Poolbar Blog

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Review: Ja, Panik und Fuzzman & the Singing Rebels

Ist der Donnerstag nun der neue (Party-)Freitag oder der alte Mittwoch?
Schwer zu beantworten, aber das Publikum strömte an diesem Abend zum poolbar-Festival 2014. Grund genug gab es, um diese ehrenhafte Stätte zu besuchen, denn es war einiges los: Die ersten BesucherInnen erwartete eine volle Dröhnung an Ticketliteratur, die von der Lesung Junge Szene - ja - vorgelesen wurde.

Pünktlich um 21 Uhr, vielleicht ein oder zwei Minuten danach, eröffnete der „Fuzzmann“, mit bürgerlichem Namen Herwig Zamernik – kennen wir von Naked Lunch, oder? –, mit seinen singenden Rebellen den musikalischen Part des Abends im pool. Wenn wir das Motto des poolbar-Festivals hernehmen „Kulturelles von Nischen bis Pop“ fällt Fuzzmann genau in diese Nischen. Noch. Und so wie der Name der Band klingt, so ist auch ihr Sound: Albern, nett, popig, komisch, piraten- und cowboyhaft und mit viel Liebe zubereitet. Eben "Schlagerrebellen" (Andreas Gstettner-Brugger). Aus diesem Grund können wir alle getrost mitschlagern: "I said hey! I said hey, I said ho, i said hey!"

Den zweiten Teil der euphonischen Achterbahn und auch definitives Highlight des Abends, bot Ja, Panik. Dieses Trio bzw. Quartett (unterstützt werden sie in der aktuellen Besetzung von Laura Landergott - Mile Me Deaf, hm?) hat etwas Zweischneidiges an sich. Von den einen geliebt, von den anderen gehasst – ich gehöre zu ersteren. Das Problem liegt wohl eher an der fast unmöglichen musikalischen Einordnung sowie an der Attitüde „wir machen´s so wie es uns gefällt“, nicht was der Mainstream (Indie-Pop) und Labels hören wollen. Und das gelingt ihnen famos! Aber wie können wir den Musikstil von „Ja, Panik“ überhaupt einordnen, wenn wir das unbedingt wollen oder müssen? Ich würde meinen, dass Andreas Spechtl (Gesang, Gitarre), der Sheldon Cooper des deutschen New-Wave Pops ist. Genial, überlegt und etwas introvertiert. 

Ja, Panik haben nicht nur mit ihrem dritten Album (The Angst and the Money) für Indie-Pop-Furore und Angst in der Finanzwelt („…ohne Geld, keine Angst, alles hin, hin, hin. Ohne Angst, kein Geld, alles hin, hin, hin…“) gesorgt – nach dem sehr experimentellen und weniger erfolgreichen (aber genialen) DMD KIU LIDT –, sondern schafften sie es mit ihrem fünften Studioalbum „Libertatia“ im Frühjahr auf das Cover der SPEX – das heißt was – Bravo und verdient! Und dieses Album stand auch im musikalischen Mittelpunkt des Abends. Spätestens beim Track „Libertatia“, den eigentlich nicht nur FM4 HörerInnen kennen sollten („…one love, no nation!“) gab es auch im Publikum kein Halten mehr. Wobei hier noch erwähnt werden muss, dass der pool ganz schön voll war, und dass obwohl gerade genügend andere Veranstaltungen stattfanden (z.B. Szene Open Air). Es gibt doch noch viele Menschen in Vorarlberg, die abseits des Musikmainstreams stehen. Schön!

Aber damit war der Abend noch nicht beendet. Im Wohnzimmer wurde noch das DJ Set von Problembär Records zum Besten gegeben… Aber es ging weiter: Als sich die Menge auch nach 2.00 Uhr morgens nicht verflüchtigen wollte, schwangen sich Stefan Pabst (Bass) und Sebastian Janata (Drums) von „Ja, Panik“ hinter die Turntables. Wird wohl was mit dem Partydonnerstag werden und in diesem Sinne

“…wo wir sind ist immer Libertatia, worldwide befreit von jeder nation…“

 

Livemitschnitt von "Ja, Panik"

Und schöne Bilder gibt´s hier.

 

[cs]

 

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