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Red Fang: Murder the Mountains

erschienen auf metalnews.de, Rezension von Lennart Riepenhusen

Arschtretenden Heavy-Rock verbreitend, so hat man seine US-Bürger doch am liebsten, oder etwa nicht? Zwar behaupten so einige Gestalten, genau das zu tun, aber die Klappe aufreißen und musikalische Arschtritte zu verteilen sind letzten Endes immer doch noch zwei verschiedene Paar Schuhe.

http://www.revolvermag.com/beta/wp-content/uploads/2011/04/red-fang.jpg
RED FANG aus Portland im Staate Oregon in die Kategorie substanzloser Windbeutel einzuordnen, kann man sich glücklicherweise schenken. Ihr erstes Album für Relapse Records ist mit "Murder The Mountains" zwar auf den ersten Blick wenig sinnvoll betitelt, hält aber, was das Eigenlob verspricht, durchaus ein. Arschtretender Heavy-Rock ist im Universum von David Sullivan, John Sherman, Aaron Beam und Bryan Giles als eine nicht übermäßig verkopft inszenierte, aber letztlich auch nicht banale Mixtur aus BIG BUSINESS, HIGH ON FIRE, THE MELVINS und QUEENS OF THE STONE AGE zu verstehen. Die Anteile wechseln sich dabei je nach Lust und Laune beziehungsweise Song ab und sind unterschiedlich stark gewichtet. Lediglich eine Sache scheint RED FANG immer gleichermaßen am Herzen zu liegen, ein treibender Puls aus dröhnend-brummenden Stonergitarren und knackigem Schlagzeug. Das spielt sich mal etwas schneller [z.B. "Painted Parade"], mal langsamer ["The Undertow"] ab - meist jedoch irgendwo dazwischen. Dazu teilen sich die Herren Giles und Beam den Gesang, der hier, obgleich man sich durchaus an eingängigen Refrains versucht, meist aus hallverschleiertem, halbklarem Röhren vergleichbar mit Buzz Osborne, Jared Willis und Matt Pike besteht.

Das liest sich jetzt leider langweiliger, als "Murder The Mountains" tatsächlich ist - aber schließlich tropft einem ja auch nicht unbedingt jedes Mal der Zahn, wenn man das Rezept für ein leckeres Gericht vor der Nase hat. Wenn einem der Duft aber in die Nase steigt, sieht das gleich schon wieder anders aus - und wer für die Vergleichsbands etwas übrig hat, sollte RED FANG in jedem Fall antesten, da es in Songs wie "Wires", "Dirt Wizard" oder "The Undertow" neben bekannten auch durchaus neue Geschmacksnuancen zu entdecken gibt. Und der Rest rockt einfach ziemlich fett, was man ja ebenfalls nicht verachten sollte...

Red Fang sind am 9. Juli beim poolbar-Festival zu Gast!

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