Poolbar Blog

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Nachschau: Gogol Bordello

Gestern gastierte das Gypsy-Punk-Cabaret um Eugene Hütz beim poolbar-Festival und produzierte mit kräftiger Unterstützung der Morbidelli Brothers genügend heiße Luft, um eigentlich jede_n gleich von der laufenden Petition bzw. dem Crowdfunding-Projekt zu überzeugen. Veganes Vespern tischte als Stärkung vor dem Konzert veganes scharfes Gulasch auf und DJ Boris Smirnov sorgte für die musikalische Untermalung.

Na Zdrowie!
Text von Lukas Ortner

Schon wie letztes Jahr und bei so gut wie jedem Feldkirch-Besuch gab's mal wieder Probleme mit den Öffis. Der daraus resultierende Stress musste so schnell wie möglich abgebaut werden. Was gibt's da Passenderes als das poolbar-Festival? Genau: Gogol Bordello.

Durch das längere Anstehen als gedacht hastete ich gerade zum Schluss des ersten Songs der Morbidelli Brothers in die Halle. Durch den mehr als pünktlichen Beginn war der Besucher_innenandrang zunächst spärlich. Schade, die fünf Musiker aus Wien gaben trotzdem Gas. Bei einer Band wie dieser ist es immer schwer, sie zu beurteilen. Den Sound hat man schon mal gehört, trotzdem ist da dieses gewisse Extra, das nicht mehr aus dem Kopf will. Ob es bei den Morbidelli Brothers an den extravaganten Persönlichkeiten, der einprägenden Stimme oder dem Mix aus treibendem und ruhigem Sound lag, sei dahingestellt. Spätestens mit den zwei letzten Nummern machten sie jedoch dem nun aufmerksam gewordenen Publikum Lust auf mehr. Et voilá. Das gabs auch gleich.

Das Gypsy-Punk-Cabaret Gogol Bordello betrat nach kurzer Umbaupause (wieder so ein pünktlicher Beginn) die Bühne der nun gerammelt vollen Halle. Der Schweiß stand nicht nur auf der Stirn und als Eugene Hütz (mit bürgerlichem Namen Jewgenij Alexandrowitsch Nikolajew, oder Евге́ний Алекса́ндрович Никола́ев. So.), seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Band, die Bühne betrat gab es kein Halten mehr. Das Szenario erinnerte mich stark an die letztjährige Show von FM Belfast, ging es dort aber doch eine Spur ruhiger zu. Bands wie Mau Mau, die Leningrad Cowboys, Ska P und Russkaja schossen mir durch den Kopf - und ich sah das alles vereint in einem, mit einem Schuss Rotwein. Die 7 Musiker_innen heizten von der ersten Minute an ein und machten dem diesjährigen poolbar-Thema alle Ehre. Als Bühnenbild eine Steinschleuder, schmissen sie mit eingängigen Beats zwischen Punk, Dub und Gypsy-Musik nur so um sich, animierten mitzusingen. In der Mitte der Show gab es dann auch an der Gitarre kein Halten mehr und so sprang/rannte Hütz mit Mikrofon und Rotwein bewaffnet von einer Seite der Bühne zur anderen, verlangte nach Circle-Pits, schüttete das Publikum durch kreisförmige Gesten voll. Ohne Circle-Pits, das er nur kurz und spaßhalber mit „Are you stupid?" kommentierte, ging es mit noch mehr Druck weiter. Das Multikulti-Kollektiv von Gogol Bordello weiß was es heißt, eine gute Show abzuliefern. Sputink lässt grüßen und so wechselten die Songs vom Englischen ins Russische und zurück, immer wieder verstärkt durch die spanischen Shoutings von Pedro Erazo, dem kleinen Mann an den Percussions.

G.B.s selbsternannter "hardcore romanticism" funktionierte auf jeden Fall, ließ kein T-Shirt an und keine Stirn trocken.

Uns bleibt noch zu sagen: Na Zdrowie! Skol! Cheers! Salute! Prost! Und bis zum nächsten Mal.

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Wie immer sind die Fotos von Matthias Rhomberg und können vollständig in unserer Galerie angesehen werden!

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