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Nachschau: The Whitest Boy Alive

Alles muss live eingespielt werden, nichts darf im Nachhinein hinzugefügt werden und auch Effekte sind Tabu – so das Credo von The Whitest Boy Alive, die gestern in der Halle des poolbar-Festivals gastierten. Anna Attar alias Monsterheart eröffnete den Abend und unter dem Schirm der Red Bull Music Academy sorgten Wavetest und Kejeblos für den richtigen Ausklang.

The Whitest Boy Alive – Das große Mitmachen
Text von Timo Posselt

Während die Wienerin Monsterheart im Nachthemd schon mal mit kindlichen Indie-Popnummern für die große Tanzsause einstimmt, füllt sich die Halle des Alten Hallenbades langsam. Ein gut durchmischtes Publikum ist es und ja, es hat jemand eine noch ulkigere Brille als Whitest-Boy-Alive-Sänger Erlend Øye.

Dann geht's es auch schon los: Der genannte Øye scheint überaus gut gelaunt und stellt erstmal mit skandinavischem Charme die Band vor. Es folgt ein Medley aus bekannten Songs wie "Keep A Secret" und "Fireworks". Das tröpfelt ein wenig dahin und zieht erst nach dem dritten Song an.

Den angekündigten Afrika-Einschlag hört man aus dem neuen Stück deutlich raus: Das Keyboard klimpert wie aus dem tiefsten Soweto. Man kann also gespannt sein, auf das neue Album, das auf 2013 angekündigt ist. Das Volk in der Mitte vor der Bühne tanzt schon ordentlich mit und vereinzelt sieht man gar eine Techno-Hand, die den Beat mitpumpt. Daniel Nentwig am Keyboard erklärt dann wie man bei "Upside Down" mitzusingen hat. Und das hat gewirkt: Aus hunderten Kehlen erklingt die frohe Melodie des neuen Afro-Pop-Songs.

Nun folgt eine kleine Publikumserhebung: Øye fragt die Leute nach ihrem Wohnort. Von Feldkirch, Salzburg und Wien möchte niemand wirklich sein. Doch bei "a small village" brüllt die ganze Halle. Anhand des polnisch-stämmigen Bassisten Marcin Öz erklärt Øye weiter die Geschichte der Teilung Berlins. Man kann sich dem Charme des Norwegers kaum entziehen. Trotzdem fordern vereinzelte Zurufer wieder Musik und die folgt gleich. In "Gravitiy" singen Bassist und Sänger im Duett und nun scheint der Funke endgültig übergesprungen zu sein: Zu "1517" wird gehüpft und trotz der Hitze wie wild getanzt.

Bei "Island" fühlte man sich kurz ans Mogwai-Konzert vorversetzt. Das Strobo-Licht flackert und die Band baut aus Gitarren und Schlagzeug eine kleine Wand auf. Doch bald findet man sich wieder in dieser großartigen Tanz-Wolke, die sich "The Whitest Boy Alive nennt". Kurz darauf klingt es wie an einem Reggae-Konzert. Als Øye, offenbar angestachelt vom singfreudigen Publikum, in bester Marley-Manier den Rasta-Sing-Sang macht. Eine Stunde ist vorüber und die Band geht von der Bühne, um wenig später das Publikum in der kreativen Prozess des Jammens einzuladen. Und das macht dankbar mit. Man soll als Zuhörer_in die vorgesungene Melodie irgendwo im Song unter bringen. Am Ende läuft es darauf aus, dass eine Gruppe Stadion-erprobter zum Schluss des Songs einfach weiter singt. Øye, ganz Skandinavier, bleibt vom Vorstoß der Minderheit völlig unbeeindruckt und lässt erstmal mit Einbezug rechts- und links-außen darüber abstimmen. Am Ende ist er überzeugt und die große Tanzsause geht weiter. Überzeugt ist auch die Meute - ein tolles Konzert.

Matthias Rhomberg hat einmal mehr Fotos gemacht, die es auf unserer Galerie zu sehen gibt und in kürze auch wie alle anderen Festivalfotos im Shop erhältlich sein werden!

http://poolbar.at/system/asset/filename/10028/Monsterheart_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_008.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/10036/The_Whitest_Boy_Alive_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_011.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/10043/The_Whitest_Boy_Alive_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_019.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/10040/The_Whitest_Boy_Alive_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_016.jpghttp://poolbar.at/system/asset/filename/10047/The_Whitest_Boy_Alive_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_023.jpg
Und auch das Video zum Abend wird in kürze an dieser Stelle zu sehen sein!

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