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Kein Komplex mit dem Sex

von Jan Hestmann; erschienen auf thegap.at


The Gap präsentiert Stereo Total live am zweiten /Slash-Filmfestival. Neben dem Berliner Trash-Pop Duo gibt es die Österreich-Premiere von „Underwater Love - A pink Musical", ein fischiges Softerotik-Abeteuer aus Japan.

So schlüpfrig kann Synthiepop aus Deutschland sein, wenn die lustvollen Lippen von Madame Cactus Zeilen wie „Isch liebe Liebe zu dritt" oder „Isch bin nackt" herauspressen, dabei stets um den reizenden französischen Akzent bemüht. Seit nun schon zwei Jahrzehnten wandelt das campy Duo, bestehend aus Françoise Cactus und Brezel Göring, mit seinen amourösen teils dadaistischen Texten unbeschwert zwischen Chanson und Punkrock.

The Gap präsentiert die Endorphine versprühende Zwei-Kopf-Band live am zweiten /Slash-Filmfestival. Woot! Grund für den Auftritt ist das jüngste Projekt der beiden, eine Kollaboration mit dem japanischen Indie-Regisseur Shinji Imaoka. Sie liefern die Filmmusik zu dessen Softerotik-Spektakel „Underwater Love - A Pink Musical", das im Filmcasino auf die Leinwand projiziert wird, bevor der Saal schließlich in eine Tanzfläche umfunktioniert wird.

Im Zentrum des Films, für den kein Geringerer als Christopher Doyle (Hero) die Kamera bedient hat, steht die Fischfabriksarbeiterin Asuka. Die ist gerade drauf und dran ihren Boss zu heiraten, als ihre alte Jugendliebe Aoki auftaucht. Der Haken an der Sache: Aoki ist damals ertrunken und nun als Kappa (schildkrötenartiges Wesen aus der japanischen Folklore) wiederauferstanden. Kein Hindernis für Asuka, eine wilde Affaire mit ihm zu starten. Das verstörende wie liebenswerte Schauspiel wird zum ausgelassenen Musical, das von Stereo Total den richtigen Schwung verpasst bekommt. Jegliche Verklemmungen sollten dabei in den Wind geblasen werden, dann steht einem heiteren Abend voller Komik und Liebe kaum noch was im Weg.

 

Bild: stereo_total_copyright_cabine.jpg
Underwater Love - A Pink Musical

FR, 23.9., Filmcasino Wien, 19 Uhr
Im Anschlus Konzert von Stereo Total

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