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Debüt-EP "S/T" von Discure

Im vergangenen Juli hat die Vorarlberger Band Discure beim poolbar-Festival begeistert und im Rahmen der Serie "Best of the West" im pool gespielt. Die Band besteht aus Teilen solch renommierter heimischer Acts wie Devastating Enemy, Endiryah oder Six Score. Nun veröffentlichen die sechs Wahlwiener, die erst 2012 zueinander gefunden haben, mit ihrer neuen Band Discure ihre Debüt-EP "S/T" über das deutsche Label Blacksmith Records (VÖ: 10.10.2013).

 

Der folgende Review erschien auf der Online-Plattform enemy.at

 

Dem geneigten Hörer wird ein stimmiger Mix aus Grindcore und Death Metal mit hardcorelastigen Einschüben geboten, welchen die Band selbst als "Bananengrind" (what the fuck?) bezeichnet. Doch so humoresk und entspannt, wie sich die Mitglieder in Interviews geben, wenn es um das Eigentliche geht, nämlich den musikalischen Inhalt, so schnell wird aus Jux und Tollerei auch bitterer Ernst. Das spiegelt sich in den aggressiven Hasstiraden wieder, die von einem der beiden "Schreihälse" (in deutscher Sprache!) unter’s Volk gebracht werden. Textlich setzt man auf sozialkritische Themen, mediale Beeinflussung, auf die Gesellschaft und deren Folgen. Vorväter wie Napalm Death, Blockheads oder Nasum wären sicher stolz auf die Jungs!

 http://poolbar.at/system/asset/filename/17915/discure_st_ep.jpg

Auch musikalisch hat das Sextett einiges zu bieten. Die fünf Stücke bewegen sich durchwegs im Uptempo-Bereich, welche immer wieder durch knackig-würzige Blastbeat-Einschübe bzw. breakdownlastige Moshparts aufgelockert werden. Der Hörer wird beim heimischen Probehören immer wieder dazu verleitet, ein ordentliche "Sanierungsmaßnahme" in seiner Wohnung durchzuführen. Man merkt einfach den traumwandlerischen Umgang der Jungs mit ihren "Waffen".

Für das Mixing dieser herrlich authentischen Soundwand zeichnet sich kein geringerer als Steve Wright verantwortlich, welcher schon mit Kalibern wie Slipknot, Dying Fetus oder Misery Index zusammenarbeitete. Auch das verstörende Artwork von Thomas Riess muss in Zusammenhang mit dem dargebotenem Musikgut positiv erwähnt werden.

Fazit: Beim Erstlingswerk von Discure handelt es sich um eine routinierte Scheibe einer aufstrebenden Grindcore-Combo. Der knallende Sound, die Leichtfüßigkeit und Entspanntheit, mit der die Jungs zu Werke gehen, lässt auf mehr hoffen. Auch, dass sie ihren Ärger in heimischer Sprache von der Seele schreien, spricht für die Eigenständigkeit der Band. Leider ist das Massaker nach nicht einmal 14 Minuten schon wieder vorbei, noch ehe der erste Schweiß auf der Stirn geronnen ist. Außerdem könnten noch etwas mehr musikalische Originalität an den Tag gelegt werden. Ansonsten heißt es: Auf die Repeat Taste drücken, damit der Spaß wieder von vorne beginnen kann!

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