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When You're Through Thinking, Say Yes

von Werner, erschienen auf in-your-face.de


Nach vier Jahren Pause erscheint mit „When You're Through Thinking, Say Yes" das inzwischen fünfte Album der Kalifornier von YELLOWCARD. Zwischen dem 2007 erschienenen „Paper Walls" und dem neuen Album hat sich bei den Pop-Punkern einiges getan: Zuerst die Entscheidung, eine längere Auszeit einzulegen, um sich vom Stress des ständigen Tourens und den kreativen Erwartungen von Fans und Kritikern zu lösen, dann die Wiedervereinigung und die Rückbesinnung auf diejenigen Aspekte des Songwritings, die das 2003 erschienene „Ocean Avenue" zu einem außerordentlich erfolgreichen und soliden Pop-Punk-Album gemacht hatten. Man darf also ruhig mit hohen Erwartungen an das neue Release der Band um Sänger Ryan Key herangehen und wird diese letztendlich auch nicht enttäuscht sehen.

Zunächst fällt musikalisch vor allem auf, dass YELLOWCARD weniger am eigenen Sound herumschrauben als dies noch auf den letzten Releases der Fall war, sondern dass man sich eher auf diejenigen Stärken beruft, die man schon immer für sich verbuchen konnte. Nachdem auch dem letzten Zweifler bei der vorab veröffentlichten Single „For You, And Your Denial" klar geworden sein dürfte, dass YELLOWCARD nach wie vor in der Lage sind, eingängige Hits zu schreiben, zeigt sich auf dem neuen Album auch ein Händchen für ein stimmiges Songwriting, das die Band deutlich stärker als Einheit präsentiert und weniger als einige Musiker, die sich um Sean Mackin's Violinenspiel und Ryan Key's Stimme positionieren. Entstanden sind dabei zwar auch einige Schmachtfetzen wie „Hang You Up" oder „Be The Young", sowie einige etwas beliebige Lückenfüller wie „Life Of Leaving Home" oder „With You Around", das Gros der Songs auf „When You're Through Thinking, Say Yes" sind allerdings Hits vom Schlage „Way Away", „Believe" oder dem Titeltrack des Über-Albums „Ocean Avenue". Alleine die Trias großartiger Refrains, die dem Hörer in „For You, And Your Denial", „Hide" und „See Me Smiling" um die Ohren geschlagen wird, ist den Kauf von „When You're Through Thinking, Say Yes" bereits wert.

Der Kern dessen, was YELLOWCARD allerdings immer schon ausgemacht hat, ist auf „When You're Through Thinking, Say Yes" wohl so ersichtlich, wie nie in der Bandgeschichte zuvor und spiegelt sich perfekt im Titel des neuen Albums wieder. YELLOWCARD waren noch nie eine wirklich typische Pop-Punk-Band, was nicht nur am durchaus außergewöhnlichen Einsatz der Violine liegt, sondern vor allem daran, dass die Band keine hirnlosen Gute-Laune-Songs von sich gibt. Zwar ist die Musik von YELLOWCARD durchgehend positiv, im Hintergrund dessen schwingt allerdings immer das Bewusstsein mit, dass ein derartiger Optimismus harte Arbeit und die Überwindung vieler Hindernisse bedeutet. Man hat sich bei diesem Release wirklich Gedanken gemacht, man ist sich über vieles im Klaren geworden und man hat abschließend „Yes" gesagt. „Yes" zu einem neuen Album, „Yes" zum eigenen Stil und „Yes" zum neuen Selbstbewusstsein und zur Rückbesinnung auf die eigenen Stärken, so dass mir abschließend nur übrig bleibt, mit einem „When I Was Through Listening, I Said Yes" zu schließen.

Yellowcard
When You're Through Thinking, Say Yes
Hopeless / Soulfood

7/10 Autor_innenwertung, 9/10 Leser_innenwertung

Yellowcard sind am 16. August beim poolbar-Festival in Feldkirch zu Gast.
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