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poolbarT: The Band That Heaven Built!

Review von Lukas Ortner

Vorfreude war gestern gar kein Ausdruck. Schon lange sehnte ich mich nach dem 29. Juli, sehnte ich mich danach, die Vancouver-Boys wieder zu sehen. Eingeläutet von Robotra gab es mein persönliches Highlight: das Garage-Punkrock-Duo Japandroids.

Guter Eindruck zu anfangs..

Etwas unter Zeitdruck (Wetter + mein Trödeln + verspätete Öffis) landete ich zum Schluss des Trios Robotra aus der Steiermark im noch ziemlich rar besuchten Pool. In guter Garagenmanier wurde dennoch die Stimmung angeheizt: dreistimmiger Sing-Sang, gerufen und geschrien, verzerrter Bass und übersteuerte Gitarren, hier und da ein paar Effekte – und dazu hinterlegt treibende Drums. Schwer sympathisch. Was ich noch mitbekommen habe, machte Lust auf mehr und so hoffe ich, die MusikerInnen von Robotra irgendwann und irgendwo mal ganz anschauen zu können.

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... für ein fulminantes Power-Finale

Nach kurzer Umbaupause und Soundcheck (der von Japandroids selber übernommen wurde) ging es dann auch schon in die Hauptphase des gestrigen Abends, mit (schon bekanntem - hab ich die Jungs doch letzten Oktober in der Schweiz gesehen) kurzem „Hey Guys, I am Brian, that's David and we are called Japandroids, we are from Vancouver“ begann die Show: Gitarrist und Sänger Brian King warf seine Gitarre (typisch für ihn, eine Telecaster Custom, dieses mal allerdings in grüner Farbe), die er im übrigen über nicht weniger als drei (!) Verstärker spielte, hin und her, Drummer David Prowse schlug auf die Becken als befände er sich in einer Aggressions-Therapie. Die Vocals typisch bis ins beinahe Unendliche mit Hall versehen (was mich ein bisschen an die Show der TV Buddhas im Mai in Hohenems erinnerte), wurde hier gerockt was das Zeug hielt.

Am Erstlings-Full-Length „Post-Nothing“ orientiert strotzt auch der aktuelle Nachfolger „Celebration Rock“ an eben genau dem: Der Freude am Leben und der Musik – was sich auch in den Live-Shows der Japandroids wiederspiegelt. In dieser Form selten gesehen geht davon eine Power und Spielfreude aus, die sich viele Bands nur wünschen können. Und für den Besucher/die Besucherin ein wahres Erlebnis ist.

http://poolbar.at/system/asset/filename/17114/Japandroids_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_019.jpg

Persönlich kam ich über den Song „Crazy/Forever“ auf die Jungs, welchen ich gestern leider nicht gehört habe, und war Fan der ersten Stunde (falls man das bisher nicht gemerkt hat: This text is not very impartial.). Und doch führe ich hier an, was mir vielleicht etwas zu wenig war – zu hohe Erwartungen? - oder was sich zum Vergleich zur letzten Show, die ich besuchen durfte, getan hat:

Auch wenn Brian King hin und her sprang und seinen Power-Move abzog – der mich vollkommen grundlos an Bruce Springsteen erinnert – kam es mir doch eher so vor, als ob er ein bisschen müde war (lange Tour?), ein bisschen lustlos, war in St. Gallen im Oktober 2012 doch ein bisschen mehr Interaktion mit dem Publikum vorhanden (u.a. „shotgun drinkin“ - hierzulande Turbobier).Das teils gehuddelte Drumspiel von Prowse und der eigentlich immer gleich verzerrte Gitarrensound von King, die Tatsache, dass viele Songs sehr ähnlich sind und der Gesang mehr ein Rufen ist, darüber könnte man nörgeln - wobei wir hier wieder bei dem Thema mit dem Genre wären. Nicht die beste Performance - nichtsdestotrotz kam ich vollkommen auf meine Kosten, das Publikum war nach zwei bis drei Songs gefangen von der Atmosphäre und der Energie, welche eine Japandroids-Show freilegt. Wer bei „Young Hearts Spark Fire“ nicht mitsang, der war spätestens bei der Single „The House That Heaven Built“ oder bei „The Boys Are Leaving Town“ mit vom Publikumschor und rief die Texte über Freundschaft, Liebe, Bier (ferner: Alkohol) und Vancouver lautstark mit („Well you can keep tomorrow, after tonight we're not gonna need it. Beat up! Beat down! Wet ground, but too drunk to feel it.“)

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Fazit: Das kanadische Power-Duo ist eine wahnsinnig energiegeladene Liveband, Garage-Punkrock-Helden in meinen Augen, ich werde mir die nächste Gelegenheit, die Jungs live zu sehen, sicher nicht entgehen lassen. Und bis dahin darf ich mich mit dem Gitarren-Plektrum von Brian King begnügen, welches ich als Dankeschön für ein Bier erhalten habe. I love you Japandroids.

Alle Fotos von Matthias Rhomberg (rhomberg.cc) gibt es HIER zu sehen!

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