Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


Fräulein Hona - The Ground Beneath Our Feet

Fräulein Hona, die vierköpfige multiinstrumentale Singer-Songwriter-Acoustic-Pop-Band mit Vorarlberg-Background, erzählt auf ihrem Debütalbum "The Ground Beneath Our Feet" im Sinne von "quiet is the new loud" Geschichten vom Reisen, vom zu Hause sein, vom Seinen-Platz-Finden, vom Verlieren und Träumen, der Unmöglichkeit Dinge und Personen festzuhalten und dem Exzess.

Lisa Hechenberger hat sich das Album für enemy.at angehört und folgenden Review verfasst:

http://poolbar.at/system/asset/filename/18090/fra_ulein-hona-bandfoto.jpg

Es fängt sehr ruhig an, langsam hört man ein paar Geräusche, die schwer zuzuordnen sind. Ist es Straßenverkehr, sind es knarzende Holzdielen, ein loderndes Feuer, der Wind, der an einem vorbeirauscht? Man weiß es nicht. Gerade als die Geräusche etwas lauter werden setzt zaghaft eine Gitarre ein und spielt eine einfache Melodie. Ein Glockenspiel kommt dazu, dann eine Frauenstimme. Eine weitere Frauenstimme. Ganz ruhig singen sie gemeinsam.

Doch mit einem Mal kommt ein Rhythmuswechsel; mehr Instrumente, mehr Stimmen und mehr Energie werden dem Zuhörer entgegengeblasen. Bis diese Welle verebbt und wieder Platz für die ruhige Melodie gemacht wird. So präsentiert sich der Anfang des Albums "The Ground Beneath Our Feet" der Wiener/Vorarlberger Band Fräulein Hona und gleichzeitig der Song "(Blue Is The Colour Of) Sailors".

Das weibliche Quartett zaubert wunderbaren Acousticfolk, verfeinert mit raffinierten Gesangsarrangements. Seit September 2010 besteht die Band und lädt zu einer gemütlichen Reise von Seemännern bis hin zu verwunschenen Orten ein, ohne dass man das Wohnzimmer überhaupt verlassen muss.

 

Die Songs sind einfach und klar und klingen so, als würden die vier Damen gerade direkt vor einem sitzen und auf ihren unzähligen Instrumenten spielen. Denn neben Gitarren und Glockenspiel finden auch ein Kazoo, ein Cello, eine Violine, eine Ukulele, eine Trillerpfeife und mehr ihren Einsatz. Trotzdem gibt es keine sinnlosen Schnörkel und übertriebenes Pipapo, sondern einfach nur schöne Musik und gut aufeinander abgestimmten Gesangsparts.

Hervorzuheben ist der Song "Particles", der mit seinem Steicherarrangements umso eindringlicher klingt. Ebenso sollte "23rd Of December" nicht ungehört bleiben, und das nicht nur aus aktuellem Anlass, sondern vor allem auch aufgrund der großartig eindringlichen Textzeile "Once a year I get mindlessly pissed". Hier ist es wieder so, dass ein Songpart das musikalische Ruder rumreißt und das gesamte Lied in eine völlig neue Richtung lenkt, trotzdem aber wieder den Anschluss zum vorherigen Teil findet.

http://poolbar.at/system/asset/filename/18091/fra_ulein-hona-tgbof-cover.jpg

Mit "24 Stunden" und "Es Tanzt Nicht" haben sich auch zwei deutsche Songs auf das Album geschlichen, wo man jedoch nicht so ganz weiß, wie diese einzuordnen sind. Musikalisch ohne Frage gut, stören sie jedoch auf eine Art und Weise den Hörfluss, weil die beiden Titel völlig anders klingen, als alles andere auf der Platte. Doch in Anbetracht des Bandnamens und des Albumtitels scheint diese deutsch-englische Mischung durchaus gern eingesetzt zu werden.

Mit "The Ground Beneath Our Feet" ist Fräulein Hona ein sehr schönes Erstlingswerk gelungen, welches sich perfekt für die aktuelle Zeit eignet. Einfach mal zu Hause bleiben, einen Tee aufsetzen und dazu gute österreichische Musik hören.

 

Fräulein Hona - The Ground Beneath Our Feet

VÖ: 19.10.2013

Das Album steht zum online Streamen auf der Bandcamp Seite von Fräulein Hona bereit: HIER

0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren