Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


Das waren Portugal. The Man

Text von Christina Burger

Der erste Juli war nicht nur der Tag, an dem Kate Moss Jamie Hince von den Kills ehelichte, sondern auch der Tag, an dem das Poolbarfestival in eine weitere Runde startete, und zwar in seine 18te. Somit hat das Festival im Alten Hallenbad zu Feldkirch seine Volljährigkeit erreicht, passend dazu ist das heurige Festival-Kleidungsstück eine Unterhose mit Peacezeichen an der Stelle, die zählt.
Der erste Festivaltag war bestückt mit angenehm folkigen Sounds, ein friedvoller Anfang für ein bis tief in den August reichendes Kunstfest. Das Alte Hallenbad erstrahlt heuer in bunten Strobelight-Neonröhren, im hohen Gras schreitet man vorbei an einem Erfrischungsautolein, über neonröhrenbeleuchtete Britschen, durch Glühbirneninstallationen. Innen drinnen sitzt neben poppigen Lichtkuben auf Lederhockern. In der Bar startete am 1. Juli mein Musikgenuss, beim Lauschen der Konstellation „Frau Walser macht Ferien", eine Kombo des Konservatorium Feldkirch um Helbert Walser. Jazzige Töne von der Sängerin, Walser trompetete auch und, wie so meist, war ein Apple-Computer, ein Mac sagt man da glaub ich (bin eher kein Geek!), mit von der Partie. Nach diesem chilligen Einklang browste ich im Shop mal durch die Shirts und vor allem die Unterwäsche, die ich heute trage.

http://poolbar.at/system/asset/filename/5670/the_builders_and_the_butchers.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/5668/portugal._the_man.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/5667/poolbar_location.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/5666/erfrischung.jpg
Danach gings hinauf in die Musikhalle, die ich insofern als Herausforderung betrachte, da der Publikumsbereich eine Hügellandschaft darstellt, sodass an das Publikum wellenartig stellenweise herausragt. Und wenn man sich durch diese Hügellandschaft bewegt, muss man teilweise schon aufpassen, dass man nicht auf der Nase landet. Aber als brilliante Schifahrerin war mir das eh kein Problem. Die erste Band, die auftrat und die Halle zum Kochen brachte, war „The Builders and Butchers", eine Truppe aus Alaska, wie cool ist das! Alaska ist Magie und kanalisiert diese etwa auch in und durch die Klänge dieser Musikinstallation. Die gleich zwei bartigen Drummerboys in Indieboy-T-Shirts waren ein Highlight für sich und der banjo-spielende Typ mit dem roten wuscheligen Bart war auch eine sichtlich aus dem Wald entsprungene Herrlichkeit. Bluesgrass-mäßig chillte die Band das Publikum der entgültigen Ekstase entgegen. Beim Klimax des Abens handelte es sich um die Musikbande „Portugal. The Man". Mit Leidenschaft spielend entzückten die Boys of the band in jeder Hinsicht. Es wurde getanzt, es wurde verträumt geschaut, etliche Holzfällerhemden schunkelten lässig im Kreis. Inmitten des das Alten Hallenbad umschiffenden hohen Grases chillte die Crowd zu magischer Musik aus Alaska...
Tag 2 wird härter, aber so entspannt, wie wir gerade sind, wird das sicher richtig gut.

Fotos von Christina Riot

---------------------------------------------------------------

Text von Veronique Homann

Der Himmel vergoss Freudentränen ob des festlichen Anlasses: Das poolbar Festival ist zurück um unsere Sinnesbelange zu verwöhnen und wird gleichzeitig 18 Jahre alt! Zwei triftige Gründe, um das Geburtstagskind einen Sommer lang gebührend zu feiern. Portugal. The Man und The Builders and The Butchers gaben am Abend des ersten Juli den Startschuss für die kommenden Festwochen.

Bereits zum dritten Mal in Folge gastierten Portugal. The Man im alten Hallenbad. Während sie letztes Jahr als Schlusslicht den poolbar Sommer ausklingen ließen, wurde ihnen dieses Jahr der Auftakt zum Festival zuteil. Souverän dargeboten, erfreute die Band das Konzertpublikum mit einer gelungenen Mischung aus alten sowie neuen Liedern (Mitte Juli erscheint ihr siebentes Album "In The Mountain In The Cold") und berieselte die Zuhörer mit den sanftmütig beseelten Klängen, die ihrer vielschichtigen Musik, insbesondere der Gitarre, eigen ist.

Unterstützt wurden Portugal. The Man von der befreundeten Truppe The Builders and The Butchers, die mit ihrer Musik das Bild einer Goldgräbermine aufleben ließen, von staubig trockener Westernluft erfüllt, allesamt auf der Suche des nächstbesten, Abkühlung verheißenden Saloons. Gewandert wurde vorab jedoch nur auf der Bühne, an den Instrumenten Position wechselnd, vom Piano zur Melodika, vom Banjo zur Ukulele bis hin zum zweiten Schlagzeug, um die folkesque Gitarre zu untermalen sowie den starken Bass, der die Halle zum Vibrieren brachte.
Bemerkenswert: Beiden Bands ist nicht nur ihre Herkunft gemein, sondern an diesem Abend auch der Riss einer Gitarrensaite. Sowohl während des Konzertens von Portugal. The Man als auch bei The Builders and The Butchers verabschiedete sich eine Saite ins musikalische Nirwana, welche jedoch schnell und kaum merklich ausgewechselt wurde, währenddessen der übrige Teil der Band das kleine Manko hinweg jammte.

Vor allen Dingen aber teilt die Alaska-Kombo ihre Vorliebe für Österreich und schmierten insbesondere dem poolbar Festival gehörig Honig ums Mäulchen. Zu Recht, wie Portugal. The Man frönen: "This is our favourite place, the people who work here are great, we are always happy to come back!", sowie The Builders and The Butchers: "Austria is our favourite country to play - and it's no bullshit!"
0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren