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verliebt, verzopft, verwegen

"verliebt, verzopft, verwegen - 
Geschichten lesbischer (Un-)Sichtbarkeit im Wien der 50er und 60er Jahre
" - so heißt der Film, der bei identities 2009 mit seiner außergewöhnlichen Aufarbeitung eines fehlenden Stücks Geschichte den Publikumspreis gewann. Durch den Verleih des Festivals - dv8 Film -, der 2009 ein Kurzfilmprogramm in der poolbar kuratierte, startete der Film am 20. November in Wien in den Kinos und wird jetzt ab 14. Dezember im Wiener Top Kino zu sehen sein. Jeweils um 18 Uhr.

Ganz schön grau und verzopft war die Bundeshauptstadt anno dazumal. Die Szene war – sofern es sie überhaupt gab – schwul. Besonders einladend wirkte der sogenannte ‚Sub’ jedoch nicht: Im Falle der (nicht seltenen) Polizeirazzien mussten Lesben und Schwule schön gesittet an den Tischen sitzen – ganz ‚normal‘ und ‚unauffällig‘. Lesbisches Leben fand im Privaten, Verborgenen statt. Bilder davon gibt es, im Gegensatz zu anderen Ländern, in Österreich nur sehr wenige. Diese visuelle Leerstelle existiert – mit einer Unterbrechung in den gut dokumentierten 1970er Jahren, in denen die Lesbenbewegung politisch wie medial durchaus präsent war – im Grunde bis heute. Obwohl „Lesben immer und überall sind“.




Katharina Lamperts und Cordula Thyms ambitioniertes Regiedebüt beschäftigt sich mit Lebensmodellen und Netzwerken lesbischer Frauen in Wien in den 1950ern und 60ern. Im Mittelpunkt von verliebt, verzopft, verwegen stehen Interviews mit drei Zeitzeuginnen, die sich zu jener Zeit in der Szene bewegten und auf eloquente, unterhaltsame und erfrischend (selbst-)ironische Weise davon berichten, wie es war, sich schon in der Jugend als „anders“ zu erleben und trotz der gesellschaftlichen Hindernisse und ohne positive lesbische Vorbilder ihre eigene Identität zu finden.



www.identities.at
www.verliebtverzopft.at

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