Poolbar Blog

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Saul Williams, der glitzernde Poet.

Mit 08/15-Musik haben Saul Williams und Band schon rein gar nichts am Hut. Schweißgebadet, fasziniert, mit großen Augen und offenen Mündern hinterließ der Priestersohn und hauptberufliche Dichter aus Übersee gestern die Besucher seines schillernden Konzerts beim poolbar-Festival.

 

Was Saul Williams mit seinen wahrlich außerirdischen Musikern fabriziert, ist definitiv Musik – nur kaum beschreibbar, weil einzigartig. Die Zusammenarbeit mit Trent Reznor (NIИ) ist unüberhörbar, denn das krachende Beatfeuerwerk wird immer wieder gezielt mit einem Schuss Melancholie gefüttert.

Der Mann (das Beatmonster?) an der Drummachine bediente sein Instrument gestern mit Händen und Füßen, was einen unglaublich asynchronen und trotzdem in sich stimmigen und tanzbaren Rhythmus ergab. „Dracula“ stand mit Sonnenbrille und Federn im Haar klassich an seiner Orgel, während das dritte Bandmitglied die Saiten zupfte.

Saul Williams versprühte seine Energie durch den ganzen Pool. Mal mit geschwollener Brust und richtiger Könnerstimme (U2-Cover), dann wieder mit schnellem Rap (‚List of Demands‘) und großen Messages. Mit seinen Federn im Haar, den blau geschminkten Augen und glitzerndem Gesicht sah er aus wie der letzte Mohikaner, nur dass er eigentlich ein Wegbereiter und Verfechter des Stilbruchs und neuester Genre-Mischungen ist. Alles in allem: Tiefer, beatlastiger Crossover-Sound mit ausgefeiltesten Texten, groovigen Tiefen, vielen bunten Höhen zum Ausflippen und jeder Menge Drum n‘ Bass zum Tanzen.

Temporeiche Musik der neuesten Generation, Stilbruch par excellence!

 

 

Danke an igy & Wild für die Fotos.

Sein gemeinsam mit Trent Reznor produziertes und bisher nur im Internet vertriebenes Album “The Inevitable Rise And Liberation Of Niggy Tardust” ist seit 8. Juli auch regulär und mit fünf Bonustracks auf CD, als Limited Edition Double Vinyl und auf iTunes erhältlich.

 

Zum heutigen poolbar-Programm führt dieser Link.

Stefan Meier // dasDenkfabrik.at

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