Poolbar Blog

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Crystal Fighters im Interview

poolbar mit Pratersauna hieß das Schwesterprojekt des poolbar-Festivals in Wien, das den Osten Österreichs fünf Tage lang mit feiner Musik und Kultur von Nischen bis Pop versorgte. Unter anderem mit dabei die Crystal Fighters, die Magazinautorin Claudia Merz zum Interview bat:

Crystal Figthers - warum die eigentlich fünfköpfige Band im Moment nur zu dritt unterwegs ist, wieso sie sich nach einer Oper benannt haben und um was es sich bei einem Txalaparta handelt, gibt es hier zu lesen.

Die Entstehung der Band
Sebastian: Gilbert und ich kennen uns schon, seit wir klein sind. Vor drei Jahren hat Gilbert mir Graham vorgestellt und wir haben begonnen, darüber nachzudenken, gemeinsam Musik zu machen.
Gilbert: Dann haben wir Laura und Mimi kennen gelernt. Als Lauras baskischer Großvater starb, hinterließ er ein Skript für eine Oper, die wir aufgegriffen haben und als unsere Inspirationsquelle herangezogen haben. Wir haben begonnen, uns mit der baskischen Kultur und Musik auseinander zusetzen, durch Laura haben wir sozusagen eine neue Welt kennen gelernt.

Im Moment seid ihr aber nur zu dritt unterwegs, wo sind denn die beiden weiblichen Bandmitglieder, Laura und Mimi?
Gilbert: Auf unserem Album, das im September veröffentlicht wird, sind die Mädels dabei. Unsere Liveshows haben sich aber in eine Richtung entwickelt, die besser zu dritt funktioniert. Wir haben jetzt mehr Punkelemente, spielen viele späte Gigs in kleinen Clubs und haben deswegen gemeinsam beschlossen, dass es im Moment so besser passt.
Graham: Wir haben aber vor, die Mädels wieder mehr zu involvieren und im Sommer, wenn wir größere Shows spielen, auch wieder auf die Bühne mitzunehmen.

Crystal Fighters und die Oper
Gilbert: Die Oper war der Startpunkt, von dem aus wir begonnen haben, uns mit der baskischen Kultur, Musik und ihren Instrumenten zu beschäftigen. Dieses Wissen haben wir mit unseren individuellen musikalischen Ideen und Einflüssen vermengt und so hat sich unser eigener Stil entwickelt. Es ist eine Kombination aus Altem und Neuem. Wir spielen baskische Instrumente wie das Txalaparta, ein Schlaginstrument aus Holz, das die meisten Leute wahrscheinlich vorher noch nie gesehen haben.
Sebastian: Am Anfang haben wir Teile der Oper auch tatsächlich aufgeführt.Wir sind Fans von abstrakter Kunst und auch wenn unsere Konzerte vielleicht wie dance punk shows wirken, hängt das doch alles mit der Oper zusammen und stellt immer einen Teil davon dar.
Graham: Es ist ein Prozess, der sich stetig entwickelt und wir sind ein Teil davon.
Sebastian: Aber wenn das Album raus kommt, wird euch das alles klar sein und ihr werdet denken, oh yeah! (lacht)

Wie wichtig ist es für eine neue Band, ihrem Sound eine gewisse Einzigartigkeit zu verleihen?
Gilbert: Wir wollten einfach Musik machen und sind dabei zufällig auf die baskische Kultur gestoßen. Als neue Band sollte man nicht krampfhaft versuchen, irgendeinen „neuen" Sound zu entwickeln.
Graham: Einzigartig zu sein, ist wichtig, aber es muss nicht zwingend bedeuten, sich irgendetwas Verrücktes zu überlegen. Man muss überzeugt sein, von dem, was man tut. Wenn du sick fucking blues spielen möchtest, dann tu es, spiel es laut und auf deine eigene Art, dann werden die Leute das honorieren.

Im Moment scheint es ja sehr angesagt zu sein, das Wort „crystal" in den Bandnamen einzubauen (man denkt an Crystal Castles, Crystal Stilts, Crystal Antlers...), wie steht ihr dazu?
Gilbert: Das ist eher ein unglücklicher Zufall. Bei unserem Bandnamen handelt sich um den Titel der Oper und der existierte schon vor den ganzen „crystal-Bands". Als wir begonnen haben, uns damit zu beschäftigen und Musik zu machen, hatten wir nicht gewusst, wohin uns das führen würde. Ein Album aufzunehmen, heute in Wien zu spielen und mit diesen anderen Bands verglichen zu werden, hatten wir nicht vorausgesehen.
Graham: Wir haben Musik gemacht, weil wir dazu inspiriert wurden, wir haben nicht viel darüber nachgedacht, sondern wollten einfach Musik um die Oper herum machen. Wir haben uns überlegt, ob wir entweder unserer Sache treu bleiben oder wegen der anderen Bands unseren Namen ändern sollten, aber dann dachten Fuck it!, wir bleiben dabei.

Das Album
Gilbert: Das Album ist fast fertig und kommt hoffentlich Ende des Sommers raus. Es wird Star of love heißen und wir freuen uns schon sehr darauf. In den Liedern verbinden sich viele verschiedene Stile miteinander, die sich nicht unter einem Genre zusammenfassen lassen, aber ich bin gespannt, was die Leute dazu sagen und ob sie versuchen werden, uns in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Ich hoffe, wir können die Leute überraschen und berühren.

Eure erste Single heißt "Xtactic truth", was ist denn die "xtatic truth"?
Sebastian: Es geht um eine Wahrheit, die nicht im wissenschaftlichen Sinn wahr ist, sich aber so anfühlt.
Graham: Es ist eine künstliche Realität, von der die Menschen glauben, sie sei echt, aber in Wirklichkeit ist sie es nicht. Aber dadurch, dass es jeder glaubt, könnte sie auch wieder real sein.

Habt ihr vor, auch mit anderen baskischen Künstlern zusammenzuarbeiten?
Gilbert: Ja, Delorean sind eine klasse Band, mit der wir auch schon einmal in Texas gespielt haben. Wir würden gerne mal etwas mit ihnen zusammen machen, aber im Moment konzentrieren wir uns zuerst auf unser Album, aber danach haben wir Zeit.
Wir sind auch schon zwei Mal im Baskenland aufgetreten, was wunderbar war, vielleicht verstehen die Leute dort unsere Musik noch ein wenig besser als anderswo.

abschließende Worte
Alle: Austria, we love you!! (lachen)

 

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