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WhoMadeWho: Brighter

INTRO / LARA MALM

Jeder Song ist zugänglich wie ein Raver auf Pille, aber auch substanziell wie eine Vorlesung zum Thema Popkultur.

Fetzig, funkig, facettenreich - warum um die heiße Katze reden? Die Dänen WhoMadeWho geben auf ihrem dritten Album vielschichtige Arrangements raus, deren Tanzbefehl sich kein vernünftiger Mensch entziehen kann. Was beim Vorgänger »The Plot« soundtechnisch noch leicht zurückgehalten wurde, kommt jetzt zur vollen Geltung. Dabei bleiben sie dem partyerprobten Electro-Style treu, nuancieren nur weiter ihren Musik-Fundus aus Seventies-Disco, Ambient und Electro.

Spielerische Samplings und Funk-Grooves unter dem Banner treibender Melodien ergeben den ultimativen Soundtrack für lange Clubnächte. Jeder Song ist zugänglich wie ein Raver auf Pille, aber auch substanziell wie eine Vorlesung zum Thema Popkultur. Radiotaugliche Dance-Hits (»Inside World«) und experimentell Behauchtes (»Never Had The Time«) halten das Niveau durchgehend hoch. Stagnation? Fehlanzeige. Die Frage bleibt, ob das Potenzial bereits ausgeschöpft ist oder ob danach noch mehr kommt. Wir fiebern weiter mit. Warum? Weil's sich lohnt.

In drei Worten: Fette / Electro / Beats

http://cdn.stereogum.com/files/2012/02/WhoMadeWho-Brighter-608x608.jpg

THE GAP / MORITZ GAUDLITZ

Who Made Who haben den Hype um Neo-Postpunk, Nu Rave und Co überstanden, sind noch immer im Partymodus und schreiben eine Hymne.

Ein Album mit dem absoluten Hit der Platte zu beginnen, ist gewagt. Es können ca. zwei Dinge passieren. Erstens: Man ist komplett hin und her gerissen und erwartet nach dem Hit noch viel bessere, wird aber enttäuscht, weil es schwierig ist einen Hit, mit noch mehr Hits zu toppen. Die zweite Möglichkeit sieht so aus: Der erste Song haut einen vom Hocker und die darauffolgenden schaffen es trotzdem die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen und diesen nicht zu langweilen. Zweiteres macht "Brighter", die neue Platte des dänischen Elektro-Pop-Trios Who Made Who. Die kopenhagensche Gomma-Gang besteht aus Tomas Barfod, eigentlich Schlagzeuger und Produzent elektronischer Clubmusik, Tomas Høffding, dem Bassisten und Sänger, auch unter dem Pseudonym Bon Homme bekannt, und Jeppe Kjellberg (Gitarrist, Sänger).

"Inside World", so der erste Song des Albums, bahnt sich schnell seinen Weg zur Hymne. Ein klassischer pulsierender Bass-Synthie, eine leicht zum Ohrwurm mutierende Hookline, dazu die warmen, uns allen bekannten Stimmen der beiden Sänger Hoffding und Kjellberg. 3:37 Minuten sind vorbei. Was nun? Geht's da so weiter? Schaffen sie das? Ja, aber etwas ruhiger, jedoch spannend. Das Album ist durchweg elektronisch, wieso auch nicht? In "Greyhound" werden die Synthesizer zu Flächen, die Bässe lösen sich auf und die schnellen Gitarrenriffs machen den Song noch schneller, als er eigentlich ist. Interessant ist auch, dass fast jeder Song des Albums einen Refrain hat, den man nicht erwartet. Es entstehen somit teilweise zwei Songs in einem. Die ruhige Nummer gibt es nicht, braucht es sie? Ja, sie wäre zum Pausieren gut. Denn wenn man den persönlichen Partymodus gerade einmal ausgeschaltet hat, wird es etwas anstrengend, da das Tanzbein unterbewusst weiter zu den manchmal zu sehr ravigen Sounds schwingen will.

Die Musik der Dänen ist auf eine gewisse Art zeitlos. Jetzt, wo die Kitsuné-Ed-Banger-Paris-Electro-House-Zeit irgendwie vorbei scheint, gehen Who Made Who immer noch ein wenig in diese Richtung. Sie ist und bleibt aber dennoch cool. Kompakt goes Gomma.

WhoMadeWho am 18. August beim poolbar-Festival!

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