Poolbar Blog

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Wer „indie“ sein will, der braucht Sponsor_innen

„poolbar commercialized 2.0" - Das war einer der Kommentare auf vol.at, als bekannt wurde, dass wir das Konzert von Marilyn Manson, das quasi auf der Stelle ausverkauft war, ins Messestadion Dornbirn verlegen würden und so für zahlreiche zu spät Gekommene wieder Karten verfügbar waren. Auf die Verlegungsthematik wollen wir an dieser Stelle aber gar nicht lange eingehen, das ist längst gegessen. Viel interessanter ist die Tatsache, dass dem poolbar-Festival Kommerzialisierung vorgeworfen wurde. Wir erläutern, warum es ziemlich absurd ist, das als Vorwurf zu formulieren.

Und zwar ist es nicht absurd, weil sich das poolbar-Festival ohnehin sehr offensichtlich den Luxus leistet, viel Geld für zahlreiche Projekte zu investieren, die keinen „Return of Investment" erwarten lassen: Brutkasten, Support Acts, Gratis-Konzerte, Jazzbrunches, Kunstwettbewerb, Grafik - ja selbst eine jährlich neue, sauteure Architektur. Absurd ist der Kommerzialisierungsvorwurf vielmehr deshalb, weil man sich als Veranstalter_in, wenn man einen Weltstar wie Marilyn Manson bucht, mit einer bis ins kleinste Detail durchkommerzialisierten Industrie konfrontiert sieht. Hier wird beinhart kalkuliert - egal ob im kleinen Alten Hallenbad oder im großen Messestadion. Und: Seit sich die „commercialized 2.0"-Beklagenden ihre Musik gratis aus dem Netz saugen, ist der Kapitalisierungsdruck auf den Livesektor geradezu explodiert - die Zitrone wird noch mehr ausgepresst. Und jetzt kommt´s aber erst: Im (früher) so genannten „Independent"-Bereich hat dieser Mechanismus auch längst Fuß gefasst. Wir bewegen uns in einem durch und durch professionellen und also kommerzialisierten Umfeld. Daher: Wäre die poolbar nicht commercialized 2.0, wäre sie tot 1.0.
Und weil wir Wert darauf legen, dass in diesem Umfeld die gute Arbeit möglichst aller Beteiligten fair entlohnt wird, gibt es im poolbar-Team auch keine Ehrenamtlichen, jeder erhält (relativ) guten Lohn für gute Arbeit. Das kostet und erhöht den finanziellen Druck weiter. Gleichzeitig wird das poolbar-Festival von Medien und Gästen gerne Independent-Festival genannt. Das ist natürlich insofern noch absurder, als wir uns in einem riesigen Geflecht von Abhängigkeiten bewegen. Von der Booking-Agentur bis hin zum Brezel-Lieferanten: alle wollen von uns einen Beitrag zu ihrem Lebenserhalt.
Zwar versuchen wir mit ziemlichem Erfolg, in der Gestaltung des Festivals möglichst frei und unabhängig zu sein, uns nicht vereinnahmen zu lassen und uns nicht (nur) am zu erwartenden finanziellen Plus einer Veranstaltung zu orientieren, sondern Dinge zu tun, die uns und den poolbar-Gästen Freude bereiten, die uns das Gefühl geben, etwas Sinnvolles zu tun. Insofern sind wir natürlich verdammt „independent". Aber das ist nur möglich, weil wir uns - unter Wahrung unserer Souveränität - den neuen Marktanforderungen stellen, Partner_innen ins Boot holen, netzwerken.
Daher behaupten wir: Die Parameter haben sich radikal geändert: Wer heute „indie" sein will, braucht dafür Sponsoren. Und wir wiederholen aus Überzeugung einen schönen Satz aus dem poolbar Magazin 2011: „Ihr seid dynamisch und schön, Ihr poolbar-Partner_innen!" Unsere Partner_innen schreien nicht: „Hier bin ich!", sondern flüstern den poolbar-Gästen dezent ins Ohr: „Da, schau, das schenke ich dir" - und so ganz nebenbei legen sie mit ihrem Sponsoring (neben Gastro- und Eintrittseinnahmen sowie 15% Förderungen) die Basis für die Existenz des Festivals. Hier ein paar Beispiele für gelungene Partnerschaften:

Wir sind Art & Design
Eine besonders enge, weil stimmige Partnerschaft entwickelte sich in den vergangenen Jahren mit der Feldkircher Messe ArtDesign: Gemeinsam wurde der poolbar style award ausgeschrieben und juriert, und die ArtDesign hat nicht nur den Publikumspreis gestiftet, sondern lädt die Gewinner_innen des Jurypreises auch ein, sich und ihre Arbeiten auf der kommenden ArtDesign (im November 2012) zu präsentieren - was übrigens auch das poolbar-Festival selber mit dem poolbar style und der poolbar architektur machen darf.

Wir sind Programm
Unsere Kontakte zu den Nachbar_innen in Liechtenstein werden immer besser - und was sich dort seit einigen Jahren kulturell entwickelt, lässt uns staunen. Alleine schon das unfassbar gute Morgenlandfestival: Respect! Kein Wunder also, dass wir die Zusammenarbeit mit diesen inspirierenden Initiativen gesucht haben. Und die Kulturstiftung Liechtenstein wiederum hat das bemerkt und unterstützt uns jetzt. Danke!
Auch mit dem Kunstmuseum Liechtenstein kooperieren wir erneut eng - die 2-tägige Aktion „Schöne Zeiten" ist im besten Sinne Grenzen überschreitend.
Red Bull beschert uns nicht nur 2 spektakuläre Abende (am 13.7. die Whitest-Boy-Alive-After-Show-Party im pool und am 27.7. Photek), sondern unterstützt auch die DJ-Kultur im Kleinen mit der Red Bull Sound Terrace am frühen Abend ab 20 Uhr.
Der Essenz des poolbar-Festivals sehr nah ist der VLOW!-Kongress in Bregenz im Herbst. Wir vergeben 2 Tickets im Wert von je EUR 450.- dafür und empfehlen aber auch den Nichtgewinner_innen einen Besuch im Festspielhaus, alleine schon wegen Daniel Libeskind.
Kooperationen mit dem Kunsthaus Bregenz (Filmabend am 3.8.) und der ArtBodensee (spannende Kurzfilme im Kinovorprogramm) komplettieren den Reigen noch lange nicht - zahlreiche weitere Kultur-Kooperationen ziehen sich durch das ganze Festival.

Wir trinken
Zunächst empfehlen wir den Konsum unseres Herzeigedrinks „Kinderkoma". Frisches, kühles Wasser aus Vorarlberg mit einer Zitronenscheibe - und gratis an jeder Bar. Wer Durst hat, soll ihn bei uns immer stillen können. Aber wir haben auch Flüssiges mit Geschmack und fürchten uns nicht vor Alkohol.
Die weitreichendste Änderung ist hier sicherlich die Partnerschaft mit Ottakringer - wobei wir beim Festival poolbar mit pratersauna in Wien ja schon länger kooperieren, wir kennen und mögen uns also „scho a Zeitl". Weil wir ein urbanes, offenes Publikum haben, fürchten wir uns nun auch im Westen nicht vor „Aber wir sind in Vorarlberg!"-Rufen, sondern lassen den ausgezeichneten Gerstensaft für sich sprechen: Ottakringer schmeckt. Außerdem gibt´s nun endlich auch Bio-Bier bei uns.
Und das Team aus Wien hat gleich einmal gezeigt, wo der Bartl das Bier holt: Damit beim Manson-Konzert im Messestadion alles flutscht, reisen die Ottakringers mit einem kompletten Team für den Auf- und Abbau an; und weil sie schon da sind, stellen sie sich gleich auch selber an den Zapfhahn. Boah! Danke!

Wir fahren
Aber auch in viel profaneren Bereichen freuen wir uns über ideale Kooperationen:
Opel stellt uns nicht nur einen schicken Flitzer für ein Wochenende zum Verlosen zur Verfügung (siehe Verlosungsseite), sondern auch - und das hilft wiederum speziell unseren Marketing- und Bautenteams - einen Transporter für die Sommermonate. Im Gegenzug erhalten alle OPEL-Fahrer_inneneine Ermäßigung von EUR 5.- auf jedes T-Shirt beim poolbar style shop und können die Garderobe des poolbar-Festivals kostenlos benutzen.
Taximal bringt unsere Künstler_innen sicher zum Hotel und zu den Flughäfen in der Umgebung - aber auch die poolbar-Gäste können sich gerne in die prominent vorgewärmten Sitze fallen lassen: Tel. 05522/84200.

Wir sitzen
Auch die Partnerschaft mit der Volksbank wurde um zwei Jahre verlängert. Und gemeinsam haben wir eine sehr nette neue Idee entwickelt: Bei jedem Hallenkonzert vergeben wir unter allen, die ihr Ticket im Vorverkauf gekauft haben, 2 Gratis-Plätze für die „Volksbank". Die „Volksbank" ist eine Art Gartenbank im poolbar Architektur Stil aus Schalungstafeln. Wer dort sitzt, thront über der Masse, hat einen ausgezeichneten Blick auf die Bühne und wird vom poolbar-Team mit kostenlosen Drinks verwöhnt.

ZITAT: „Die poolbar ist aus dem österreichischen Kunst-, Kultur- und Festivalgeschehen nicht mehr wegzudenken. Wir sind stolz darauf, mit der Volksbank Vorarlberg als regional verankerter Partner das Publikum der poolbar auch 2012 wieder zu beflügeln."
Betr. oec. Gerhard Hamel, Volksbank Vorarlberg, Vorstand

Wir danken

In diesem Text sind längst nicht alle Partnerschaften erläutert. Im Namen aller und auch an alle anderen, die ihren Teil zum poolbar-Festival beitragen: Danke.

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