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poolbarT: This was just a punk rock show!

Review von Mario Minzlaff

Bei Bad Religion treffen sich alle. Gefühlte drei Generationen an Punks, Indie-Nerds und sonstigen Szene-Jungs und Mädels gaben sich am 6. August in der Poolbar die Klinke in die Hand, um einer der größten Punkrock-Bands die Ehre zu erweisen.

 

Den Beginn machten allerdings DeeCRACKS aus Kärnten. Das Trio brachte schnellen Streetpunk mit Pop-Einschlag nach Feldkirch und tat sich anfangs etwas schwer, die Massen zu begeistern beziehungsweise diese überhaupt in die Halle zu locken. Die Band ließ sich davon aber nicht entmutigen und mit zunehmender Länge des Konzerts füllten sich die Reihen vor der Bühne. Das 40-minütige Set gönnte einem_einer kaum Verschnaufpausen, entsprechende Anerkennung und der dazugehörige Respekt-Applaus waren mehr als verdient. Besonders sympathisch, Schlagzeuger Mike C., der zu Recht in der Mitte der Bühne positioniert wurde. Sein Enthusiasmus am Arbeitsplatz, die dazugehörigen Grimassen und der Kärntner Dialekt boten bestes Entertainment für das Publikum.

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Weniger ist mehr 

Das neue Album True North von Bad Religion bildete einen wichtigen Bestandteil des Sets. Die Band rund um Sänger Greg Graffin startete gleich gut los mit "Past Is Dead", einem der besten Songs der Platte. Bad Religion benötigten keine Aufwärmphase, ebenso war der Moshpit sofort gebildet und einsatzbereit. Auch 2013 ist die Show der Punks aus Los Angeles "down to earth". Die Stimme von Graffin, eine aufgeweckte Rythmusgruppe, zwei statisch wirkende Gitarristen und ein zeitloses Namensbanner im Hintergrund, mehr braucht es nicht für einen gelungenen Abend.

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Der erste richtige Hit "Generator" wurde entsprechend ausgelassen gefeiert. Kaum eine_r im Raum, die_der die Zeilen des Songs nicht mitsingen konnte. Mit "Anesthesia", "21st Century Boy", "I Want To Conquer The World", "No Direction" und "American Jesus" wurde das Punkrock-Niveau weiter hochgehalten. Songs vom neuen Album passten dabei bestens ins Programm. Denn auch diese versprühten mit knapper Laufzeit den gewissen Oldschool-Charme der Klassiker. "True North", "Fuck You", "Robin Hood In Reverse" oder "Dharma And The Bomb" - Jubel und Applaus gab es für alte und neue Hits.

Graffin war sichtlich motiviert und brachte seine mahnenden Texte mit entsprechenden Gesten unters Volk. Auch während der Ansagen unterhielt er sich prächtig mit den ersten Reihen, verteilte Wasserflaschen und scherzte über den Sponsor der Handtücher, die für die Band bereitlagen. Diese waren auch bitter notwendig. Bei ausverkauftem Haus schwitzten Graffin und Band bereits nach kurzer Zeit genauso wie ihr Publikum.

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Nach dem obligatorischen Punkrock-Song und 65 Minuten Spielzeit verschwanden Bad Religion in die wohl notwendige Pause, man ist ja keine 20 mehr. Fünf Minuten später standen die Herren aber wieder auf der Bühne und eröffneten mit "Resist Stance" den Zugabenblock. "Dept. Of False Hope" vom aktuellen Album bildete den Schlusspunkt des Konzerts, danach war der Spaß leider vorbei.

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Bad Religion sind nach fast 30 Jahren Bühnenerfahrung immer noch eine Macht. Die Haare sind zwar grau, die Bewegungen minimalistischer, aber die Songs bleiben stark und inhaltlich sowieso immer aktuell. Und die für Punkrock-Verhältnisse mit einer Dauer von über 80 Minuten ungewöhnlich lange Show brachte das gewünschte Ergebnis: Jung- und Alt-Punks und alle dazwischen verließen glücklich und erschöpft das Alte Hallenbad. Die Punk-Pension ist somit aufgeschoben.

 

Alle Fotos von Matthias Rhomberg (rhomberg.cc) gibt es HIER zu sehen! Und als Poster, Fotoabzug oder auf Leinwand können die Bilder HIER im Shop bestellt werden.

 

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