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Austrian Heartbeats - Buch und CD #01

Es tut sich was in der heimischen Musikszene, das ist nicht zuletzt am diesjährigen Eurosonic Noorderslag Festival deutlich geworden, als Österreich zum Schwerpunktland für 2014 erhoben wurde. Nun beschäftigt sich auch das Buch "Austrian Heartbeats - Reiseführer für aktuelle Musik aus Österreich" mit der momentanen österreichischen Musikszene abseits von Klassik und Schlager.



Die verborgene Stärke der aktuellen Musiklandschaft Österreichs liegt in den Nischen, sei es der Popkultur, der experimentellen Musik, des Jazz oder der Elektronik. Wie in anderen Kunstsparten auch (siehe Michael Haneke oder Elfriede Jelinek), bieten Österreichs Musiker_innen nicht immer einfach Zugängliches – vielleicht auch weil die Distanz zum schlagerdominierten Mainstream so groß ist, dass bewusste Abgrenzung attraktiver erscheint als Anbiederung. Die "Austrian Heartbeats" stehen somit für einen sturen aber gesunden Hang zur Idiosynkrasie. Manche haben damit international erst recht Erfolg, wie etwa Soap&Skin, Elektro Guzzi oder Dorian Concept, viele werden noch in den nächsten Jahren folgen – der Schwerpunkt auf Österreich beim Eurosonic Noorderslag Festival 2014 ist dafür ein gutes Indiz.

In diesem Land gibt es eine Reihe hervorragend programmierter Clubs und Festivals von internationaler Relevanz, gute Plattenläden und eine wunderbare Offenheit zwischen den Musikszenen. Die Musikschaffenden wie auch ihr Umfeld, die Labels, Booking-Agenturen, Veranstalter_innen, Manager_innen etc. leben für die Musik, wenngleich zumeist erschreckend schlecht von ihr. "Austrian Heartbeats" steht also auch für die Hingabe und Liebe der österreichischen Musikszenen zur Kunst.

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BUCH: "AUSTRIAN HEARTBEATS - REISEFÜHRER FÜR AKTUELLE MUSIK AUS ÖSTERREICH" (Verlag für moderne Kunst)

Wo entdeckt Parov Stelar in Oberösterreich spannende Sounds? Was zeigt Patrick Pulsinger seinen Freund_innen aus dem Ausland, wenn sie nach Wien kommen? Welche Radiosendungen empfiehlt uns Gustav? Auf welchem Friedhof möchte Austrofred einmal begraben werden?

"Austrian Heartbeats" liefert Antworten auf all diese Fragen sowie jede Menge nützlicher Adressen, Hinweise und Ratschläge, Interviews und Essays, sowie informative Texte zur aktuellen Musiklandschaft Österreichs, von Elektronik über Pop und Metal bis Neue Musik.

Enthalten sind Interviews mit Attwenger, Bauchklang, Bensh, Der Nino aus Wien, Veronika Eberhart (Plaided, Tirana), Effi, Fuzzman, Gustav, HMBC, Mel, Wolfgang Möstl (Mile Me Deaf, Sex Jams, Killed By 9V Batteries), Ogris Debris, Maja Osojnik, Thomas Pronai (Bo Candy & His Broken Hearts), Parov Stelar und Patrick Pulsinger.
 
Mit Beiträgen von Austrofred, Thomas Edlinger, Rainer Elstner, Sebastian Fasthuber, Andreas Felber, Robert Fröwein, Franz Hergovich, Rainer Krispel, Johannes Luxner, Robert Rotifer, Stefan Trischler, Doris Weberberger und Franz Wenzl.

Als Herausgeber zeichnet Austrian Music Export (eine gemeinsame Initiative von mica – music austria und dem Österreichischen Musikfonds) verantwortlich.

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CD: "AUSTRIAN HEARTBEATS #01 SELECTED BY PATRICK PULSINGER" (col legno)

mica - music austria und col legno haben eine neue CD-Edition ins Leben gerufen: Austrian Heartbeats. In vorerst drei Ausgaben soll die Vielfalt an qualitativ hochwertiger Musik aus Österreich aufgezeigt werden. Persönlichkeiten, die selbst als Komponist_in oder Musiker_in tätig sind, wählen junge, aufstrebende Musikschaffende diverser Genres aus und stellen deren Werke zu einer vielfältigen Kombination zusammen. Für die vorliegende Nummer #01 der Reihe zeichnet sich Patrick Pulsinger verantwortlich. Es ist eine wunderbar poppige Platte geworden!

Als federführende Figur der österreichischen Elektronik-Szene, die enge Verbindungen zur Welt von Jazz und Improvisation pflegt und dazu noch eine Zweitkarriere als Produzent in den unterschiedlichsten Genres bis hin zum Indie-Rock unterhält, ist Patrick Pulsinger wohl ideal platziert, um früher als andere heranwachsende Talente zu erspähen. Kein Wunder, dass er 2013 zum Kurator des Wiener Popfests berufen wurde und jetzt auch zur Zusammenstellung dieser außergewöhnlichen Kollektion. Wie von einem vielseitigen musikalischen Geist wie ihm nicht anders zu erwarten, vereint Pulsinger hier vier völlig unterschiedliche, aber jeweils von einer eigenständigen Pop-Vision ausgezeichnete Acts und gönnt ihnen genug Raum, ihr Schaffen ausgewogen darzustellen. Die jeweils drei Songs von den vier auf der CD vertretenen Acts Arktis/Air, Fijuka, Mimu und Wandl wurden von den Künstler_innen selbst gewählt.

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ARKTIS/AIR
Arktis/Air widmen sich der gnadenlosen Überdehnung aus jener falschen Scham resultierender Genre-Hilfsbezeichnungen wie Avant Rock, Math Rock oder Post-Rock. Als aufmüpfige Bande Purismus-resistenter Jazzer operieren sie dabei am »härteren« Ende des Spektrums, wo die Improvisationsoption Lärm dem Skalendreschen vorgezogen wird und ansonsten wenig andere Regeln als deren strikte Missachtung gelten.
 
FIJUKA
Man muss nicht erst bis zu Lennon und McCartney zurückblättern, um zu wissen, dass es immer zu einfachist, die Chemie eines erfolgreichen Duos auf die Zutaten zweier klar definierter Persönlichkeiten zu reduzieren. im Fall von Fijuka lässt sich allerdings schon eine ziemlich überzeugende Yin-und-Yang- These vorbringen. Sie entwickeln eine erstaunliche Reichweite von glitzernd elektrischer Tanzbarkeit bis zu feingliedrig-akustischer Kargheit.

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MIMU
Jene Geschichten, die Mimu Merz alias MIMU mit gefundenen Geräuschen von der Straße oder aus der Natur bzw. mit mikroskopisch nah ans Ohr herangeholten akustischen Instrumenten illustriert, vereint eine ausgeprägte Tendenz zum Blutvergießen unter der lieblichen Oberfläche. Ans Kunstlied erinnernde Agogik bricht mit den Erwartungen gängiger Tempo-Konventionen. Aber das erstaunlichste Ausdrucksmittel der zwischen Wien und Paris pendelnden Steirerin bleibt immer noch ihre außergewöhnlich expressive Stimme.
 
WANDL
Musik oft weit jenseits der Grenze zum weißen Rauschen, weit hinein ins Land einer wummrigen Psychedelik, wie sie auch Menschen unter zwanzig verstehen. Die unbesorgte Lockerheit, mit der Wandl seine tracks baut, die gänzlich unangestrengte Emotionalität seines Gesangs, der sich mitunter ganz im Stil eines Soul-Sängers an ein nie vollständig realisiertes, melodisches Motiv schmiegt, sind Kennzeichen diesen jungen Mannes.

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