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Bitch-House statt Witch-House

erschienen auf fm4.orf.at, von Christian Pausch

Die österreichische Sensation Crazy Bitch In A Cave erzählt im FM4 Soundpark über das Debüt-Album "Particles", selbstgemachte Kleider und die Trennung der Bühnenperson vom Alltag.

Seit einigen Jahren ist nun schon auf den wildesten Partyflyern meistens eines zu lesen: "Live: Crazy Bitch In A Cave", oder sogar nur noch die Abkürzung CBC. Doch wer steckt hinter diesem verführerisch-anziehenden Namen?

Crazy Bitch In A Cave
Von Myspace auf die Bühne


Es ist Patrick Weber, Student der Klasse "Kontextuelle Malerei" an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Und tatsächlich hat auch für ihn, so wie für die meisten seiner Fans - und davon gib es viele -, alles mit dem Namen begonnen: "Ja, das war plötzlich da wie ein Blitz: Crazy Bitch In A Cave - und dann haben sich in mir ganze Welten aufgetan", erzählt er im FM4 Sounpark Interview (Das ausführliche Interview mit Crazy Bitch In A Cave gibt es in der Nacht von Sonntag auf Montag im FM4 Soundpark zu hören.)

Angefangen hat alles auf Myspace. Aus Spaß hat Patrick Weber seine Songs, die er schon immer gemacht hat, dort ins Netz gestellt und dann kam alles ganz von selbst, inklusive Plattenvertrag beim Wiener Label Comfortzone. Eines Tages stand dann aber auch der erste Live-Auftritt ins Haus und Weber musste sich überlegen, wie man seinen Falsettgesang mit elektronischen Beats am besten auf die Bühne bringt.

Die einzig wahre Diva

Sonst ein eher schüchtern wirkender junger Mann, ist davon on stage kaum noch etwas zu spüren. Crazy Bitch In A Cave ist eine Diva, wenn nicht sogar die einzig wahre Diva unserer Tage: mit langen wehenden Haaren, gefährlich hohen Schuhen, kunstvoll geschminkt und in pompösen, meistens selbstgemachten Kleidern und Roben betritt CBC bei seinen Konzerten die Bühne. Er spielt mit Gender-Rollen, löst Klischees auf, indem er andere Klischees übertrieben bedient und hofft das sich dabei auch etwas in den Köpfen der Menschen verändert: "Diese Form von Cross-Dressing wird oft nur in einem perfomativen Zusammenhang akzeptiert, wieso nicht auch im Alltag?"

Die ersten Live-Auftritte absolvierte Patrick Weber zwar auch schon in Schale geworfen, aber allein mit Laptop. Mittlerweile begleiten ihn zwei Backgroundsänger, die nun auch am Album zu hören sind. Doch mehr braucht es dann auch nicht: Crazy Bitch In A Cave hinterlässt nach jedem Auftritt ein vom Tanzen ausgepowertes, aber vor allem auch ein staunendes Publikum und oft wird hinterher von CBC-Neulingen noch geflüstert und beraten, wovon man da eigentlich gerade Zeuge geworden ist - ist das wirklich alles so passiert?

Bitch-House

"Mittlerweile sind es fast schon mehr die Live-Konzerte von denen die Leute reden, als über die Musik.", lacht Patrick Weber. Dabei muss sich die Musik keineswegs hinter der Bühnengewalt verstecken.

Dramatische Hymnen, zum Weinen rührende Balladen und extrem fetzige Discohits lassen sich auf dem am Dienstag erscheinenden Debut-Album "Particles" finden. Zwölf Nummern sind es geworden und eine eingängiger und bombastischer als die andere. "Ich sehe mich in keiner Schublade wirklich aufgehoben, aber ich habe vor kurzem überlegt nun nach dem Witch-House-Hype auch das Genre Bitch-House zu etablieren, nur für mich allein."

Schon während des Aufnehmens seines Albums "Particles" hat Weber an die nächste Platte gedacht, wie er im erzählt: "Das heißt, man wird auf jeden Fall noch länger von mir hören, nur ein Release-Date kann ich noch nicht versprechen", scherzt der Musiker. Bis dahin erfreuen wir uns alle nun erstmal an "Particles", wo schon das CD-Cover erahnen lässt, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird. Crazy Bitch In A Cave weiß sich in Szene zu setzen und das lieben wir.

Crazy Bitch In A Cave LIVE:

Album-Release 13.09., Rhiz/Wien (gratis!)
Comfortzone-Label-Tour: 17.09. K4/Nürnberg, 22.09. Ausland/Berlin, 23.09. Arge/Salzburg, 24.09. Spielboden/Dornbirn
Elevate-Festival: 21.10. Dom Im Berg/Graz

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