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Ken Hayakawa im Interview

Ken Hayakawa ist eine dieser Schlüsselfiguren der Wiener Elektronik-Szene. Stefan Niederwieser und Johannes Piller haben ihn für ein thegap.at-Interview zum anstehenden Release seiner neuen EP "Kasumi" befragt und ihm drei Wünsche an den Kulturstadtrat entlockt.



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Laut den The Gap-Elektronik-Redakteur_innen macht Ken Hayakawa den besten Schweinsbraten der Welt. Er kümmert sich aber auch seit Jahren um das leibliche Wohl der Techno-Liebhaber_innen dieser Stadt, sei es bei Flex Schallplatten, als Resident beim legendären Crazy, als Kopf hinter dem Label Schönbrunner Perlen oder mit Releases auf Musik gewinnt Freunde (dem Label von Kollektiv Turmstrasse), Estrela oder Kaato Music.

Ken Hayakawa ist eine dieser Schlüsselfiguren der Wiener Elektronik-Szene, die immer ein wenig im Hintergrund geblieben sind – vermutlich weil er nie ein Album veröffenlicht hat, bei dem sich dann alle den Mund wässrig reden hätten könnten. Das Album-Format hat ja speziell im elektronischen Bereich über die Jahre gelitten. Verkauft wird davon ohnehin wenig, gefragt sind einzelne Tracks, Tools für den Floor. Man muss dafür schon leidensfähig und sehr geil auf Lorbeeren sein. All das kann ja nach einer EP noch kommen. Verdient wäre es für Ken Hayakawa auch jetzt schon.

 

Stefan Niederwieser und Johannes Piller haben Ken Hayakawa kurz vor dem Release seiner neuesten EP "Kasumi" für thegap.at zur Wiener Szene, zum Stadtrat und seinem neuen Release interviewt.

 

Deine neue EP "Kasumi" ist eine Hommage an deine Tochter. Was hat sich musikalisch bei dir seit ihrer Geburt verändert?

Schwer zu sagen, musikalisch bin ich meiner Meinung nach konkreter. Das hängt auch damit zusammen, dass ich mein Studio umstrukturiert hab. Früher war die technische Ausrichtung auf analoge Klangerzeugung und Vintage-Sound. Mittlerweile versuche ich aber solchen stilistischen Einschränkungen aus dem Weg zu gehen und hab mir mein Studio so eingerichtet, dass ich Ideen so schnell wie möglich umsetzen kann.

Mit Tracks wie "Wien bei Nacht" und "Über den Dächern" gibt es immer wieder starke Bezüge zur Alpen-Hauptstadt. Haben dich abstrakte Techno-Videos gelangweilt? Wie kommt es?

Nein, ich liebe abstrakten Techno wie auch die Videos dazu! Aber das Leben ist halt von mehreren Stimmungen geprägt. Jede Situation hat ihren Sound. Wenn mein kompletter Alltag so aussehen würde wie abstrakter Techno, dann wäre das traurig, düster und kühl wahrscheinlich. So wie beim Essen, schön abwechslungsreich bekommt einem am Besten.

Was fehlt den Leuten hier, um international stärker wahrgenommen zu werden?

Die Masse. Österreich ist klein, Wien ist ein Dorf. Dadurch fehlt auch eine richtige Struktur. Wir haben nur wenige Agenturen, die sich um unsere Künstler kümmern. Das hat zur Folge, dass auch diese paar wenigen Agenturen, die es gibt, kaum Risiko eingehen. Der Fokus ist im Ausland und der Konsument sieht halt nur das, was ihm serviert wird.

Was steht 2014 bei dir am Plan? Was werden wir von den Schönbrunner Perlen zu hören bekommen?

Am 18. Februar kommt die Schönbrunner Perlen #6 (SP006), die es auch auf Vinyl geben wird, dann haben wir vorerst ein weiteres Release geplant und eine Compilation.

Wenn dir der Kulturstadtrat drei Wünsche erfüllen könnte, welche würdest du ihm nennen?

Puh, das ist ein ernstes Thema, wo man nicht zu unbedacht antworten sollte. Aber ein Punkt wär für mich die Ausrichtung vom Kulturstadtrat. Da geht es ja eigentlich nicht um zeitgenössische Kunst, sondern viel mehr um Tourismus und Geld. Also mein erster Wunsch wäre, dass der Fokus auf zeitgenössischer Kunst stärker wird. Für Wunsch 2 und 3 würde ich mehr Zeit und Gespräche brauchen um etwas Sinnvolles, Bedachtes zu wünschen.

Kannst du eigentlich von deiner Musik leben?

Von meiner alleine nicht. Musik ist in unserer Szene mehr ein Promotion Tool geworden. Im Verkauf ist nicht mehr viel drinnen, weil die Masse keine Musik mehr kauft.

 

Ken Hayakawas neueste EP "Kasumi" wird am 18. Februar veröffentlicht werden.

www.kenhayakawa.com

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