Poolbar Blog

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poolbar Woche 4: Rück- und Ausblick

Rückblick Woche III: Eine Woche unter dem Motto „love is the answer“ und ein charmanter poolbar-Open-Air-Auftakt

Ein einsamer Wolf auf der Bühne und ein lediglich von zwei Kerzenlichtern erhellter Mondspaziergang prägten den zweiten Ländle-Mittwoch (17. Juli): Man of Wolves an der Psych-/Darkfolk-Gitarre, unterstützt von live eingespielten loops und samples, und iamthemanonthemoon im komplett abgedunkelten, mit sphärischen Postrock beschallten, pool.

Am Donnerstag-Abend (18. Juli) verströmte Yarah Bravo Beats and Vibes durch das Alte Hallenbad. Sprichwörtlich: Die quirrlige Sängerin und Frau von DJ Vadim und ihr Live-Schlagzeuger pumpten elektronisch-basslastigen HipHop, funkig-jazzigen Soul und heiß-tropische Rhythmen unter das tanzwillige Volk. Ein charmanter Abend mit einer mehr als sympathischen Yarah Bravo am Mic und den Maschinen. Love is the answer.

Ebenfalls ganz im Zeichen der Liebe stand der Freitag (19. Juli) – zumindest aber der großen Gefühle. Kein Wunder, wenn Scott Matthew die Bühne betritt und sein neues Album präsentiert. Ein Déjà-vu wie vor zwei Jahren machte sich breit: Knisternde Spannung, erwartungsvolle Stille und ein Singer/Songwriter in Höchstform. Ein in dunkles Licht gehüllter pool, der aus allen Nähten platzte, zwei einsame Gitarristen auf der Bühne, eine unbeschreibliche Stimme und – knisternde Spannung und erwartungsvolle Stille.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und das erste poolbar-Open-Air: poolbar auf der Wiese, poolbar unterm Sternenhimmel! Eröffnet wurde dieser lang erwartete Premieren-Samstag (20. Juli) bereits um 16.00 mit jazzigen Tönen von Frau Walser macht Ferien und Folk-Rockigem mit dezentem Country-Einschlag von Young Rebel Set. Das Open-Air-Gelände füllte sich stetig, als Clara Luzia die charmant vor die Wald- und Bergkulisse gebaute Bühne betrat, bei einem in mystisches rot getauchten Sonnenuntergang und Frank Turner & The Sleeping Souls kannte das vollzählig erschienene Publikum kein Halten mehr. Der sympathische Brite verzauberte nicht nur mit seiner energiegeladenen Bühnenshow, sondern ging auch kommunikativ auf Tuchfühlung mit der dicht an dicht gedrängten Fanschar – die letzten Herzen hat er mit seinem im Vorarlberger Dialekt vorgetragenen Hit „Eulogy“ im Sturm erobert. Einen mehr als würdigen Sommernachts-Ausklang boten im Anschluss I-Wolf & The Chainreactions in der Halle.


Ein Open-Air mit Charakter, ein Open-Air mit Charme – ein Open-Air an einem lauen Sommerabend – ein Wiedersehen im nächsten Jahr scheint unausweichlich zu sein!

Ebenso innovativ wie das erste poolbar-Open-Air war am Freitag (19. Juli) in Feldkirch und am Samstag (20. Juli) im Kunstmuseum in Liechtenstein die Aktion „Trockene Kunst“ mit Christian Jendreiko, Volker Zander und weiteren Mitwirkenden: Ein kulturell-künstlerisches Musikerlebnis mit 9 Akteuren, 9 elektrischen Gitarren und 3 Stunden in 3 Räumen.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – ein weiteres Mal, und: ein weiteres Jazzfrühstück. An diesem Sonntag-Vormittag (21. Juli) noch ganz unter dem Bann vom ersten „poolbar auf der Wiese“-Open-Air am Vortag: Es hieß in Erinnerungen schwelgen und auf bunten Decken, reichlich versorgt mit prall gefüllten Picknickkörben, den Jazz-Improvisationen von Mallet Ballet zu lauschen. Am Abend hatten die Buchstabenakrobaten des Poetry Slam das Wort: Ein DichterInnenwettstreit mit Herz und Hirn, ein kreatives Wettlesen, ein Gedankenzirkus mit Wortwitz – von bitterböse bis kunterbunt, charmant gewürzt mit einer Prise Performance und Selbstdarstellung.

WOCHE IV: Von der Rückkehr einer Legende, einem Patrick im Wolfspelz und intelligenter Brachialunterhaltung auf Wienerisch

Der Auftakt zu Woche IV steht ganz im Zeichen der künstlerischen körperlichen Bewegung: Sowohl am Montag (22.07.), Dienstag (23.07.), Mittwoch (24.07.), Donnerstag (25.07.) und Freitag (26.07.) Vormittag ab 10.00 wie auch am Dienstag Abend ab 20.30 finden Tanzveranstaltungen rund ums Alte Hallenbad statt. Am Vormittag jeweils der „pooltanz: Da, da und wo noch?“ (presented by netzwerkTanz) im Reichenfeldpark, am Dienstag-Abend „openSpace“ (presented by netzwerkTanz) im pool und Videos zu Tanzperformances von bewegunsmelder & Tanzhaus Hohenems im Brutkasten.

Der Mittwoch-Abend (24.07.) wird ein weiteres Mal von den „Besten im Westen“ bestritten. Der traditionelle Ländle-Abend – mittlerweile bereichert mit starkem musikalischen Dreiländereck-Bezug – geht mit Discure (Punk/Metal/Grind) und i.o.n.u. (Hardcore/Trash/Punk) in die dritte Runde. Der Eintritt ist frei.

Der Donnerstag-Abend (25.07.) widmet sich mit „Elementarräumchen – Ein Film über Freiräume im Alpenrheintal“ ganz dem Thema Bodenfreiheit: Zum Film findet eine Lesung statt, in der von Martin Hartmann (Bodenfreiheit) Schmankerl aus 50 Jahren Raumentwicklung im Rheintal vortragen werden. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf dem Thema „Bodenfreiheit“, bei dem es um den Erhalt von frei zugänglichen Flächen für alle geht. Im Anschluss findet eine offene Diskussion statt. Der Eintritt ist frei.

Am Freitag (26.07.) kündigt sich eine weitere Kult-Band an: Vista Chino, hervorgegangen aus der Stoner-Legende Kyuss, entern die Bühne in der Halle. Bitte warten heißt es zwar zur Zeit noch auf neues, pressfrisches Material, nicht jedoch auf ein Live-Feuerwerk in persona: John Garcia, Nick Oliveri und Brant Bjork beweisen, dass sie nicht zu Unrecht zu den Begründer eines ganzen Genres gehören.
Vor Vista Chino eröffnen Been Obscene mit ihrem Alternative Psychedelic-Rock den Abend, danach geleitet Miss Chain & The Broken Heels' Garage Pop das Publikum durch die Nacht.


Kunterbunt vielfältig auch das Rahmenprogramm an diesem Abend: Auf der Terrasse verwandeln GauklerInnen die Umgebung in eine zauberhafte Kulisse: Feuershow/Feuertanz, mystische Musik, Trommelbeats und choreographierter Tanz gemixt mit technischen Swings der Feuergeräte (Pois, Keulen, Fächer, Stab etc.) entführen in eine andere Welt. Künstlerisch geht es auch im pool zu, wo unter dem Motto „Kurzfilme: FH Vorarlberg“ in die kreative Welt des Studienganges InterMedia eingetaucht werden kann und Videoarbeiten der letzten Semester präsentiert werden.


Am Samstag (27.07.) treffen stylische Extravaganz und ein düster-keltisches Totemtier in einer Person aufeinander: Der Halbire Patrick Wolf hat sich auf den Weg gemacht, mit seinem Hybrid aus dunkel-melancholischer Elektronik und typischen Folk-Instrumenten (wie bspw. Keltische Harfe und Viola) das Ländle musikalisch zu erobern. Der britische Sänger, Komponist und Multiinstrumentalist ist auf der Insel längst kein unbeschriebenes Blatt mehr – und bei uns auf dem Festland mehr als ein Geheimtipp.
Giantree stimmen mit ihren Indie-alternative, bestehend aus luftigen Melodien, melancholischen Texten und einer mehr als sehnsuchtsvollen Stimme auf den Abend ein.

Der Nachmittag und das Vorabendprogramm sind ein weiteres Mal vom Tanz geprägt: Während in den Nachmittagsstunden auf der Terrasse jeweils ein Workshop zu den Tanzstilen „Solo Charleston“ und „Lindy Hop“ angeboten wird, findet im pool, in Weiterführung der Workshops, mit dem „Cirque de la nuit“ ein Swing-Abend der Extraklasse statt. Inklusive Djs und Live-Band.

Das dieswöchige Jazzfrühstück ist von einer Besonderheit geprägt: Zwischen Picknick und chill-Out-Zone auf der Wiese und den Klängen von Cheap Trix wird dem poolbar-Team von Bürgermeister Wilfried Berchtold der „Feldkircher Kulturpreis 2013“ überreicht.

Am Abend wird geredet. Konkret: maschek.redet.drüber. Die eigenwilligen Medienkünstler – bekannt aus Alfred Dorfers „Donnerstalk“ und Stermann und Grissemanns „Willkommen Österreich“ – bieten tiefgreifende Brachialunterhaltung auf Wienerisch. Vom internationalen TV-Geschehen bis zum Society-Sternchen, niemand ist vor ihren Neuinterpretationen sicher: Und was diesen Personen in den Mund gelegt wird, ist meistens völlig abgedreht, manchmal entlarvend, manchmal einfach saukomisch, aber immer besser als das Original.

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