Poolbar Blog

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Pantha du Prince & Schlachthofbronx beim springten

von Philipp L'Heritier auf FM4.
(Auszug)

Freitag ist gewohnheitsmäßig der beste Tag. Auch Tag Drei beim Grazer Springfestival stellt sich als einzige Verkettung optischer und akustischer Sensationen dar, mit einer Pinzette stehen wir vor einem Meer an Möglichkeiten. Wenn man wollte, könnte man den ganzen Abend, die Nacht und den Morgen einzig und allein in der "Melt! Klub" genannten Extravaganz verbringen, die da im Orpheum stattfindet.

Schlachthofbronx
Bei der La Boum Deluxe Party im FM4 Depot haben sich derweil zwei Drittel des Münchner Spezialeinsatzkommandos Schlachthofbronx zum Plattenverlegen angesagt, sie werden später - viel später - noch das Orpheum zerlegen. Im Dom im Berg warten unterdessen zwei am Rande der menschlichen Fassbarkeit flackernde Höhepunkte des gesamten Wochenendes. Dass Pantha Du Prince ein ganz ein Großartiger ist, das hat sich mittlerweile hoffentlich auch in der hintersten staubigen Ecke herumgesprochen. Mit "Black Noise" hat der romantische Prinz der Finsternis ein Album des Jahres aufgenommen, der Vorgänger "This Bliss" war eigentlich noch besser, ein Jahrhundertalbum. Über die Live-Qualitäten von Hendrik Weber war bislang Zweifelhaftes und Widersprüchliches zu hören und erfahren gewesen, am Freitag sind alle bangen Gefühle verblasen. Im glockenklingenden Eiskristall-Techno von Pantha Du Prince begegnen sich U- und E-Musik. Unter dreihundert Schichten Geröll begräbt der Großkünstler die klarsten Melodien und bezauberndsten Bässe.

SchlachthofbronxSchlachthofbronx
Obwohl man im Dom zumeist eher unsubtil bis zum Anschlag geschraubte Haudrauf-Elektronik gewohnt ist, kann Pantha Du Prince mit seiner vergleichsweise unknalligen Musik die Menschen bewegen. Auf alle jegliche Sinne, die Gefühle und die Motorik gleichzeitig liebkosende Arten und Weisen. Und "Saturn Strobe", der Hit für jeden melancholischen Tänzer, wird auch in hundert Jahren noch Eiswasser und Feuer durch die Wirbelsäule schicken. Dass es bei den Übergängen da und dort ein wenig rumpelt, kann der geisterhaften Brillanz dieser Musik nichts anhaben. Raven mit Hochkultur, was soll jetzt noch kommen?

Pantha Du Prince

Pantha Du Prince
Pantha Du Prince
Schlachthofbronx am 10. Juli, Pantha Du Prince am 20. August beim poolbar-Festival!
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