Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


„The Bianca Story“ und „Wallis Bird“ beehrten den Pool

Ein facettenreicher Abend hinterlässt viel Eindruck: Basler Pop trifft auf Vielschichtiges einer irischen Powerfrau

 

„The Bianca Story“, eine 6-Personen-Formation aus Basel, präsentierten sich anfangs mit leichtfüßigem Indie, stets geführt von den beiden Leadsängern Elia Rediger und Anna Waibel. Das „Haifischbecken“, wie Elia treffend den vorderen (weil zunächst leeren) Bereich der Bühne bezeichnete, blieb nicht lange unbemannt, denn mit der Zeit entwickelten sich „The Bianca Story“ melodisch und musikalisch zu absolut tanzbaren Stimmungsmachern. Angeführt vom (im positiven Sinne) etwas verrückten Frontmann Elia, der sich nicht scheute, „crazy moves“ auf der Bühne und im Pool vorzuzeigen und die Gäste zu animieren, schaffte es die Band die Gunst des gesamten Publikums im Verlauf des Konzerts für sich zu gewinnen. Es wurde multiinstrumental gearbeitet – sei es mit Harmonika, Gitarren, verschiedensten Percussion-Instrumenten sowie Keyboard, und Elia erklärte: „Des Liad isch für dia, dia ab und zua a klis, klis, klis bizile Angscht hän!“ - es folgte hiermit das für mich prägendste Stück des Abends, gespickt mit rockigen, poppigen und teils auch ravigen Elementen … „Forget about your father, forget about your teacher, …“, forderte Elia immer wieder auf und nahm so tanzend und hüpfend, unterstützt von der gesamten Truppe, den Gästen die Sorgen von den Schultern. Und Anna’s engelsgleiche Stimme im Duett wirkte während allen Songs sowieso wie die reinste Wohltat. Die Formation kann bereits auch auf eine beachtliche Diskografie seit 2008 zurückblicken, und es war schön, „The Bianca Story“ als sehr gutem Opener im Pool zuhören und –sehen zu können.

 

Diverse Berichte im Vorfeld und positive Mundpropaganda ließen mich sehr gespannt auf Wallis Bird warten … „warten“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn wegen technischer Probleme erst 45 Minuten später als angekündigt erschien zuerst die gesamte Band, und wenig später unter lautem Jubel die zierliche Irin, die nun seit längerem in Berlin lebt und arbeitet. Zu Recht umjubelt, startete Wallis Bird nämlich gleich feuerwerksmäßig beim ersten Song voll in ihre Performance. Die Rechtshändergitarre seitenverkehrt spielend, ohne die Saiten umzuspannen (da ihr als Kind die Finger der linken Hand nach einem Rasenmäherunfall nur teils wieder angenäht werden konnten), beeindruckte Bird von Anfang an auf ganzer Linie. Mit vollem Körperbewusstsein, einem äußerst guten Gefühl für Rhythmik und Bewegung fetzte Bird regelrecht in die Gitarren und brachte dadurch so manche Saiten zum Reißen. Unterstützt von einer 4 köpfigen Band, die angefangen über Klarinette, Melodika, Trompete, Drums/Percussions, bis hin zu Beatboxing, Bass und Gitarre instrumental keine Wünsche mehr offen ließen, präsentierte Wallis Bird eine Auswahl verschiedenster Songs ihrer bereits 7-jährigen Karriere. Mit sympathischem Charme und coolem Witz während der Pausen erheiterte sie die Gemüter noch zusätzlich, falls diese nicht schon sowieso durch die Emotionen, die Bird durch ihre Songs absolut rüberbrachte, völlig entfesselt waren. Von Fröhlichkeit bis Traurigkeit – Bird verpackte alles so glaubhaft und authentisch in ihre Performance, dass mich zum Beispiel bei einem der „happy songs“ mit dem Titel „To My Bones“ reinstes Gänsehautfeeling überkam. Wie ein wilder Hippie wirkte sie, als sie sich während des Gitarrespiels tanzend von ihren Schuhen befreite und das Publikum immer mehr und mehr in ihren Bann zog. Ihre Stimmgewalt unterstützte sie manchmal gar durch die Verwendung von zwei Mikrofonen, und diese raue Stimme passt natürlich perfekt zu allen musikalischen Stilrichtungen, von Irish Folk und Rock bis hin zu Blues und Pop, was das sehr durchmischte Publikum dieses Abends total ansprach. Nur bei etwas ruhigeren Songs konnte man anfangs Teile der Zuhörerschaft leider etwas zu laut plaudern hören. Aber ich wage zu sagen, dass keiner der Gäste am Ende nicht beflügelt nach Hause ging, spätestens nach der ersten von zwei Zugaben eines gut eineinhalbstündigen Konzerts, welche Wallis Bird a cappella direkt im Pool sehr publikumsnah und wiederum gefühlvoll darbrachte.

 

Fazit: Zwei total mitreißende Shows! Vor allem Wallis Bird’s Performance werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren