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Rastlos in der Freizeit

Immer mehr Dinge werden in immer weniger Zeit erledigt, so lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung. Die Zeitschrift Biorama hat sich die Ergebnisse genau angesehen.

Wie verbringt der „durchschnittliche Österreicher“ seine Freizeit? Dieser Frage geht das Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) nun seit 3 Jahrzehnten nach. Spannend, denn der gesellschaftliche Wandel lässt sich am deutlichsten im Freizeitverhalten nachweisen.

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Die Entwicklung der letzten 17 Jahre zeigt eine Zunahme an regelmäßig ausgeübten Freizeitaktivitäten: Der „durchschnittliche Österreicher“ geht in seiner Freizeit heute regelmäßig 19 Aktivitäten nach, das ist ein Drittel mehr als noch 1996.

Ein Vergleich der letzten Jahre zeigt zwar, dass das Mehr an Freizeitaktivitäten nicht zu Lasten einer bestimmten Aktivitätengruppe geht, der längerfristige Vergleich macht jedoch deutlich, dass diese Zunahme vor allem auf die gestiegene Vielfalt der Mediennutzung zurückzuführen ist. Denn während 1996 noch 29 Prozent der Aktivitäten aus diesem Bereich stammte, sind es heute bereits 40 Prozent. Hauptverantwortlich dafür ist neben dem Aufkommen der Mobiltelefonie auch das Aufkommen des Internets und das damit verbundene Schreiben von E-Mails, Onlineshopping, Onlinebanking, die Nutzung von Social Media etc.

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Institutsleiter Prof. Peter Zellmann dazu: „Die Menschen haben in den letzten 90 Jahren ein Drittel an Lebenszeit dazu gewonnen, statt 60 werden wir im Durchschnitt etwa 80 Jahre alt. Im selben Zeitraum hat sich die Wochenarbeitszeit europaweit halbiert und heute machen die meisten von uns 5 Wochen Urlaub. Trotzdem geben 80% der Menschen an, über weniger Zeit zu verfügen. Die Freizeitindustrie hat uns fest im Griff. Die technischen Möglichkeiten stehlen uns letztlich mehr Zeit, als sie uns geben. Die Konsum-Technik-Falle hat längst zugeschnappt. In immer kürzeren Zeiteinheiten werden immer mehr Dinge bzw. Aktivitäten hineingepfercht. Manches erledigen wir sogar gleichzeitig. Das geht vermutlich zu Lasten der Freizeitqualität. „Burn out“ ist nur eine der Folgen eines Lebensstils, der mit wirklich „freier Zeit“ wenig zu tun hat.“

 

HIER geht’s zum Forschungstelegramm des IFT.

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