Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


Warmtanzen zu Friska Viljor

Jubel, Trubel, Heiterkeit. So und nicht anders klingt der euphorische Folk-Rock von Friska Viljor - der Band, die schon ihr erstes Album treffend als „Kindermusik mit erwachsenen Texten" bezeichnete. Lisa Schmid hat sich für thegap.at durch das aktuelle Album "Remember Our Name" gehört.

 

http://poolbar.at/system/asset/filename/15389/friskaviljor.jpg

 

Mit Songs wie „Gold" oder „Arpeggio" sorgten die fünf Sympathieträger aus - eh klar - Schweden in den letzten Jahren auch hierzulande für unbeschwert wippende Füße. Selbst eisige Temperaturen und meterhoher städtischer Schneegatsch können der euphorisierenden Wirkung der Mandolinen-Hymnen der bärtigen Männer aus dem Hohen Norden nichts anhaben. „Bite Your Head Off" schallt einem seit einigen Wochen aus dem Radio direkt ins mesolimbische System und lässt einen sogar eisige Temperaturen und städtischen Schneegatsch ertragen.

Friska Viljor verfolgen mit ihrem neuesten Album „Remember Our Name" aber nicht nur das philanthropische Ziel, den Menschen in dieser kalten Jahreszeit einen Grund zum Warmtanzen zu geben. Nach bald sieben Jahren Bandgeschichte - und weil man bei eisigen Temperaturen draußen immer ein bisserl sentimental wird - wollen sie damit auch ein bisschen selbstreflektive Bauchnabelschau betreiben. So erhält der begierige Pressemensch zur Promo-CD zusätzlich eine Zusammenfassung der „kompletten Geschichte von Friska Viljor". Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen den Bandgründern Daniel Johannson und Joakim Sveningsson, angefangen bei der ersten juvenilen Schlammschlacht 1985, von der ersten gemeinsamen Lieblingsplatte (Whitney Houston) über den ersten gemeinsamen (Metal-)Bandversuch, bis hin zum SMS-Verkehr zweier frischgebackener Väter („I'm running a bit late. I thought it was my laptop I had on my back, but it turned up to be Lasses nursing bag." - „Ok. Just hurry. Sanna's going out for the first time after stopping breast feeding, so I can't stay that long."). So geht das mit der Imagepflege, charmante Verschrobenheit, liebevolles Nerdtum, quietschende Freude. Und Bärte. Alles ist leicht.

Apropos 80er: Der Song „Boom" wirkt mit seiner Keyboard-Synthie-Nostalgie wie ein kitschiges, aber überaus tanzbares Revival dieser gemeinsamen Jugendtage. Inzwischen sind Daniel und Joakim beide Väter geworden. Schlaflose Nächte ob schreiender Babys sind übrigens auch der Grund, weshalb „Remember Our Name" erst ein Jahr später als geplant auf den Markt kommt. Umso ausgereifter ist dafür der Sound. Klingen die beschwingteren Lieder nach folklorischem Wanderzirkus und verspieltem Pop mit Augenzwinkern (wobei die Mandoline nie fehlen darf!), erinnern die gediegeneren Lieder, wie „I'm Not Done", leider etwas zu sehr an die Fleet Foxes. Obwohl der Markt derzeit überschwemmt wird mit massentauglichem Mundharmonika- und Banyo-Gezupfe à la Mumford & Sons, behaupten sich Friska Viljor auch mit ihrem neuen Album als authentische Botschafter des „Gute Laune-Folk-Rocks". In diesem Sinne: Friede, Freude, Eierkuchen.

 

 

Das Album „Remember Our Name" erschien am 18. Jänner über Crying Bob Rec. / Cargo.

Beim Poolbar Festival werden Friska Viljor am 05. Juli auftreten.

0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren