Poolbar Blog

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Wortgewaltige Festreden

Sonntagabend fand der 15. Poetry Slam am poolbar-Festival statt, zahlreiche Festivalgänger kamen und ließen so das Wochenende angenehm ausklingen. Mieze Medusa und Markus Köhle luden aufs Herzlichste ein und führten durch einen spannenden, wortreichen Abend. Die SlammerInnen, die die Bühne betraten, kamen von allen möglichen Ecken her (aus Wien, Deutschland, Schweiz, viele auch aus dem Ländle) ein bunt gemischter Strauß im wahrsten Sinne des Wortes.

Gallery: Der wortgewandte Abend in Bildern.

Der Wettkampf der DichterInnen hatte dieses Mal 10 MitstreiterInnen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. In höchster Qualität und alle möglichen Themen ansprechend wurde es spaßig, hasserfüllt, ernst und dann wieder urkomisch. Mieze Medusa und Markus Köhle gaben eine tolle Moderation, verteilten großzügig Schokolade an das aktive Publikum und schenkten jedem Poeten Blumen von der Blumenwiese vor der poolbar.

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Folgende SlammerInnen gaben sich die Ehre:

• Vorjahressiegerin Lisa Eckhart
• Käthl
Fabian Navarro
• Simon Tomaz
Jonas Scheiner
Stefan Abermann
• Alan Waffelmann
• Charlotte
• Nina
Sara

Lebe während du schläfst
Die Slammerin Käthl aus Innsbruck übersetzte für die Zuschauer die allgemein bekannte Weisheit »Lebe deinen Traum«. Diese habe ja die Bedeutung »Lebe während du schläfst« und damit auch die für sie eigentliche Unsinnigkeit dieser Lebensphrasen. Da gab es unter anderem die Rede über Pixelschwuchteln, Lösegeldkompromissler, einer WG mit Hitler, Darth Vader und Sido, einem globalen Uno-Spiel das uns die momentane Weltordnung sinnbildlich mit Kindern erklärte, Thesen zum klugen Egoismus, Selbstmitleids-Parodien auf sympathische Weise und eine bewegte Jugend gespickt mit einem sympathischen Sprachfehler. Aber auch wortkarg funktionierte, einzig und allein mit jooo und naaa und das momentan allseitsbekannte Thema über das Wetterle. Manche redeten am liebsten über sich oder prangerten die Lebensweisheiten, die doch immer mehr zunehmen, an. Zum Schluss der ersten Runde brachte Sara noch eine geniale Rede zur Wortverarmung der doch so schönen deutschen Sprache auf den Punkt – in der Hoffnung den Punkt mitgeben zu können und diesen auch für gute Standpunkte einzusetzen.

 

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"#poolbar #slam #bistdudeppat Mit Wehmut sitze ich im Zug zurück nach Wien. Mir gegenüber Fabian Navarro, einer der neun fantastischen Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich gestern Abend die Bühne beim Poolbar Poetry Slam teilen durfte. Wir schwelgen. Ein Clubsandwich und einen frisch gepressten Orangensaft im Magen. Das Aftershowbier in den Knochen. Und noch immer ein Publikum in den Ohren, dessen Euphorie einen bis in das Hotelzimmer zu tragen weiß. Es gibt diese Tage, die dich daran erinnern, warum du für fünf Minuten Bühnenzeit sechs Stunden Zug fährst. Gestern war so ein Tag. Oarschgeile Texte. Flawless Hosts. Die Crowd hat Bock. Was soll man da noch sagen? Ich helfe mir an dieser Stelle mit einem gern zitierten Mantra der 'Slamily' und nehme mir die Freiheit, es etwas anzugleichen: "The point ist not the points. The point is poolbar!" Feldkirch, du bist eine Instanz. Danke." – Jonas Scheiner



Der längste Satz gepaart mit Ritterspielen und IS-Prävention
Die vier Finalistinnen Fabian, Simon, Lisa und Jonas gaben in der zweiten Runde dann noch das i-Tüpfchelen des Abends. Fabian gab eine witzige, ritterliche Satire mit eingebauten, zeitgemäßen Wörtern von sich. Simon befasste sich mit den unterschiedlichen Satzformen in pikant genauer Manier – natürlich in grammatikalisch überkorrekter Form und hatte wahrhaftig den längsten Satz mit gefühlten 40 Verschachtelungen dabei. Die Vorjahressiegerin Lisa wollte für das gespaltene Österreich was Gutes tun und hatte eine neue radikale und ehrliche Hymne dabei und gab diese zum Besten. Jonas schloss die finale Runde mit einem Drama in fünf Akten über das friedvolle Dörfchen Friedstadt und wie schnell doch das Chaos ausbrechen kann.

Ein Poetry Slam auf höchstem Niveau der begeistert gefeiert wurde. Am Ende gab es dann zwei Sieger – die Entscheidung fiel einfach zu schwer. Beide hatten trotz Klatschmarathon einfach zu viele Anhänger. Lisa und Jonas machten das Rennen und teilten sich dann gerne die Flasche und das T-Shirt. Gefeiert wurden alle SlammerInnen für den Mut, dass sie diese Bühne für fünf Minuten ihr eigen nennen konnten und ihre Darbietungen vorgeführt haben (lh).

 

x leuchtend herz x

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