Poolbar Blog

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poolbar Open-Air. poolbar ganz groß.

Nach einem fantastischen Auftritt von Yarah Bravo am Donnerstag und einer bis gerade eben noch andauernden poolbar-Nacht von Freitag auf Samstag fühlt sich irgendwas nach Sonntag an. Nicht nur der sonnige, freie Tag. Auch die ganze Wiese rund um die Poolbar. Verstreut bin hin zum Pförtnerhaus sitzen da Menschen, gemütlich, offensichtlich zufrieden, ohne große Ungeduld oder Nervosität. Ein paar spielende Kinder, ein paar erste mit Franz-Landjägern in der Hand. Viel Lachen, viel Sonne, viel Langsamkeit. Die Poolbar auf der Wiese beginnt wie Sommerferien.
Review von Lena Hopp

"Diese Riffs sind unser Sommerregen, diese HiHat unser Goldlicht, diese Bässe unser Herzschlag"

Als das Young Rebel Set zu spielen beginnt, ist das, als ob es keine bessere Band für die ersten Stunden eines so sommerverliebten, fast noch träumenden Festivals geben könnte. Mit ihren tragenden, friedlich sanften bis sehnsüchtigen - und doch immer ihrem Grundgefühl von Glück treu bleibenden - Klängen versprühen die wohlbekannten Briten grad noch ein bisschen mehr gute Laune und Zufriedenheit. Nach mehreren Songs voll männlicher Chorgesänge bringt Matty Chipchase im Soloakt eines der allerschönsten Lieder ganz alleine auf die Bühne - als ein romantischer Geschichtenerzähler, der von Schweinen und Schaufeln singt, als ein talentierter Singer/Songwriter, der von Bob Dylan und Bruce Springsteen nicht ganz unberührt geblieben ist. Und spätestens, als die Band wieder gemeinsam auf der Bühne steht und eine beeindruckend variantenreiche Version von "If I Was a Sailor" vorführt, ist jedem klar, warum diese Band eine Live-Band ist. Schneller, langsamer, lauter, leiser, leidenschaftlich geschmettert und zart gehaucht. Mehr und mehr Menschen stehen auf und tanzen.


Die ausgebrochene Tanzstimmung bricht auch mit Clara Luzia nicht ab, obwohl diese weit mehr als Studiomusikerin bekannt ist - und als solche auch geschätzt. Clara hat ihre Fans mitgebracht, die Wiese wird deutlich voller, die Schatten werden etwas länger. Von mehreren Besuchern hört man, dass sie aus Dornbirn, Bregenz, aus der Schweiz, ja sogar aus Stuttgart gekommen sind. Das Mini-OpenAir hat sich rumgesprochen.

"No, I won´t sit down and I won´t shut up"


Voll gewürdigt wird es dann von Frank Turner, der seine Zuhörer in eine Ekstase aus Verliebtheit und Dankbarkeit mitzieht, wie sie die poolbar in dieser Größenordnung noch nicht gesehen hat. Sein Dankeschön ans poolbar-Team wird von begeistertem Schreien begleitet, sein Dankeschön an Feldkirch selbst geht im zustimmenden Kreischen schon fast unter. Frank Turner weiß, dass Weisheit simpel ist und schafft es innerhalb kürzester Zeit, alle, alle, alle die vielen Besucher, die da für ihn plötzlich die Wiese stürmen, in ein überbordendes, groß zelebriertes Gefühl von Gemeinsamkeit zu stürzen. "We have different dreams, come from different places, but tonight, tonight we´re all equal. For now we left our baggage of bullshit at the front door." Yeah. Ebenso weiß Frank Turner, wie er eine herrliche Hymne fürs Publikum produzieren kann - die auch tatsächlich jeder einzelne versteht und rhythmisch hinkriegt. Und da singen plötzlich alle. Immer und immer wieder, das könnte die ganze Nacht so weitergehen. Unterstützt wird die Ausdauer der Singenden, Tanzenden, Kreischenden von beeindruckenden Tanzeinlagen auf der Bühne - und überhaupt der Energie der Sleeping Souls. Die schlafen nicht, die geben alles. Für diesen Einsatz verzeiht man auch, dass die gesamte musikalische Atmosphäre mittlerweile knapp am Charakter eines Dorffests vorbeischrammt.



Und vor allem - der Dorffest-Stimmung wird spätestens I-Wolf & The Chainreactions ein würdiges Ende setzen. Davor gibts draußen noch eine Feuershow und eine vermehrte Rückkehr in die Räumlichkeiten, die wir kennen: Wohnzimmer, Pool und Halle. Und dort geht es noch lange, lange so weiter. Ab jetzt wollen wir jedes Jahr eine poolbar auf der Wiese.

 
Dieses Mal gibt es gleich zwei Galerien mit den Fotos von Matthias Rhomberg (rhomberg.cc). Einmal zu den Bands HIER und eine andere Galerie zur Atmo und dem Drumherum HIER.

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