Poolbar Blog

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Ursula Stressned

Unter dem Titel "Ursula Stressned" steht dieses Jahr am Eröffnungsabend der Mainfloor der poolbar mit pratersauna – mit allen, die in der Wiener Szene Rang und Namen haben. Der Titel bezieht sich auf jenes Video, das als Antwort auf das Video zum Sommer- und Clubhit „Barbra Streisand" von Duck Sauce zum YouTube-Phänomen wurde. Unter Mitwirkung von - neben anderen - Hennes Weiß und Stefan Hieß, den beiden Pratersauna-Betreibern, sowie den Musiker_innen Flo Scheibein, Zuzee, Mel Merio, Sammy Zayed oder Patrick Pulsinger wurde mit dem Video auf humorvolle Weise von Ursula Stenzel eine deutliche Verlängerung der Wiener Sperrstunde verlangt. Alle genannten bespielen – gemeinsam mit weiteren Szenegrößen – die Floors der Pratersauna und bekräftigen ihre hedonistische Forderung nach exzessiven Partynächten internationalen Maßstabs.

Auf FM4 gab es dazu einen schönen Artikel – Hintergrundinfo galore!

Ursula Stressned
von Daniela Derntl, erschienen auf fm4.orf.at


Die Formation "Copy_Paste" bringt mit ihrem DIY-Video die Diskussion über die Sperrstunden ins Rollen. Medien von ZIB bis Krone berichten über die Guerilla-Aktion, Ursula Stenzel fühlt sich geschmeichelt und das zuständige Magistrat wartet ab.

Gotta Go Home

"Ursula Stressned", die Wiener Version von "Barbra Streisand" basiert auf Boney M.s "Gotta Go Home", was wiederum auf den deutschen Schlager "Hallo, Bimmelbahn" von Nighttrain zurück greift. Ein Sample, das sich ähnlich zäh durch die Jahrzehnte zieht, wie das Sperrstunden-Dilemma.Und als hartnäckiger Ohrwurm nervt, wie die Causa an sich.
Geh weg! Geh heim? Geh Bitte!

Wien fährt lieber "Nighttrain" als die 71er, hat die Coolness-Props vom De-Bug Magazin (Wien, Berlin, eh schon wissen), die spannendste Club-Bespielung seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 881 und eine facettenreiche Szene, die sich lieber selbst, als das Licht einschaltet.
Gründe und Zeit genug, um Wien endlich im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen.

Uschi, can you hear me

Ursula Stenzel ist geschmeichelt, dass man sie an Stelle von Barbra Streisand für diesen "Crasher" verwendet hat. Sie ist bekennender Streisand Fan und es wurden ihr auch schon Ähnlichkeiten mit der Schauspielerin und Sängerin nachgesagt.

Genauso wie das Kollektiv "Copy_Paste" verlangt Ursula Stenzel eine Reform des Sperrstunden-Gesetzes. Allerdings ist sie nicht für eine Liberalisierung, sondern für eine Verschärfung der Regelung, die keine Clubs in Wohngegenden erlaubt. Sie spricht sich für einen Flächenwidmungsplan aus, der festlegt, in welcher Lage Lokale mit längeren Öffnungszeiten aufsperren dürfen. Grundsätzlich versteht sie das Bedürfnis "Abzuschalten und Abzushaken", allerdings nicht auf Kosten der steuerzahlenden Anrainer, die unter den Lärmproblemen leiden. Doch Ursula Stenzel ist als Bezirksvorsteherin von Wien 1 genaugenommen auch gar nicht für die Sperrstundenregelung zuständig.

Diese obliegt der MA63 (Magistratsabteilung für Gewerbewesen). Dort zeigt man sich über die Forderung des Videos überrascht, denn laut Abteilungsleiter Wolfgang Magesacher hat noch niemand eine neues Sperrstundengesetz von der Behörde gefordert.

Der entsprechende "Anlassfall", der die Magistratsmühlen in Bewegung setzt, wird erst dann eintreten, wenn eine Interessensvertretung oder ein Sozialpartner wie die Wirtschaftskammer Änderungen beantragt. Je nach Argumentation und Konsensmöglichkeit reagiert die MA63 auf die Vorschläge und bereitet eine entsprechende Novelle zur Gesetzesänderung vor. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat dann Landeshauptmann Michael Häupl bzw. die für das Ressort zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (Abteilung: Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal).

Laut ihrer Pressesprecherin, Gabriele Philipp ist es unmöglich, die Sperrstunde für alle Lokale in Wien auf 6 Uhr auszuweiten, da man die Bedürfnisse der Anrainer berücksichtigen muss. Sie betont, dass keine Behörde wegen eines noch so toll gemachten Videos aktiv werden kann und verweist wie Wolfgang Magesacher auf den notwendigen "Anlassfall". Doch beide signalisieren Gesprächsbereitschaft und die zuständige MA63 wird die weiteren Geschehnisse in dieser Causa beobachten und abwarten.

Die momentane Sperrstunden-Verordnung stammt aus dem Jahr 1998 und wurde das letzte Mal vor zehn Jahren geändert. Für Diskotheken, Clubs und Bars gilt die 4 Uhr Sperrstunde, mit einer Sondergenehmigung dürfen sie bis 6 Uhr offen haben. In Wien erteilt die Polizei diese Sondergenehmigungen - allerdings nicht allen Lokale, wie z.B. das Flex am Donaukanal, das seit Jahren um eine Verlängerung kämpft. Doch nachdem die Beschwerden rund um das Flex im letzten dreiviertel Jahr zurückgegangen sind, könnte sich Ursula Stenzel (auch wenn es nicht in ihren direkten Entscheidungsbereich fällt und sie keine persönliche Freude damit hat) einen Pilotversuch vorstellen: In einer Testphase von 2 Monaten könnte man sich dann anschaun, wie sich eine Verlängerung der Sperrstunde auf das Flex und seine Umgebung auswirkt.

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