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Neues Album von Monster Magnet!

Die Stoner-Rock Legenden von Monster Magnet waren schon öfters im Alten Hallenbad zu Gast, zuletzt im vergangenen Sommer. Nun veröffentlichte die Band am 18. Oktober mit "Last Patrol" ihren neuesten Geniestreich. Dabei zeigt das Quintett einmal mehr, warum sie die wahren "Könige der Wüste" sind!

Die folgende Album-Rezension von Christoph Rudolf erschien auf der Online-Plattform enemy.at.

 

http://poolbar.at/system/asset/filename/17912/MonsterMagnet_LastPatrol.jpg.jpg

Zündschlüssel rein, Handbremse raus und ab geht’s auf die verwoben-staubigen Straßen des Monster Magnet-Universums. Nach drei Jahren Schaffenspause hat Dave Wyndorf samt Mannen nun den Nachfolger des bärenstarken Vorgängeralbums "Mastermind" aus der Taufe gehoben. "Last Patrol" schimpft sich das neue Teil, welches via Napalm Records veröffentlicht wurde und beim ersten Hördurchlauf sofort Erinnerungen an die seligen Anfangstage der Band weckt. Vorbei sind die eher etwas uninspiriert wirkenden Veröffentlichungen der frühen 2000er Jahre. Der Spacelord dürfte wieder Bock auf "Spine Of God", "Superjudge" oder "Dopes To Infinity" haben. Und das ist auch gut so.

Schon beim Opener "I Live Behind The Clouds" erscheinen rauchige Nebelschwaden vor dem geistigen Auge. Dabei kommen einem sofort Schlagwörter wie "Psychedelic" oder "Late 60′s" in den Sinn. Stimmlich präsentiert sich Dave Wyndorf auf seinem Zenit. Auch die Saitenfraktion rund um Garret Sweeny und Phil Caivano dürften vor den "Last Patrol"-Aufnahmen des öfteren Hawkwind, Amon Düül beziehungsweise Iron Butterfly auf deren Plattenrille laufen gehabt haben.

Was auf den Titeltrack ebenso zutrifft. Mit knapp zehn Minuten Spielzeit werden sämtliche Stärken der Band aufgezeigt. Eine mysteriöse hypnotische Stimme, vorwärts rauschende Instrumentalparts und ein drückender Gesamtsound runden einen Höhepunkt des Albums ab. Bei "Three King Fishers" wird der Querverweis zu den Sixties dann real, denn hierbei wurde eine Donovan-Nummer ausgegraben und in das typische Monster Magnet-Grundgerüst integriert. Mit "Paradise", einer schicken Midtempo-Nummer, zeigt sich die Vielfältigkeit der Band.

Fast könnte man meinen, dass die Jungs aus New Jersey einen albumtechnischen Monolithen geschaffen haben, wäre da nicht der eher ideenlose und etwas fade wirkende Mittelteil des Albums. Nummern wie "Hallelujah" oder "Mindless Ones" sind nett, mehr aber auch nicht. Sei einem die Verschnaufpause gegönnt, wenn das Finale mit Brechern wie "End of Time" oder "Stay Tuned" eingeläutet wird. Stoner-Herz was willst du mehr?!

Monster Magnet (Homepage) zeigen dem Psychedelic-Stoner-Rock-Nachwuchs, wie der Hase läuft (oder schwebt?). Auf den 52:40 Minuten werden (mit wenigen Ausnahmen) sämtliche Stärken der Band aufgezeigt. Straighter Wüstenrock, kosmische Instrumental Trips und ein zumindest stimmlich cleaner Dave Wyndorf runden das Gesamtpaket wunderbar ab. "Last Patrol" reiht sich mühelos in die Reihe erstklassiger Monster Magnet-Outputs ein. Dass daraus kein uneingeschränktes Klassikeralbum wurde, zeigt sich zum einen, dass ein Überhit à la "Negasonic Teenage Warhead" vergebens gesucht wird, zum anderen am eher schwachbrüstigen Mittelteil. Ein musikalischer Acid-Trip ist den Jungs aber allemal gelungen! P.S. Hoffentlich steht der eine oder andere Song von "Last Patrol" auch auf dem Tour-Menüplan…

 

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