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Buraka Som Sistema: Postkolonialismus auf dem Dancefloor

"Musik von den Rändern" titelt Christian Schachinger auf derstandard.at seinen Artikel über Buraka Som Sistema und nennt sie "die neuen Stars des globalen Pop:

"Mit den in London und Lissabon ansässigen Gruppen "The Very Best" und "Buraka Som Sistema" wird Postkolonialismus auf dem Dancefloor verhandelt

Wien - Manchmal scheint das Leben ganz einfach zu sein. Der heißeste Trend der internationalen Popszene entstand zum Beispiel vor zwei Jahren im Rahmen eines Verkaufsgesprächs in Ostlondon. Der aus Malawi gebürtige Sänger, Schlagzeuger und Altwarenhändler Esau Mwamwaya wollte damals dem britischen Elektronikduo Radioclit ein Fahrrad verkaufen.

Das Fahrrad wechselte den Besitzer. Und bevor nun im Laufe des Jahres 2009 ein erstes offizielles gemeinsames Album erscheint, kann man sich die wunderbaren ersten Ergebnisse dieser musikalischen Zufallsbekanntschaft derzeit im Internet gratis herunterladen.

Unter der Adresse www.myspace.com/theverybestmyspace produziert das Londoner Duo ohne Rücksicht auf Copyrights, stilistische Genierer, etwaige Authentizitätsfallen und exotistische Bedürfnisse eines traditionell wertkonservativ aus dem eigenen Kulturkreis flüchtenden Weltmusik-Publikums die derzeit heißeste Popmusik des Planeten.

Neben traditionellen afrikanischen Stilen wie Kuduro, Tchopa, Manganje, Vimbuza und der in Afrika noch immer populären panafrikanischen Galionsfigur Bob Marley produziert man im multikulturellen Londoner Stadtteil Hackney mit jeder Menge Choreffekten und Sampling-Wahnsinn eine Musik, die sämtliche ethnischen Schranken, Beschränkungen, Verzagtheiten, Postkolonialismusdiskussionen weit hinter sich lässt. Hier geht es nicht mehr um kulturelle Herrschaftsfragen. Im Zeitalter der allgemeinen Verfügbarkeit im ökonomischen Zustand des Prekären mit Breitbandzugang werden solche Diskussionen nun endlich aufgehoben." Weiterlesen hier.

Buraka Som Sistema am 16. Juli in der poolbar.
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