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Das war der Abend mit dEUS

Auf die Entschuldigung folgt das Versprechen.

Es lag bestimmt nicht am Verkehr und dennoch bin ich etwas zu spät für die erste Vorband des Abends eingetroffen. Was sich bereits in der Ankündigung las, bestätigten dann auch die gefühlten eineinhalb Lieder bis zum abrupten Ende von Mile Me Deaf: Killed By 9V Batteries und die Sex Jams haben den Noise-Rock Österreichs fest in der Hand, Wolfgang Möstl bei beiden Bands mehr oder weniger die Finger im Spiel und zugleich noch genug kreativen Spielraum für ein weiteres Projekt. Das sollte man unbedingt weiter im Auge behalten.

Für den eigentlichen Überraschungseffekt des Abends sorgte dann aber die noch junge Band Balthazar aus Belgien. 2010 erschien ihr Debütalbum „Applaus", schlug große Wellen im Landesinneren und ging dennoch gänzlich unbemerkt am deutschsprachigen Raum vorbei. Ihr Set beendeten Balthazar mit „Blood Like Wine", dem Gänsehaut-Schlussstück aus „Applaus", dem im September der offizielle Europa-Release bevorsteht. Nicht unwahrscheinlich, dass wir von Balthazar in Zukunft noch viel hören werden. Damit wir uns rückblickend erinnern, es nahm beim Poolbar-Festival seinen Anfang.

Und ja, natürlich waren da auch noch dEUS: Propheten des Avantgarde-Pop der 90er, Musikboten und Genregrenzen-Einreißer. Sänger Tom Barmann machte dem zementierten Status der Belgier alle Ehre. Es begann mit der adretten Kleidung, ging über zu Barmanns wildem Gestikuliere und den vielen Gesangsaugenblicken in denen er seine Augen geschlossen hielt. Charisma hat er jedenfalls, und so kam man auch Barmanns Wunsch nach mehr Dunkelheit im Stiegenbereich der Poolbar entgegen. Aber auch der Rest der Band spielte mit Hingabe, allen voran Bassist Alan Gevaert, der furios in die Saiten schlug.

Einziger Wehrmutstropfen an diesem musikalisch ausgezeichneten Abend: Ihr kommerziell erfolgreichstes Album „The Ideal Crash" wurde nur einmal mit „Instant Street" angespielt. Irgendwie nachvollziehbar, aber doch ein wenig enttäuschend. Zumindest zeigt dieser Umstand, dass die Belgier noch hungrig sind und versessen darauf, aktuelles Material zu spielen. Nach drei Zugaben folgte dann ein Versprechen, nicht von mir, sondern von dEUS selbst. Der Abend musste auch der Band Spaß gemacht haben, sonst hätten sie anschließend nicht versammelt alle Besucher aufgefordert, mit ihnen in die Nacht zu feiern. Erfahrungsberichte anyone?

Und hier die Setlist:

Little Arithmetics
Fell Off The Floor, Man
The Architect
Second Nature
Slow
Sun Ra
Smokers Reflect
Constant Now
Instant Street
If You Don't Get
Turnpike
Nothing Really Ends
Bad Timing
Dark Sets In
Suds And Soda

Zugabe:

Roses
Pocket Revolution
Morticiachair

Text: Reiner Kapeller
Fotos: Pete Ionian (peteionian.com)

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Die gesamte Galerie ist wie immer HIER zu finden.
Eine zweite Galerie von Franklin Müller gibt es HIER und auch Daniel Furxer hat den Abend fotografiert und eine Auswahl HIER zusammengestellt.

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