Poolbar Blog

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Clara Luzia: We Are Fish

Clara Luzias fünftes Studio-Album ist lauter und härter als seine Vorgänger. Im FM4 Soundpark Interview erzählt sie, wie es dazu kam.
von Christian Pausch, erschienen auf fm4.orf.at


Sonntag Nacht ab 1 Uhr ist Clara Luzia in einer ausgiebigen Listening Session im FM4 Soundpark zu Gast. Außerdem gibt es da Interviews mit den Steaming Satellites und den Sex Jams und viel frische Musik aus Österreich zu hören!

Im selbstverfassten Pressetext zu Clara Luzias neuem Album ist zu lesen, dass sie endlich den Lagerfeuersound hinter sich gelassen hat. An dem Wort "endlich" bin ich und ist auch die Verfasserin selbst länger hängengeblieben. Sind etwa die Lagerfeuersongs von früher nicht mehr gut genug, obwohl das doch jener Sound ist, den wir an Clara Luzia so lieben?

clara luzia

Where the wild things are

Keine Sorge liebe Fans, Clara Luzia ist immer noch dieselbe und auch die alten Songs sind noch im Live-Repertoire zu finden. Durch das neue Album ist die Künstlerin aber um eine nicht zu verachtende Facette reicher geworden: es geht, salopp gesagt, wilder zu.

Mehr treibende Beats, ein starker Bass, ein höheres Energielevel einfach. Woher kommt dieser Wandel? "Das war keine Reißbrettentscheidung. Live waren wir eh schon länger ein bisschen lauter und wir haben in letzter Zeit immer mehr Spaß daran gefunden.", erklärt Clara im Interview. Der entscheidende Schritt war dann aber der Kauf von Effekt-Pedalen. Das hat dann so stimmig gepasst, dass es immer mehr Pedale wurden und die Lust am Verzerren und am Lauter-Werden schließlich ins Songwriting geflossen ist.

Zeitalter der Fische?

Der Titel des Albums ist zwar vordergründig ein einfacher Drei-Worte-Satz, aber er beinhaltet viele verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Sind wir alle Fische, die mit dem Strom schwimmen? Sind unsere Seelen versteinert, wie die Gesichter von Fischen, wie es Ödön von Horvath schon in "Jugend ohne Gott" bemerkt hat?

Das alles sind zulässige Interpretationen. Für Clara Luzia geht es beim Albumtitel aber vor allem um Rückbesinnung auf die Natur. "Es heißt immer Mensch vs. Natur und dabei wird viel zu oft vergessen, dass wir Teil dieser Natur sind. Wir waren einst auch nicht mehr als Fische."


Video zu "No one's watching. Regie: Sarah Haas.

Gegen den Strom!

Darum, dass wir wie Fische blind dem Strom folgen, geht es auch in "No one's watching", der ersten Single des Albums. "My birth was televized on national TV", heißt es gleich zu Anfang in den Lyrics. Der Drang unserer Gesellschaft, das ganze Leben in Doku-Soaps und/oder auf Facebook publik machen zu müssen, wird hier verarbeitet. "Ich nehme mich da nicht aus, ich stelle mich auf Bühnen und stelle dauernd Fotos von mir und der Band online."

Obwohl die Musik druckvoller geworden ist, hat sich an der Art zu texten nicht viel geändert. Die Gegen Den Strom-Einstellung wird nicht durchs Megafon hinausgeschrien, sondern muss zwischen den Zeilen entdeckt werden. Doch diese Suche zahlt sich aus.

Clara Luzia wird am 20. Juli beim ersten Open Air des poolbar-Festivals zu Gast sein!

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