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poolbar reloaded 2012: Truckfighters

Ist Radio Proton vor zwei Wochen noch ganz unverblümt-unverschämt mit euch ins Bett gestiegen, schreiben sie euch in dieser Woche die Partituren ganz so, wie sie es sich mit euch zwischen den dur- und moll-tönenden Bettlaken auch vorstellen würden: laut - dreckig - verschwitzt!

So und nicht anders kann das Konzert der Truckfighters am 2. August des heißlü(s)fternen Vorsommers mit drei kurzen Worten beschrieben werden. Sie meinen ja, es müsste in den Wörterbüchern dieser Welt schon jetzt unter dem Adjektiv legendär gesucht werden. Warum sie sich da so sicher sind? Ganz einfach: Weil sie dabei waren! Und mit Radio Proton ein bis auf den letzten Kriech- und Stehplatz vollgepferchter tobender Pool, der dem schwedischen (Stoner)Rocker-Trio im wahrsten Sinne des Wortes Paroli brüllte. Brennende Leidenschaft - pure Euphorie.

Und spätestens jetzt wisst ihr, was ihr im lauten, dreckigen, verschwitzten Stell-dich-ein zwischenmenschlicher Naturgewalten... oh, pardon: im Pool verpasst habt! Körperkontakt vorausgesetzt!!

Doch gemach gemach - Radio Proton wäre nicht poolbar_reloaded 2012, wenn sie euch da jetzt im akustisch-luftleeren Raum einfach so stehen lassen und euch lediglich eurer libidösen Phantasie übergeben würden:

Vorhang auf für das Stator'sche Vorspiel - Augen zu und durch: die Truckfightres nehmen euch ohne Rücksicht auf Verluste mit in eine musikalische Welt voll brachialer, lebendiger Perfektion. Mit Lust! Mit Spielfreude! Ehrlich! handmade!

http://www.truckfighters.com/images/weblogo.gif
Truckfighters

Rolling Stones, Rolling Bones. In Mainstream-Medien vergleicht man sie oft und gern mit Kyuss. In Stoner-Kreisen huldigt und ehrt man sie längst als die, die sie sind:

Nämlich eine unvergleichliche Band (wie jede andere). Das mit dem Vergleichen ist so eine Sache. Wahre Kenner_innen winken beim ganz großen Namen ohnehin ab - denn meist ist das jener, mit dem sie ihre Genre-Erforschung begonnen haben. Bevor sie sozusagen von der Hauptstraße auf die Hintergassen gekommen sind, wo alles fast noch spannender war; und mit der Hauptstraße einfach nicht vergleichbar. Die Unwissenden hingegen, die suchen so was wie Kyuss, und am Ende sind alle enttäuscht. Das Publikum, die Band und im schlimmsten Fall sogar Kyuss.

Wobei - und jetzt kommt's erst - die Truckfighters ja alles andere als Enttäuschung ausgelöst haben. Josh Homme, damals bei Kyuss die Lead-Gitarre und seither eine der großartigsten Musikgeschichten überhaupt, sagt es deutlich genug: „When I grew up, I came to understand that Truckfighters were not just the best band I ever heard, but the best band that's ever existed". Wenn das kein Statement ist. Ähnlichen Statements von ähnlich großen Musiker_innen begegnet man in „Truckfighters Fuzzomentary", dem Film zum Rock-Trio aus Schweden. Das Sympathische daran: Die Bodenständigkeit. Völlig ungeachtet jeglicher Homm(e)age sehen die Truckfighters sich als drei „down-to-earth guys, working on day-to-day jobs, recording songs and reaching out for alternatives beyond the ordinary". Klingt irgendwie bekannt? Tiefer gestimmte Gitarren und schwere Bässe sind ein guter Weg. (Text: Lena Hopp)

Stator

Eineinhalb Männer jagen durch die Stoner-Post-Rock-Wüste, auf der endlosen Suche nach der perfekten Melodie. Erklimmen Dünen, stoßen in völlig fremde Gebiete vor - karge Steinlandschaften, knapp vorm Verdursten. Give me the water side of life. Do it now! Do it yeah! Endlich wurde die Bühne erklommen, Blicke werden ausgetauscht, Instrumente verteilt, der Volume-Regler erwartungsvoll bis zum Anschlag gedreht und dann... (Text: eigen)

Radio Proton
Donnerstag, 31. Jänner 2012
20–22 Uhr
radioproton.at

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