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Funeral For A Friend: Conduit

Kompakt, geballt, auf den Punkt: Mit dem Kopf durch die Wand.
Review von Kai Butterweck, erschienen auf laut.de


Vor knapp zwei Jahren überraschten die Walliser ihre Fans mit einem tonnenschweren Alt-Neu-Package namens "Welcome Home Armageddon". Mit genau derselben Dynamik wollte man das nächste Werk angehen, hieß es vor gut einem Jahr aus dem Hause der Insulaner.
Doch dann stieg plötzlich Drummer und Gründungsmitglied Ryan Richards aus und im Post-Hardcore-Lager ging auf einmal die Angst um. Wie werden FFAF den Abgang eines ihrer personellen Bandeckpfeiler verkraften? Und wie wird sich Ex-Rise To Remain-Kesseltreiber Pat Lundy als Ersatz schlagen?

http://www.blabbermouth.net/soulflypremiere/FuneralConduit.jpg
Die Antwort trägt den Namen "Conduit" und präsentiert sich als willkommenes Valium-Paket für die aufgebrachte und hibbelige Anhängerschaft. Insgesamt elfmal spielt sich der Neuzugang hinter der Schießbude die Waden kugelrund und besteht die Feuerprobe letztlich mit Bravour.
Scheinbar angestachelt vom wilden Treiben ihres neuen Kollegen, lässt sich auch der Rest der Bande nicht lumpen und gibt sich ähnlich tollwütig und rigoros wie auf dem Vorgänger. Zwar zieht das Album im direkten Vergleich in puncto Melodieführung den Kürzeren ("The Distance", "Sun-Less", "High Castles"), doch das stört spätestens nach dem zweiten Durchlauf nur noch sekundär.
Das Fehlen eingängiger Hooks wird im Hause FFAF anno 2013 durch kompromisslose Riff-Arbeiten und brachialen Dauerbeschuss wettgemacht. Vor allem während der schnellen Passagen ("Best Friends And Hospital Beds", "Grey"), wenn das Kollektiv das Gaspedal bis zum Asphalt durchdrückt, beeindruckt die Band mit technischer Finesse, ausgereiften Strukturen und schier unbändiger Spielfreude.
Kompakt, geballt und auf den Punkt. FFAF präsentieren mit "Conduit" ein Album, das vor allem eines will: mit dem Kopf durch die Wand. Dafür benötigt man in der Regel keine ausschweifenden Harmonieläufe oder gar eingestreutes Gezupftes, sondern wummernde Riffs, ein zentimeterdickes Bassdrum-Fell und einen Sänger, der nach einer guten halben Stunde getaner Arbeit froh sein dürfte, wenn ihm jemand das zerfetzte Mikro von den Lippen entfernt.

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