Poolbar Blog

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Wandern, Wehmut, Widerluaga

von Michael Fiedler, erschienen auf fm4.orf.at

FM4 Wochenende am Poolbarfestival: Wandern mit Kommando Elefant und Smash-Hits von Attwenger.

Kommando Elefant hatten für Samstag geplant, eine geführte Wanderung durch die Installation Horizon Field hoch über Bregenz zu machen. Der Bergführer musste die aber wegen des unbeständigen Wetters kurzfristig absagen und so ist noch kurzfristiger die Idee entstanden, eine kleine Tour rund um Feldkirch zu machen. Poolbar-Booker Philipp Lampert gibt den Fremdenführer, Alf Peherstorfer gibt den Colonel Hathi und schon geht es auf die Letze, den von einem buddhistischen Kloster gekrönten Haushügel der Poolbar.

Kommando Elefant beim Wandern.Durch den Wald zum Tempel.

An sich sollte es von dort zur Schattenburg gehen, wo die Riesenschnitzel passenderweise Elefantenohren heißen und anschließend die Feldkircher Altstadt besucht werden. Aber der Regen, wegen dem der Bergführer Sicherheitsbedenken gehabt hatte, erwischt uns und so führen Kommando Elefant ersatzweise eine kleine Akustiksession im Pool auf.

Eine Zeichnung auf der Bühne von get Well Soon.

Abends werden auf der großen Bühne der Poolbar die großen Gefühle ausgepackt und elektrisch verstärkt. Mit Alaska, In all den Jahren und Bühnenansagen an die Vergänglichkeit des Sommers sorgen Kommando Elefant für eine melancholische Grundstimmung. Get Well Soon steigert sie anschließend mit orchestralem Sound, unterstrichen von förmlicher Kleidung und den beiden riesigen Zeichnungen links und rechts der Bühne. Gegen Ende ihres Auftritts wird es dann doch noch ziemlich rockig: Beim Finale von "Lost in the Mountains" springt Frontmann Konstantin Gropper noch wilder mit der Gitarre herum als sonst.

Der Auftritt ist nur eines von einer Handvoll Konzerten, die Get Well Soon 2011 geben - das muss dann richtig zelebriert werden. "Ich will ja nicht nerven und man muss sich auch mal ein bißchen rar machen", kommentiert der Frontmann diesen Umstand, der aber eher daran liegt, dass er die Musik zur sehenswerten Serie Xanadu geschrieben hat und nun am nächsten Album werkt.

Konstantin Gropper aka Get Well Soon

Headliner Attwenger stellen schließlich einen ziemlichen Bruch dar. Die Melancholie weicht in den Hits der beiden Oberösterreicher wütender Gesellschaftskritik oder dem fröhlichen Liebesrausch im "Smash-Hit" Shaking my Brain. Attwenger brauchen im Übrigen keinen Soundcheck, da fahren sie lieber später von zu Hause weg und blasen dem Publikum mit einer fetten Rückkopplung die Ohren durch.

Macht aber nichts, der musikalische Stimmungswechsel überträgt sich auf die ZuhörerInnen und wer zu Orkan noch nicht tanzt, wird dazu angehalten. Zwischen den Songs baut Markus Binder nämlich die untertags gelernten Vorarlberger Sprüche ein: "Tuan amol körig!" Ein zweites Mal muss er das nicht sagen.

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