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Mitschnitt von Kreiskys Radiosession

"Die Menschen sind schlecht" titelt Susi Ondrušová ihren Bericht zur FM4 Radiosession mit Kreisky im Radiokulturhaus.

Der Name der Band sei korrekt, meint Kreisky-Sänger Franz Adrian Wenzl, nach den Eröffnungsworten von Blumenau. Dieser hat einen 2 Minuten 30 walk down the memory lane unternommen und an Orte erinnert, an denen Kreisky schon gespielt haben, zieht kurz Bilanz über Sounderfahrung und (Sounderniedrigungen), bevor das Quartett mit der Eröffnungsnummer der gestrigen Radio Session loslegt: "Mit der Musik kamen die Spinner" vom klassisch schlicht selbstbetitelten Debüt der (ca.) fünfjährigen Band Kreisky.

Wer schon vor dem ersten Takt den Widerstand weckt, hat kein Häppypäppy-Programm parat. Kreisky, die Gewinner des FM4 Awards beim Amadeus 2009 werden geliebt: für die Songs, die Anzüge, die Ansagen, also die Texte.

Texte, die allerdings fast ausschließlich ein schwarzes soziales Loch umschreiben oder: beschreiben. Mittels Gesichtszügen sowas wie Freude zu versprühen, weil Kreisky in einem Radio Session-Rahmen laut werden – nein! Das geht nicht! Die vermittelte Dringlichkeit schleudert dieses Lächeln beim ersten Takt aus dem Verständnis-Strudel an den Rand. Glücklich sein auf später verschoben, klatschen und hüpfen ebenso. Es muss zugehört werden. Diesen Spinnern. An diesem spinnerten Abend.

Es gab ein "unausgesprochen ausgesprochenes credo" für (wahrscheinlich nicht nur) das gestrige Konzert im Radiokulturhaus: "Ka unplugged Scheiß"“ meint Wenzl im Interview am Nachmittag, "Ka playback Scheiß" wirft Gregor Tischberger ein und: "Ka unnötiger Remix-Scheiß, ka depperter Gastauftritt" vervollständigt Wenzl den Satz vom zurückgekehrten Kreisky-Bassisten. Pimp my Kreisky brauchts auch nicht wirklich.

Auch ich kann mich an die vier, fünf Kreisky-Konzerte an ungewöhnlichen Orten mit ungewöhnlicher Akustik erinnern. Da war eines weit außerhalb der Wiener Bezirksgrenzen, das ich auf einer Bierkiste verbracht habe, um eine Chance auf Sichtkontakt von diesem gebückten Wahnsinn zu bekommen, eines war auf einem Dach, das vorletzte war in einer Blackbox, das letzte in der Sauna. Mehr als an die konkrete Akustik kann ich mich an die Körperhaltungen der Band erinnern: wedelnde Arme, ekstatische Füße. Und wers nicht schon vorher auswendig gelernt hat, hört zum Beispiel was von einem Opa oder nach dem Einsickern dann die Erkenntnis, es handle sich doch um ein "Verschollenes Euroooooopa".

Den ganzen Text sowie Fotos gibt es hier auf FM4 nachzulesen (Fotocredit des Bildes liegt übrigens bei www.ikoon.at aka Nikolaus Ostermann!)
Und auch den Videomitschnitt haben die Herren und Damen des Kultradiosenders zur Verfügung gestellt.

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