Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


Tides from Nebula: Earthshine

von Timo Beisel, erschienen auf metalnews.de.

Vor zwei Jahren hat die polnische Postrock-Formation TIDES FROM NEBULA fernab der öffentlichen Wahrnehmung ihr Debütalbum „Aura" veröffentlicht. Anschließend tourte die Band exzessiv durch Europa. Zunächst noch als Vorband für u.a. OCEANSIZE, PURE REASON REVOLUTION, ULVER oder SHRINEBUILDER unterwegs, kehrten sie im vergangenen Jahr bereits für 40 Headliner-Shows nach Deutschland, Frankreich, Belgien und Österreich zurück. Mit diesen Erfahrungen und vermutlich einigen neu hinzugewonnenen Fans im Rücken legen sie nun ihren Zweitling „Earthshine" vor.

Earthshine
Dieser entstand unter der Aufsicht des renommierten polnischen Filmkomponisten Zbigniew Preisner, der die Band im Radio hörte und dann unbedingt mit ihnen arbeiten wollte. Aufgenommen in der Abgeschiedenheit eines polnischen Gebirges klingt es dann auch tatsächlich genau so, wie diese Eckdaten vermuten lassen. TIDES FROM NEBULA agieren ausschließlich instrumental und erschaffen dabei scheinbar spielend Songs, die nach Unabhängigkeit, nach endlosen Weiten und einfach nach grenzenloser Freiheit klingen und sich somit sicherlich auch hervorragend als Untermalung für einen passenden Independent-Film eignen würden. Dass das auch gar nicht so abwegig ist, beweist das Beispiel der schottischen Band MOGWAI, die ebenfalls auf instrumentalen Postrock setzen und in deren Vita u.a. die Vertonung eines Films über den ehemaligen französischen Fußballstar Zinedine Zidane zu finden ist. Eben jene MOGWAI sind es dann auch, die einem immer wieder in den Sinn kommen, wenn man sich „Earthshine" zu Gemüte führt, was wiederum aber nicht heißen soll, das TIDES FROM NEBULA hier lediglich irgendwelche ausgetrampelten Pfade beschreiten. Vielmehr gelingt es ihnen, mit sehr ähnlichen Mitteln ihre ganz eigenen, faszinierenden Klanglandschaften zu erschaffen, die einen in eine andere Welt, frei von jeglicher Hektik und Stress, entführen.

Es ist in der Regel auf jeden Fall deutlich schwieriger, den Zugang zu Instrumentalalben zu finden und da macht auch „Earthshine" nicht wirklich eine Ausnahme. Trotzdem sollte sich jeder Fan anspruchsvoller Rockmusik der Herausforderung stellen und sich seinen eigenen Weg in diese herrlich grenzenlose Musik suchen. Es lohnt sich definitiv. Atmosphäre ist hier das große Zauberwort und TIDES FROM NEBULA kennen dieses Zauberwort.

Tides from Nebula werden uns am 8. Juli mit Long Distance Calling und This Will Destroy You beim poolbar-Festival einen unvergesslichen Abend bescheren.

0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren