Alaska. Everything we've gotten to be and everything we've gotten to go through, we've been lucky enough to have what we have. " ( John Baldwin Gourley )

Welche Rolle nimmt eure Heimat Alaska für euch ein? Hat dieses Umfeld einen Einfluss auf eure Gefühle und in weitere Folge auf die Musik, die ihr kreiert?


Vieles an unserer Bildsprache in den Songtexten basiert auf Dingen, die wir gesehen und erlebt haben als wir in Alaska aufgewachsen sind. Es ist ein schönes und isoliertes Land. Wir versuchen ein schönes Bild davon zu malen mit unserer Musik.

Wie ist es in Alaska aufzuwachsen? Könntet ihr ein bisschen etwas von eurer Kindheit und dem musikalischen Umfeld berichten?


Obwohl wir ziemlich nahe beieinander gewohnt haben, sind John und ich sehr unterschiedlich aufgewachsen. In meinem Fall: kleine Stadt. John: Weit im Nirgendwo. Ohne irgendwelche Nachbarn. Das einzige, das unsere Ohren dort zu hören bekamen waren die Top 40 im Radio oder den Oldies Radio Sender. Wir sind also beide mit der Musik unserer Eltern aufgewachsen und die Zeit später in Portland hat uns dann die Augen und Ohren für die alternative Musikszene geöffnet. Beide - Mainstream in Alaska und Indie in Portland - haben uns inspiriert, denke ich.

Nun lebt ihr also in Portland. Wie sieht es mit der Musikszene dort aus? Kennen sich Bands wie The Thermals, The Shins, Decemberists untereinander?


Wir kennen die Jungs nicht persönlich, aber wir haben gemeinsame Freunde. Ehrlich gesagt sind wir nicht so oft dort, weil wir viel Zeit auf Tour verbringen und auch zum Aufnehmen im Studio woanders sind. Demnach haben wir nicht viel Zeit, neue Leute aus Portland kennenzulernen, aber ich mag diese Bands.

Einige eurer Lieder erinnern an Oasis. Ich bin mir sicher, ihr seht das als Kompliment. Wie ist ihre Beziehung zu dieser Band?


John und ich waren immer schon große Oasis-Fans. Sie sind einfach fantastische Songwriter und es ist lustig über sie zu lesen. Funny Guys. Also ja, es ist ein Kompliment, aber es geht in Wirklichkeit alles zurück auf die Beatles oder nicht?

Ihr kombiniert mehrere Musikgenres. Könnte das als eine postmodere Herangehensweise verstanden werden? Das Herauspicken einzelner Teile und das Zusammenfügen zu einem neuen Ganzen?


Da stimme ich dir zu. Das sehe ich auch so. Wenn du den ganzen Tag lang mit 8 Jungs im Van verbringst, erweitert das wahrhaftig das musikalische Wissen. Wir sind zwar alle mit denselben Bands aufgewachsen, aber haben uns in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt. Wir empfehlen uns permanent gegenseitig neue Bands. Das ist etwas, das ich am Touren auch besonders liebe. Insgesamt decken wir mit unseren Interessen ein sehr breites Spektrum an Musik ab. Ich persönlich mag Rap, Metal, Soul, Rock, Pop - was auch immer - aber nur das gute davon eben.

Kannst du daraus einen Favouriten kristallisieren?


Aus irgendeinem Grund hat mich Soul immer gefesselt. Es ist bei weitem das bewegteste Genre für mich.

Ihr habt in euren Texten bildsprachliche Referenzen zur Tierwelt. Warum und was ist sind eure Lieblingstiere?

Ich kann mir vorstellen, dass das Alaska in uns ist. Es gibt so viel Wildniss und Wildtiere, wo wir aufgewachsen sind. Das überträgt sich sicher auf unsere Texte, aber wir können keine Lieblingstiere herauspicken.

Das hymnische "Censored Colors" scheint ein Winteralbum zu sein, während das 4. Album "Satanic Satanist" sich als DER vertonte Sommer herausstellte. Wir kamen diese Stimmungen zustande?


Censored Colors haben wir im Keller eines Freundes in Seattle aufgenommen. Da war es Winter. Die gesamte Band hat in einem winzigen Raum geschlafen. Sardienenstyle. - Sehr Punk Rock! Die Vocals haben wir im Heizraum augenommen, was bedeutete, dass wir die Heizung im gesamten Haus abdrehen mussten, wenn wir aufgenommen haben. Es war eine wundervolle Erfahrung, obwohl wir in Folge haben wir permanent gefroren haben. Das kommt glaub ich im Album recht gut rüber. Satanist wurde auch im Winter aufgenommen, aber in einem größeren und warmen Studio. Ein Großteil der Texte basiert auf farbenfrohen Erinnerungen aus John´s Kindheit. Wir wollten das Album positiver gestalten und eine wärmere Stimmung mitschwingen lassen als beim Vorgängeralbum.

Was ist die Vision für das neue Album?


Für dieses Album haben wir uns mehr Zeit genommen als für jedes andere davor. John fokusierte Verlauf, Fortschritt und Struktur. Wir alle widmeten uns intensiv Tönen und der Gesamtstimmung. Ich glaube wirklich, dass es das beste ist, was wir je hervorgebracht haben, aber es reflektiert auch alles, was wir bisher gemacht haben. Wir sind sehr stolz auf das neue Album. Über eine Vision bin ich mir noch nicht im Klaren; ich glaube das kommt mit der Zeit und mit der Reaktion des Publikums.

Ich spreche bestimmt für das gesamte Poolbar-Publikum, wenn ich sage, dass die Spannung auf das neue Album jedenfalls schon groß ist und es an positiver Reaktion im Ländle bestimmt nicht fehlen wird.


Am 1. Juli live beim poolbar-Festival!

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