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Review Donots live im Club Vaudeville

 Christoph Selner

Vor über zehn Jahren kam ich das erste Mal mit der Musik der Donots in Kontakt. Damals (2002) erschien gerade ihr drittes Album (Amplify The Good Times) und ich begann mich auch langsam dem deutschen Pop bzw. deutschen Bands zu widmen. Der Bandname der Donots wird immer wieder falsch ausgesprochen, sodass mir oft die Ohren schmerzen und deshalb soll dies zuallererst geklärt werden: Sie heißen Donots [dunots] und nicht Donuts, Dunuts etc.! Der Bandname kommt aus der Wortzusammensetzung von „do nothing“. Aus, fertig.

Am Samstag (6.10.) gastierten die Donots zum vierten Mal im Club Vaudeville und präsentierten ihr neuestes (und siebtes, wenn wir ab Better Days Not Included rechnen) Album auf ihrer aktuellen Tour. Ich hatte schon 2004 das Vergnügen, die sympathischen Jungs aus Ibbenbüren u.a. im Vaudeville zu sehen und zu hören. Die Donots, rund um die Gebrüder Ingo (Leadsinger) und Guido Knollmann (Gitarre), treten schon seit 1996 in derselben Formation auf. Auch nach dieser langen Zeit strotzen die Jungs voller Energie und Lust am Spielen. Viel hat sich nicht verändert, außer vielleicht, dass der Ticketpreis ordentlich anzog. Aber wieso denn nicht?

Der Club halb geöffnet, relativ voll. Als Vorband bemühte sich „Nothington“ mit ihrem härteren (Punk-)Sound das Publikum anzuheizen. Nett. Um Punkt 21.15 betraten dann die Donots die Bühne. Und es begann fulminant, orchestralisch und geladen. So wie ich es in Erinnerung hatte. Man sieht ihnen das Alter gar nicht an und das geben sie auch Kund: Den Kater vom Freitag tanzen wir/tanzt ihr weg, denn am Sonntag könnt ihr liegen (frei zitiert nach Ingo Knollmann). Gefällt mir! Und in dieser Art ging es über 100 Minuten weiter. Auch wenn es sich um die neueste CD-Tour handelte (Wake The Dogs), dauerte es über eine halbe Stunde bis sie Hits wie „Room with a view“, „Hero“ oder „Whatever happened to the 80´s“ spielten. Man merkt doch, dass sie in meiner (live) Absenz einige Alben herausgebracht haben und gut zwei Konzerte ohne die ersten drei Alben füllen könnten. Die neuen Alben der Donots sind solide, konsequent gut und auf einem ähnlichen Niveau. Doch leider schaffen es diese, nicht mehr an die ersten drei anzuknüpfen, leider. Diese Veränderung hört man, denn hierbei handelt es sich um einen Mainstream (Punk-)Rock, denn die Donots eingeschlagen haben. Aber sonst sind die Jungs gleich geblieben, und zwar auf dem Boden. Sie kommunizieren ständig mit dem Publikum und haben einfach Spaß beim Spielen. Definitives Highlight des Konzerts war die letzte Zugabe, gespielt mitten im Publikum. Sieht man heutzutage doch selten. Erwähnenswert ist noch ein Track „So Long“, welcher auf „Wake The Dogs“ zusammen mit Frank Turner aufgenommen und dem heuer verstorbenen Tony Sly (No Use For A Name) gewidmet ist.

Einziger (subjektiver) Wehrmutstropfen auf diesem Konzert: Die Donots fielen immer durch ihre (liberal-)politische Motivation auf. Ich vergesse nie den Moment am Rock am See (2002), als sie das Publikum aufforderten (und es dabei filmten), die Hände in die Höhe zu halten und den „Stinkefinger“ mit den Worten „Fuck you Edmund Stoiber“ zu zeigen (Anmk.: In Deutschland waren Bundestagswahlen). Eine schöne Geste, wenn man sich die Rhetorik Stoibers (z.B. gegen Homosexualität oder AusländerInnen) ansieht. Hier wäre eventuell mein einziger Kritikpunkt anzubringen, denn ich habe ihre politischen Statements vermisst.
Alles in allem war es, wie immer mit den Jungs, ein gelungener Konzertabend, sehr empfehlenswert! Dennoch bleiben für mich die Donots einfacher Pocket Rock, ganz stark Amplify The Good Times und ein bisschen We Got The Noise. Deutscher Punk-Rock von einer überaus liebenswürdigen Band.


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