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Soundsnoise Festival 2012

Das Soundsnoise Lineup ist auch dieses Jahr ein Durcheinander aus Sounds und Experimenten. Jeder einzelne Abend ist ein vierstündiges Hörerlebnis, das Seinesgleichen sucht. Zusätzlich zu den drei Musikabenden haben die Veranstalter_innen erstmals einen prominent besetzten Theorieabend mit Soundlectures und Diskussion im Programm. Das Thema: Retromania! Mit dabei: Christina Nemec, Didi Neidhart und Max Dax. Kommet und höret - von 16. bis 19. Mai im Spielboden Dornbirn Ein paar poolbar-Täter_innen sind zurück im Ländle!

Mittwoch, 16.Mai

Elektro Guzzi (A)
Sie waren die große Entdeckung des letztjährigen Soundsnoise-Festivals. Die drei Herren, die auf unglaubliche Weise einen mitreißenden Technosound komplett von Hand spielen, sind die Stars des Eröffnungsabends! Vor kurzer Zeit haben sie übrigens beim Eurosonic Festival im holländischen Groningen den «European Border Breaker Award» gewonnen.



Budam (Färöer Inseln)

Budam ist ein großer Künstler von den Färöer Inseln, mit großen Songs und viel Charisma. Er ist Sänger, Songwriter, Schauspieler und Theaterkomponist. Seine Auftritte sind ungezähmt und doch nuanciert, mit tiefer, verführerischer Stimme, die von animalischem Grollen zu sinnlichen Seufzern reicht.

A Thousand Fuegos (A)
Matthias Peyker tritt als «A Thousand Fuegos» an, um sich im Alleingang zur Band mit Elektronik-Krimskrams, Gitarren und teils recht unkonventionellen Klangerzeugern zu multiplizieren. Das, was der Wiener da seinem Schlafzimmerstudio entfleuchen lässt, wirkt so unverkrampft wie inspiriert.



Tera Melos (USA)

Die Band, die Math-Rock auf ein neues Level gehoben hat. «Tera Melos» aus California brechen Konventionen nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern spielerisch im Vorbeigehen, jederzeit zum Umdrehen bereit. Ambitionierter kann Math-Rock kaum klingen. (Math-Rock: Abgeleitet von Math, englische Kurzform von «Mathematik» ist ein im Progressive Rock verwurzelter Musikstil und zeichnet sich durch komplexe, atypische rhythmische Strukturen, abgehackte Melodien, Riffdominanz und dissonante Akkorde aus.)

Donnerstag, 17. Mai

Retromania!
Nostalgie, Sampling-Kultur und Retromania: Recycelt sich die Musik zu Tode? Der britische Kritiker Simon Reynolds hat mit seinem Buch «Retromania. Pop Culture's Addiction to its own Past» eine hitzige Diskussion losgetreten. Ist die Pop-Musik am Ende, weil sie sich immer drastischer auf ihre Vergangenheit bezieht? Bleibt die Zukunft des Pop auf der Strecke? Oder war früher wirklich alles besser? Ihre Antworten auf diese Frage präsentieren in Form von Soundlectures und anschließender Diskussion: 
Christina Nemec, Labelbesitzerin und Musikerin aus Wien. 
Didi Neidhart, Autor und Chefredakteur der Musikzeitschrift Skug
Max Dax, Journalist und Publizist
Moderation: Jürgen Thaler

Freitag, 18.Mai

Tanz Baby (A)
Ausgerüstet mit Wiens feinster Croonerstimme, nostalgischer Heimorgel und Hang zum Melodram haben sich Tanz Baby! mit dem stilprägenden Debutalbum «Liebe» und ihrem untrüglichen ästhetischen Gespür ihr eigenes Genre geschaffen. Mit «Staub oder Stern» stellen sie nun ihr zweites Album auf dem Festival vor. Es ist alles da, was «Tanz Baby» seit Beginn an besonders macht: betörende und dennoch zwanglose Texte und ein zum Teil schräges Instrumentarium tragen die markante Stimme von David Kleinl durch die eingängigen Songs von Songwriter und Sound-Wizard Kristian Musser, der auf «Staub oder Stern» wieder große Melodien in knisternde Popsplitter gießt. Während auf «Liebe» das Tempo noch bewusst gedrosselt wurde, dürfen es jetzt schon auch mal echte Uptempo Kracher sein, in denen ihre charakteristischen Vintagedrums die Heimorgel munter vor sich her treibt.

78plus (A)
Immer wieder tauchen sie bei auf. Ob in den Theaterstücken des Aktionstheater Ensembles, in Martin Grubers Salon d´Amour, vor einer Stummfilmleinwand am Augartenspitz in Wien oder auf der Spielboden-Konzertbühne. Das Kollektiv aus Computermusikern, Instrumentalisten und Visualisten, das als Ausgangsbasis für die Arbeit eine umfangreiche Schellackplatten-Sammlung verwendet, entwirft mit Samples aus dieser «Klangbibliothek» neue Tracks. Das Ergebnis: Chanson und Schlager, Diskurspop und Drum'n'Bass geben sich ein geniales Stelldichein.

ENO (CH)
ENO aus Zürich spielen Instrumentalmusik und jonglieren geschickt mit Elementen aus Postrock und Ambient. Dass auch Männer in der Lage sind, erfolgreich Multitasking zu betreiben, beweisen Ivo Münger und Christian Mikolasek mit ihrem Arsenal aus Instrumenten und Effekten auf eindrucksvolle Weise. Elegant verweben sie Klangschicht um Klangschicht zu einem dichten Sound, wobei die Zwei zu keinem Zeitpunkt wie ein Duo, sondern vielmehr wie ein Quartett klingen. Aufbauend, ausufernd und extrem anziehend, das ist die Welt von ENO.

I Wanna Boogie With You (A)
Das Wiener Post-Funkcore-Trio «I Wanna Boogie With You» macht keine Umwege. Mit 60s Orgel, Schlagzeug und Bass wird eine gewaltige Soundwalze losgetreten, der man sich nicht entziehen kann. Im Geiste des Post-Rock setzt sich das Trio über die konventiollen Songstrukturen hinweg. Doch dieser wilde Sog kann sich nur entwickeln, wenn die Musiker dahinter, ihr Handwerk wirklich verstehen.

Samstag, 19.Mai

FM Einheit & Irmler (D)
Es darf von einem historischen Zusammentreffen zweier deutscher Musiker gesprochen werden, wenn Hans Joachim Irmler auf FM Einheit trifft: Hier geht es um zwei lärmende Urgesteine der experimentellen Musik. Irmler ist Begründer der Krautrockgruppe «faust» und hat sein Orgelspiel seit den frühen Siebzigern immer wieder neu erfunden und manifestiert. FM Einheit sorgte mit den «Einstürzenden Neubauten» zehn Jahre nach den frühen «faust» für internationale Aufmerksamkeit. Die Energie von FM Einheit und die Art, sein Set komplett aus metallenem Schrott und anderen gefundenen Materialien zu bauen und auf der Bühne zum Klingen zu bringen, ist stilbildend.

Broken Heart Collector (A, Slo)
In «Broken Heart Collector» geben sich fünf der speziellsten Vertreter unausgesteckter Pfade die Klinke in die Hand, hat sich gefunden, was zusammen gehört: Vokalkünstlerin Maja Osojnik, die von Black-Metal-Gegrowle bis zu slowenischen Volksliedern sämtliche Stücke beherrscht und wegen dieser Spannbreite auch in einer Vielzahl verschiedenster Combos aktiv ist (rdeča raketa, maja osojnik band, frufru, subshrubs); Bassklarinettistin Susanna Gartmayer, ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, bekannt aus Gruppen wie «When Yuppies Go To Hell», dem «Gemüseorchester» und der hiesigen Improvisationsszene mit all ihren verschiedenen Gesichtern; und dann wären da noch «Bulbul», die das klassische Rock-Line-Up (Bass, Gitarre, Schlagzeug) seit Jahren dazu verwenden, um es bis über die Grenzen hinaus zu treten und sowohl konzeptuelle Umweltgeräuschplatten wie auch die cleversten Schweinerockknaller hochgehen zu lassen, die im Bereich des Unmöglichen liegen.

Andy Dixon (Can)
Der in Vancouver lebende Andy Dixon alias Secret Mommy ist Visual Artist, Ex-Punkrocker, Betreiber des Labels Ache Records und experimenteller Elektronikmusiker. Aus Samples von Umweltgeräuschen, der Musik von Pop-Größen wie Pink oder Shania Twain und sphärischen Klängen generiert er überraschende und propere Experimental-Popsongs.

Crazy Bitch In A Cave (A)
Eine wirklich schön schräge, verdrehte und eigenwillige, gleichzeitig aber auch sehr glamouröse und kunstvolle Version von Elektropop, das ist die Musik von «Crazy Bitch in a Cave». Irgendwo zwischen 80er Jahre Pop-Zitaten und modernen experimentellen und avantgardistischen Kunstmusikentwürfen wandelnd, entwirft Patrick Weber, so der bürgerliche Name dieses ungewöhnlichen Künstlers, einen höchst eigenständigen Sound, der in dieser Form hierzulande nur selten zu hören ist. Vielschichtig, facettenreich, unvorhersehbar, extravagant und variantenreich.

http://stopspot.servus.at/2011/bandpics/CRAZY_BITCH_IN_A_CAVE-small.jpg

Soundsnoise Festival
16. bis 19. Mai 2012
Spielboden Dornbirn
spielboden.at

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