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Final Fantasy's "Heartland"

Streicher mit Konzept

Von: Klaus Buchholz

Owen Pallett alias Final Fantasy ist im Orchestergraben angekommen. Von dort aus setzt er zum nächsten Höhenflug an.

Dass sich hinter dem Pseudonym Final Fantasy der virtuose Violinist und Komponist Owen Pallett verbirgt, dürfte mittlerweile bekannt sein. Dass er auch außerhalb seines Umfelds in Kanada (Arcade Fire, The Hidden Cameras, ...) ein gefragter Arrangeur ist - zuletzt hat er etwa an zwei Songs der Pet Shop Boys mitgeschraubt -, ebenfalls. "Mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten, ist wie eine Therapie für mich. Wenn ich alleine arbeite, sehe ich die meisten meiner Entscheidungen im Nachhinein sehr kritisch. Es macht Spaß so zu arbeiten, aber man kann sich auch ziemlich einsam dabei fühlen", erklärt er. Und es sind Sätze von Bestand, das hört man in seiner Liebe zum klanglichen Detail.

Eine Hingabe, die auch in seinem neuen Album spürbar ist. "Heartland" ist das erste Werk des Kanadiers, das komplett orchestral eingespielt wurde. Eine wahre Spielwiese für Pallett, der seit seinem Debüt "Has A Good Home" (2005) die Aufmerksamkeit für sich als Solokünstler kontinuierlich steigern konnte - wohl nicht zuletzt dank seiner beeindruckenden Live - Auftritte. Diese sind von seinem exakten Geigenspiel und dem gleichzeitigen Einsatz von Fußpedalen und anderer Sample - Apparatur geprägt. Mit deren Hilfe spielt er Elemente seiner Songs live ein, um sie übereinander zu legen, zu loopen und so (beinahe) die klangliche Vielschichtigkeit eines kleinen Orchesters zu erreichen. Der Übergang von Pop hin zu klassischer Musik ist dabei fließend, wobei die Melodien stets eingängig bleiben. Zumindest bislang, denn "Heartland" ist ein komplexes, rund 45 - minütiges Konzeptalbum geworden und um einiges abstrakter ausgefallen als vieles, was bisher von Final Fantasy zu hören war. Der Vorfreude auf die Live - Umsetzung tut das aber keinen Abbruch.

Text erschienen auf TBA.
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