Poolbar Blog

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Woche 3 beim poolbar-Festival

Rückblick WOCHE II: Von Klangewittern, Gitarrenwänden, Plastikwelten im Neonlicht und einem Riot-Grrrl auf Tuchfühlung mit dem Publikum

Gleich zu Wochenbeginn am Montag Abend gaben sich My Bloody Valentine ein Stell-dich-ein in der Halle. Und das im wortwörtlichen Sinn: Eine vielschichtige Gitarrenwand türmte sich zu einem dunkel-bedrohlichen Soundgewitter empor und blies dem Publikum 30 Jahre Musikgeschichte um die Ohren.

Am Dienstag folgte das nächste Klanggewitter – jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen: Gerammelt voll bis zum letzten Stehplatz war der pool, als die Amis von Red Fang ihren Stonerrock in die Menge peitschten.

Der Auftakt zum diesjährigen FM-Wochenende (11. - 14. Juli) wurde am Donnerstag erstmals von John Megill bestritten, ehe es am Freitag ganz im Zeichen der Vielfalt – inhaltlich wie musikalisch – weiter ging: Draußen auf der Wiese und gleichzeitig im pool fand die zweite „Polymorphe Lichtensteiniade“ statt. Kulturelles von Nischen bis Pop, dieses Mal von unseren liechtensteinischen Nachbarn. Gesunde, vegane Küche und außenpolitisches Gipfeltreffen inklusive. Zu später Stunde machten das mexikanisch-argentinische Bandkollektiv Kumbia Queers sowie Little Boots Discotheque aus England die Nacht zum Tag.

Einen erneut ausverkauften pool bescherten den Veranstaltern am FM4-Fest-Samstag Francis International AirportChad Valley und Elektro Guzzi.

Highlight an diesem FM4-Wochenende war aber ohne Zweifel das Kate Nash-Konzert am Sonntag Abend. Sommersonne, Badewetter und geselliger Grillabend – alles vergessen und in den Hintergrund gerückt, wenn ein ehemaliges Pop-Sternchen das Riot-Grrrl herauskehrt und eine überquellende Halle zum Bersten bringt. Nicht nur mit ihrem neuen, rotzig-frechen Girl-Power-Sound, sondern vor allem mit Sympathie. Selten, dass ein_e Künstler_in derart sympathisch auf Tuchfühlung mit den Fans geht und das Publikum kurzerhand in das Konzert integriert.

WOCHE III: Von einem Troubadour der Liebe, dem ersten poolbar-Open-Air und Buchstabenakrobatik mit Herz und Hirn

Die dritte Festivalwoche startet – nach dem fulminanten FM-Weekend und einem darauf folgenden wohlverdienten Ruhetag am Montag – am Dienstag-Abend (16.07.) mit der Filmvorführung „Oh yeah, she performs!“ im pool. Mirjam Unger begleitet in ihrem Film die österreichischen MusikerinnenGustav, Clara Luzia, Teresa Rotschopf und Luise Pop ein Jahr lang bei der Arbeit.

Am Mittwoch (17.07.) ist wieder „Ländle-Power“ unter dem neuen Motto BEST OF THE WEST angesagt: Man of Wolves (Psych/Darkfolk) und iamthemanonthemoon (Postrock/Experimental/Screamo) beweisen, dass es auch rund um das Dreiländereck Österreich – Deutschland – Schweiz jederzeit musikalische Perlen zu entdecken gilt. Der Eintritt ist frei.

Der Donnerstag-Abend (18.07.) wird schwedisch-chilenisch und strotzt nur so von Unabhängigkeit und DIY („Music alwys comes first“): Yarah Bravo gastiert mit ihrer charmanten, chilligen wie gleichzeitig spannungsgeladenen Mischung aus HipHop, Soul, Poetry und Electro-Elementen im pool. Anders ausgedrückt: „I'm a fully independent artist“.


Am Freitag (19.07.) wird in der Halle ein mehr als anspruchsvolles literarisch-musikalisches Programm geboten: Den Auftakt macht die Tickeliteratur-Lesung mit Beiträgen zum diesjährigen Thema „DADA poolbar“, gefolgt von dem Mann, der mehr ist als nur „der Mann mit der Gitarre“ - der zerreißt, der brüllt, der winselt, der fleht, der zum Tier wird. Er ist Prinz Grizzley. Man könnte auch sagen, er macht klassischen Singer/Songwriter-Pop – mit Einflüssen von Blues bis hin zu Synthieklängen.

Headliner der Abends ist Scott Matthew, der leise Troubador der Liebe, der bereits im Jahr 2011 das poolbar-Festival sprichwörtlich verzauberte. Allein und nur mit seiner Ukulele „bewaffnet“ brachte er den überquellenden poola dazu, bei derart andächtiger Stille zu lauschen, dass man die berühmte Stecknadel fallen hören hätte können. In diesem Jahr wird Scott Matthew mit sanfter Stille die Halle zum Beben bringen – und hat überdies sein neues Album „Unlearned“ mit im Gepäck.


An dieser Stelle ein Aufruf zu der Aktion Trockene Kunst von Christian Jendreiko am 19. Juli in Feldkirch und am 20. Juli in Liechtenstein: Eine Aktion für bis zu 9 Akteure, 9 elektrische Gitarren und 3 Stunden in 3 Räumen. Die Akteure können auch noch kurzfristig hinzukommen, und keine Vorbildung oder musikalische Neigung ist vonnöten.

Premiere feiern wird am Samstag, den 20. Juli das erste „poolbar auf der Wiese“-Open Air. poolbar unterm Sternenhimmel, sozusagen. Für einen Tag während des Festivals verlagert sich die Wiese vor dem alten Hallenbad in ein idyllisch-charmantes Festivalgelände. Mit Frank Turner & The Sleeping Souls betritt ein Shooting-Star in Sachen Folkrock/-pop die poolbar-Open-Air-Bühne, der bereits im ausverkauften Olypmpia-Stadion in London zehntausende Menschen zu begeistern wusste. Frau Walser macht Ferien, Young Rebel Set und Clara Luzia eröffnen dieses ganze spezielle Event im Jubiläumsjahr des poolbar-Festivals, das vom wieder auferstandenen Projekt I-Wolf & The Chainreactions von Sofa Surfer-Mitglied Wolfgang Schlögl mit einem Konzert in der Halle beschlossen wird. Start ist um 16.00. Es wird auf Grund des großen Andranges dringend die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen – zumal diese mit einem poolbar-Vorverkaufsticket ohnehin gratis ist.


Einen rundum gelungenen Abschluss der aktuellen poolbar-Woche bietet am Sonntag-Vormittag das Jazzfrühstück mit Mallet Ballet aus Dornbirn und am Abend der Poetry Slam. Alljährlich ein Fixpunkt im poolbar-Programm und heiß begehrt, wird für eine Nacht dem gesprochenen Wort – das Wort erteilt: Auch diesen Sommer stellen sich zahlreiche Sprachkünstler_innen aus dem Dreiländereck dem gnadenlosen Urteil des Publikums. Dichter_innenwettstreit mit Herz und Hirn, Buchstabenakrobatik, kreatives Wettlesen, Gedankenzirkus mit Wortwitz.

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