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Punkrock wie die Welt ihn braucht!

Bad Religion präsentieren sich mit ihrem aktuellen Werk "True North" kurz und bündig wie lange nicht mehr. Manche nennen es Old-School, doch hinter der sechzehnten Studio-LP stecken mehrere Gründe. Bernd Eger hat sich für das österreichische Online-Musikmagazin enemy.at durch das neue Album von Bad Religion gehört.

 http://poolbar.at/system/asset/filename/15414/Bad-Religion-True-North.jpg

Die Band-Chefs Greg Graffin und Brett Gurewitz hatten sich darauf geeinigt, dass man sich dieses Mal nicht mehr so experimentierfreudig wie beim 2010er Album "The Dissent Of Men" zeigen möchte. Dabei hatte man damals eine Platte abgeliefert, die viele - dank der vielschichtigen Songs - in ihrer Frische überraschte.

Bei "True North" halten es die sechs Herren aus L.A. recht knapp und auf den Punk(t) gebracht. Ein Großteil der Songs reicht gerade mal an die Zwei-Minuten-Marke heran. Gerüchten zufolge lag das vor allem am letzten Pennywise-Album "All Or Nothing", das Sänger Greg Graffin dazu inspiriert hatte, ein "schnelleres" Album zu machen. Man wollte damit wieder an das Jahr 1989 ("No Control") anschließen.

Das ist Bad Religion mit "True North" auch gelungen. Songs wie "Robin Hood In Reverse", "Land Of The Endless Greed", "My Head Is Full Of Ghosts", "In Their Heart It's Right" oder der Titel-Track überzeugen sowohl musikalisch als auch textlich(!) wieder auf ganzer Länge. Und mit der Single "Fuck You" überraschten die Punk-Veteranen sogar noch mal mit einem rotzfrechen, aber auch klugen Text.

 http://poolbar.at/system/asset/filename/15415/Bad-Religion-Press-Photo1-Mid-res_by_Courtesy_Epitaph.jpg

Die Bandleader Graffin (er arbeitet als Universitäts-Professor und Buch-Autor) und Gurewitz (ist Chef vom Punk-Label Epitath) ließen sich zuletzt zu der Aussage hinreißen, dass man letztendlich nur mehr neue Alben veröffentliche, um den anderen Bandkollegen auch Arbeit und ein Einkommen zu sichern. Ob diese Aussage nun wirklich ernst zu nehmen ist, ist fraglich. Denn andernfalls wäre es schon eine sehr unmotivierte Herangehensweise.

Nichtsdestotrotz wirkt an diesem Album nur ein Song wirklich unmotiviert: "Hello Cruel World", der einzige langsame Track auf "True North". Als zweiter kleiner Kritikpunkt könnte erwähnt werden, dass das Album mit 16 Songs vielleicht etwas zu lange ist. Denn bei diesen kurzen Stücken bewirken so viele Nummern fast eine kleine Reizüberflutung. Aber eines ist dennoch sicher: Bad Religion sind auf "True North" noch immer Punkrock, und zwar so, wie die Welt ihn braucht! Punkseidank haben Bad Religion noch immer was zu sagen! Auch wenn es immer nur in knappen zwei Minuten ist...

 


Bad Religion - "True North" erschien am 01. Jänner 2013 auf Epitath Europe/Indigo.

Am 06. August spielen Bad Religion live beim Poolbar Festival.

1 Kommentare
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Herwig_bauer_foto_th_wunderlich1___2_
Punkrock wie die Welt ihn braucht!
bauer, 22.04. 14:26 h