Poolbar Blog

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poolbar architektur 2009: poolbar lights

Das poolbar-Festival (3.Juli bis 16.August 2009 in Feldkirch) beschränkt sich nicht auf ein anspruchs- und lustvolles Veranstaltungsprogramm, sondern präsentiert sich als gesamthaft zu verstehende kulturelle Kristallisation. Komprimiert auf ein Festival, gelebt im Alten Hallenbad im Reichenfeldpark. In Kooperation mit dem vai (Vorarlberger Architektur Institut) und der WKV (Wirtschaftskammer Vorarlberg) schrieb das poolbar-Festival deshalb erneut den poolbar architektur wettbewerb zur temporären Gestaltung des Alten Hallenbades aus.
Daniela Skodny (vai) und Marina Hämmerle, (Geschäftsführerin des vai) freuten sich über 26 eingereichte Projekte mit fast durchgehend hoher Qualität.

Die Jury, bestehend aus Daniel Zerlauth (WKV), Bernhard Marte (Marte.Marte Architekten), Marina Hämmerle (Geschäftsführung vai/vorarlberger architektur institut) sowie Herwig Bauer (Geschäftsführung poolbar-Festival GmbH), beratend unterstützt von je einem Vertreter des poolbar-Bauten-Teams und der KKF (Gebäudebetriebsgesellschaft) hat sich einstimmig für das Projekt „poolbar lights" von Linus Stolz (aus Deutschland) entschieden.

1. Preis: poolbar Lights (Linus Stolz, Deutschland)

Linus Stolz, 24-jähriger Industrial-Design-Student an der HSG Pforzheim (Deutschland), war schon nach der ersten Runde der erklärte Favorit der Jury; Die konzentrierte, reduzierte Gestaltung und der sorgsame Umgang mit der räumlichen und informativen Wirkung der Gestaltung entsprach dem Thema der Ausschreibung, „Freiraum schaffen", sehr gut:
Der räumliche Freiraum steht mit dem Alten Hallenbad ja zur Verfügung - es geht Stolz nun darum, die Räume nicht anzufüllen, sondern die Volumina möglichst voll zu nutzen bzw. imaginär zu erweitern: Diese Funktion übernehmen Vorhänge aus Industriefilz, die nicht etwa als Raumtrenner eingesetzt werden, sondern als Fake-Raum-Erweiterer: Ein Vorhang signalisiert gelernter Weise, dass sich dahinter ein Raum befindet...die Räumlichkeiten des Alten Hallenbades werden durch die Vorhänge also symbolisch „großgedacht".
Als Lichtquelle dienen dimmbare Strukturen aus konventionellen, nackten Glühbirnen, die sich den jeweiligen Räumen entsprechend anordnen: in der Konzerthalle formieren sie sich zu stilisierten, augenzwinkernd-feierlichen Lustern, auf der Terrasse zu pflanzlich anmutenden Lichtsprösslingen oder aber über dem ehemaligen pool zu dynamischen Wellenbewegungen.
Auch das Schaffen kulturellen, gesellschaftlichen Freiraums wird durch den Entwurf forciert: Die Oberflächen werden nicht mit Informationen/Texturen/Bildern überfrachtet, sondern dienen als Hintergrund für das kulturelle Leben, das den tatsächlichen Freiraum füllen soll;
darüber hinaus dienen die Oberflächen als Projektionsflächen für Besucher-Schatten oder aber als Leinwand für temporäre Visualisierungen.
Es entsteht ein schlichter, eleganter und dabei fast „kuscheliger" Raum, der seine Stärken final durch die poolbar-Festival-Belebung voll ausspielt: Er lässt Freiraum zu.

2. Preis: Irritationen (Sarah Hoffmann, Fisch, Linz)

Sarah Hoffmann und Fisch schaffen Freiräume durch gezielt eingesetzte Verspiegelungen an den Oberflächen: Trennende Elemente werden durch verspiegelte Oberflächen eliminiert und durch die Verdoppelung des kulturellen Lebens ersetzt. Die Verspiegelung an der Fassade bewirkt das teilweise Auflösen des Gebäudes bzw. dessen Verschmelzung mit der Umgebung. Irritierende Erlebnisse haben auch die geplanten entmaterialisierten Plexiglasmöbel zur Folge: Der vorhandene Freiraum bleibt zumindest optisch uneingeschränkt erhalten - die Besucherinnen scheinen sitzend zu schweben.


3. Preis: poolstar (Christoph Leitner, Marion Gruber, Peter Egelseer / Wien)

Das Projekt poolstar greift den Gedanken des roten Teppichs auf: Die poolbar-BesucherInnen werden zu den Stars. Der rote Teppich wird nicht (nur) vor den KünstlerInnen ausgerollt, sondern zieht sich durch alle Gebäudeteile - es entsteht eine durchgängige Formensprache, die als verbindendes Element zwischen der Räumen fungiert und gleichzeitig ein Kompliment an die BesucherInnen darstellt; Wer will, lässt sich am Eingang im Stile von Brangelina in Cannes fotografieren und findet sich als Projektion oder Ausdruck an den Oberflächen im Gebäude wieder...dieser Interaktionsgedanke und auch die Vernetzung mit der Stadt über den roten Teppich überzeugten die Jury.

Anerkennungen

poolbar loves alice (Sissy Hobiger, Inge Pohl)
Lasst das Grobe leuchten! (Thomas Niederberger, Thomas Bechtold, Ferdinand Fritz
Im Sternenhimmel feiern (Megumi Komura, Guido Rumi)
POOLOOPO (Ivan Niedermair)
kEinwandfreiRaum (Florian Fend)


Die 3 erstgerreihten Projekte erhielten von der Wirtschaftskammer Vorarlberg Geldpreise in Höhe von insgesamt EUR 2.000.- und vom poolbar-Festival Sachpreise. 5 Anerkennungen wurden ebenfalls vergeben.
Dank der WKV wird bis zum Sommer das Sieger-Projekt vom Reißpapier in die Realität übertragen. In den kommenden Wochen werden zahlreiche Lehrlinge von Vorarlberger Unternehmen gemeinsam mit ihren Ausbildnern für die hochwertige Umsetzung des Siegerprojektes sorgen. Beste Werbung für jeden Lehrberuf: Im Sommer werden die engagierten Lehrlinge keine Gelegenheit auslassen, beim poolbar-Festival ihre Freundinnen und Freunde darauf aufmerksam zu machen, dass sie auf Objekten sitzen, die von ihnen selbst gefertigt wurden.
Am Freitag, dem 16.1., wurden im Alten Hallenbad im Reichenfeld alle Einreichungen präsentiert. Mit dem Auftritt der Band Alex Sutter & Friends konnte das Siegerprojekt ausgiebig gefeiert werden.
Ab 3.7. (bis 16.8.) kann das Ergebnis beim poolbar-Festival gesehen und genutzt werden. Mehr: www.poolbar.at

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