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nackt baden im pool: WhoMadeWho

oder "Das letzte WhoMadeWho-Interview vor dem Weltuntergang"

von Zora Beer

Ihr denkt bei Dänemark vielleicht an Wikinger und Pommessauce. Wenn ihr belesen seid möglicherweise auch an Hans Christian Andersen und daran, dass der kleinen Meerjungfrau im Halbjahrestakt der Kopf abgesägt wird. Wir erweitern euer dänisches Repertoire gerne um ein paar Informationen und stellen euch Jeppe und Thomas von WhoMadeWho vor, die uns erklärten wie man richtig nackt badet, was vom nahenden Weltuntergang zu halten ist und was Dostojewski mit ihrer Musik zu tun hat.

VICE: Es ist ziemlich warm hier drinnen. Vielleicht ziehe ich mir kurz was aus.
Jeppe: Ich würde mich ganz ausziehen.
Thomas: Ja, das mache ich auch immer so.

Interviews laufen immer sehr gut, wenn man nackt ist.
Jeppe: Davon kann man ausgehen. Ich habe es aber noch nie ausprobiert.

Wann wart ihr denn das letzte mal nackt baden?
Jeppe: Das ist nicht so lange her. So was macht man in Dänemark ständig im Winter. Einfach nackt ins kalte Wasser springen und dann in die Sauna. Das ist richtig gut. Irgendwann im Sommer gingen wir Nachts nackt baden und ein Freund von mir brachte sein Saxophon mit und er stand da nackt im Wasser und spielte. Das war genial. Was ist mit dir?
Thomas: Oh ich mach das ziemlich oft. Meine Eltern haben ein Haus weit draußen mit einem Pool und da gehe ich immer nackt baden. Die ganze Familie macht das. Das war wohl das letzte mal… nein warte. Das letzte mal nackt baden war ich an Weihnachten. Wie ein Wikinger. Zwei mal hintereinander. Der ultimative Kick.

Reden wir über Musik. Euer Album klingt sehr, sagen wir mal ... angesagt.
Jeppe: Findest du?

Ja. Ich meine ich liebe es und normalerweise stehe ich nicht so auf elektronische Musik. Ich gehöre zu dieser Gitarren Rock Fraktion.
Thomas: Das ist der Trick. Wir haben die Rock-Menschen ausgetrickst und so in die elektronische Welt geführt.
Jeppe: Die Sache mit Brighter – das Album, das wir jetzt rausbringen ist – ist, dass es zwar ziemlich elektronisch ist, es aber auf Songwriting der alten Schule aufbaut. Du nimmst einfach deine Gitarre und die Leute können sofort mitsingen.
Thomas: Nimm zum Beispiel ein paar der verrückteren Sachen von unserem ersten Album. Wenn man sie auf der Akustikgitarre nachspielen würde, würde das funktionieren und interessant und cool klingen, es wären aber keine Lieder, die man am Lagerfeuer spielen kann. Vom neuen Album könnte man locker alle Lieder nehmen, sie auf der Gitarre nachspielen und dabei am Lagerfeuer sitzen und jeder würde mitsingen.
Jeppe: Ja das war die Idee. Lagerfeuer.
Thomas: Wir machten zum Beispiel die Green Versions. So vor vier Jahren. Das sind Akustik Versionen des ersten Albums und die klangen ziemlich bizarr.
Jeppe: Ja, es klang sehr nach Avantgarde.
Thomas: Mit Brighter haben wir das jetzt genauso gemacht und die Akustik Versionen klangen nach einem Singer-Songwriter Album.

Mein Favorit auf dem neuen Album ist Below the Cherry Moon. Vor allem wegen der Lyrics.
Jeppe: Ein guter Freund von uns unterstützt uns mit den Texten. Der Text zu Below the Cherry Moon stammt eigentlich von ihm. Als wir ihm den Song dann schickten, wunderte er sich, denn er hatte eben diese Lyrics selber benutzt und völlig vergessen, dass er sie uns geschickt hatte. Und jetzt kommt quasi eine andere Version der gleichen Lyrics auf sein neues Album.
Thomas: Der Song hat generell eine lange Reise hinter sich, er begann als wir diese Session hatten, in der wir ungefähr tausend Titel aufnahmen für die Alben Knee Deep und Brighter, die zur gleichen Zeit entstanden sind. An dem Punkt hatten wir die Idee, eine Uptempo Nummer draus zu machen, so eine Art New Rave Song. Wir hatten also diesen hyperschnellen und unglaublich energetischen Song und der Chorus ging nur hudelli hudelli hudelli mit einem sehr hektischem Keyboard und dann ließen wir das Ganze und merkten, dass die Lyrics und die Melodie richtig gut waren. Also behielten wir das und machten eine neue Aufnahme. Eher einen Discotrack, der auch furchtbar war, also verarbeiteten wir die Lyrics und die Melodie zu einem dritten Track und das wurde dann sehr beatlesartig mit Synthesizern unterlegt.

Ihr spielt die Songs also live ein?
Thomas: Nein, nein gar nicht. Leute fragen uns immer, warum benutzt ihr eure Liveenergie nicht auf den Alben? Unsere Konzerte sind mehr Raves und unsere Alben sind eher ruhig und gelassen. Und ich glaube, wir haben das nie so wirklich gemacht, weil es durch die ganze Energie nicht mehr richtig klang. Mehr wie Franz Ferdinand auf Koks.

 

 

das ganze, lange Interview gibt es hier zu lesen.

Und für das poolbar-Konzert am 18. August gibt es noch Restkarten ! Vielleicht ja die letzten WhoMadeWho-poolbar-Restkarten vor dem Weltuntergang ...

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