Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


Nada Surf und ein Fugaz

Die Gäste des poolbar-Festival s in Feldkirch (Vorarlberg) erlebten am vergangenen Samstag einen weiteren internationalen Höhepunkt: Nada Surf aus New York versetzten das Publikum in der ausverkauften Halle in Euphorie. Das poolbar-Festival bot aber wie gewohnt mehr als nur den Headliner: Neben der jährlich neuen und speziell in diesem Sommer außergewöhnlichen poolbar architektur oder den Ergebnissen des Kunstwettbewerbes werden mitten im Park auch immer wieder experimentelle Nischenkulturangebote im „brutkasten" geboten. Musikalisch überzeugten in der Halle die Vorband Velojet und nach Nada Surf im randvollen pool die „Aftershow-Band" Foucoustic - immerhin mit Fugazi-Gründer Joe Lally am Bass.

Mit den Wiener Indiehelden „Velojet" war ein würdiger Einheizer für die New Yorker Stars auf die Bühne geladen worden: Die zwei Damen und zwei Herren bezeichnen ihr Werk als „Indieschrammelmusik" - eine gute Basis für das eigentliche Highlight: Fast zwei Stunden begeisterten dann Nada Surf eine ausverkaufte Halle mit ihrer alternativ angehauchten Rockmusik. Die Hitze, die Lautstärke und das dichte, aber sehr friedliche Gedränge der Menschen rundeten das Ganze zu einem in sich stimmigen Erlebnis ab.

Trotz vieler gecoverter Nummern zog sich dennoch ein immer eigener musikalischer Stil durch, ein roter Faden mit viel Gitarre, pulsierender Rhythmik und melodischem Gesang. Zu hören waren frühe Songs der Band wie „Treehouse" und „Always Love", aber auch neu interpretierte Titel von Depeche- Mode und Kate Bush aus ihrem neuen Album „If I had a Hi Fi".
Die leicht eingehenden Songs, die ausgewogene Mischung aus Mainstream und Independent und die sehr starke Bühnenpräsenz nahmen das Publikum von Anfang an mit. Songs, die man sonst gewohnt ist aus romantischen amerikanischen TV- Serien oder Filmen zu hören, konnten durch die starke Life-Performance der Musiker Matthew Caws (Gesang, Gitarre), Daniel Lorca (Bass) und Ira Elliot(Schlagzeug) mit einiger arkustischer Unterstützung auf eine ganz andere Ebene gehoben werden.
Man konnte regelrecht spüren, dass Nada Surf nicht einfach ihre Arbeit machten, sondern genauso viel Spaß an der Sache hatten wie das Publikum. Selbst wenn einem diese Musik nicht gefiele, müsste man zugeben, dass die Band ein wirklich gutes Live- Konzert abgeliefert hat.

Erst nach Mitternacht beendeten Nada Surf ihre Vorstellung, doch der Abend sollte noch lange dauern: nach nur wenigen Minuten Pause im Freien strömte das Publikum von der Wiese zurück ins ehemalige Hallenbad, um im intimerem Rahmen des ehemaligen swimming pools die Vorarlberger Band Fucoustic, die sich auf das Neuinterpretieren der 90er-Weltstars „Fugazi" spezialisiert hat, zu hören. Der Auftritt war mit größter Spannung erwartet worden, weil mit Joe Lally ein Gründungsmitglied der großen Vorbilder Bass und Vocals beisteuerte. Damit nicht genug: Neben den erwarteten Fugazi-Klassikern wurden auch neue, gemeinsam entwickelte Songs präsentiert. Ein großer Abend!

Fabian Oppolzer

Nada Surf at Poolbar, 2010Nada Surf at Poolbar, 2010
Mehr Fotos von Mario Rader auf unserem Flickr-Account!

0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren