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Kommando Elefant: "Keine Granaten..."

Keine Granaten, aber mehr vom Leben

Das zweite Kommando Elefant Album Kommt wir hauen Granaten rein. Das kleine bisschen Leben explodiert zwar nicht, hinterlässt aber einen leisen Knall.

So circa alle zwei Jahre sollte eine Band ein neues Album herausbringen, das stilistisch am Vorgänger angelehnt ist, sich aber davon leicht abgrenzen lässt, oder? Eine Binsenweisheit, die bei Kommando Elefant nur zum Teil zutrifft. Gut so.

Rotz und Tränen

Den Opener bereitet "Favoriten", ein schönes Liebeslied, mehr noch: eine Ode an eine geliebte Person. Viel zu schnulzig eigentlich um ein Album einzuleiten, denn man läuft Gefahr ein wenig das Gesicht zu verziehen bei derart sentimentalen Zeilen:
„Denn wir sind unsere Favoriten/Mit uns ist alles klar und leicht/Durch uns, da sind wir das, was wir sind/Und ich lieb‘ dich seit Anbeginn aller Zeit/Denn wir sind unsere Favoriten/Du bist mein Herz und das, wofür ich leb‘/Bei dir kann ich so sein wie ich bin/Und ich hoff‘, dass das mit uns ein Leben lang geht."

Kurzzeitig können die Taschentücher dann wieder beiseite gelegt werden, wenn Kommando Elefant einen in Feierlaune bringen mit "Party Party". Denn was folgt, sind ruhige und nachdenkliche, aber überaus schöne Lieder. Vor allem das Video zu "In all den Jahren" unterstreicht noch einmal mehr den Charakter dieses Songs.

Das Highlight des Albums ist eindeutig "Alaska", das verdient immer weiter die Top-10 der FM4 Charts hinauf klettert und zu groben Abnutzungserscheinungen der Repeat-Taste führt. Dennoch, nicht unerwähnt bleiben darf "Wien frisst" - eine durchaus gelungene Illustration der Bundeshauptstadt - und "Highway der Schmerzen", das in Kooperation mit dem Stimmgewitter Augustin entstand und einen schönen Ausklang aus dem Album bildet.

Kein Trauerspiel

Erst nach genauerer Betrachtung entwickelt sich aus der anfänglichen Tristesse von Kommt wir hauen Granaten rein. Das kleine bisschen Leben ein angenehm schönes und stimmiges Album, das über die vielen Seiten des Lebens zu berichten weiß. Bestimmt nichts für Vorglüh-Abende, aber umso mehr für verregnete Nachmittage. Davon gibt es ja zurzeit genug.



Text von Linda Schürer-Waldheim. Erschienen auf fm5.at.

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