Poolbar Blog

2017


2016


2015


2014


2013


2012


2011


2010


2009


2008


poolbar Woche #4 im Anzeiger

House, Pop und Heimatklänge
poolbar-Festival: Top-Acts während des ganzen Sommers

Nach einem überragenden Konzertwochenende mit „These New Puritans“ und den „Hidden Cameras“ warten weitere Highlights beim poolbar-Festival. Neben international bereits bekannten Acts bietet das Festival auch heimischen Talenten die Chance, sich vor größerem Publikum zu präsentieren.
Von Raimund Jäger

Oft sind es die nicht ganz so bekannten Gruppen oder Solisten, die für die größten Überraschungen beim poolbar-Festival sorgen. Das war vor zwei Jahre bei „Final Fantasy“ so und geschah letzte Woche wieder, als „These New Puritans“ die Bühne erklommen. Sehr laut und sehr intensiv boten sie Uner- und Ungehörtes – allein die Besetzung mit zwei Perkussionisten und zwei Bassklarinetten sowie einem immensen Inventar an verschiedensten Samples und Effektgeräten war exzentrisch, der Sound – eine Mischung aus frühen Devo, Noise-Bands a la Sonic Youth und klassischen Elementen – ebenso. Sehr ernst, sehr gekonnt, sehr vertrackt – sehr gut. Auch in den nächsten Tagen sind wieder einige Überraschungen im Alten Hallenbad zu erwarten.

Der König des Dancefloors
Die Chicagoer Musik- und Clubszene ohne Felix da Housecat, das wäre wie Pommes ohne Salz und Ketchup. Felix Stalling drückte bereits in diesem zarten Alter der Chicago House-Legende DJ Pierre ein Demotape in die Hand und meinte ziemlich dreist, man solle doch zusammen einen Track des Künstlers neu aufnehmen. Frechheit siegt ja bekanntlich, und so wurde die neue Version vom Hit- Track „Phantasy Girl“ in der Szene schnell bekannt. Bis die Karriere als Musiker und Produzent richtig losging, dauerte es noch ein paar Jahre - Felix da Housecats Debütalbum erschien 1995. Seitdem hat er nicht nur regelmäßig neue Tonträger produziert, sondern wird gleich für die Erfindung eines in den Nuller- Jahren recht populären Genres verantwortlich gemacht: Electroclash. In den über 20 Jahren seiner Karriere versorgte der Amerikaner die internationalen Dancefloors immer wieder mit modernen Klassikern zwischen Techno und House mit unwiderstehlichen Hooks und Vocals. Neben seinen eigenen Arbeiten ist Felix da Housecat auch ein ziemlich gefragter Remixer - und dabei scheut er auch nicht vor schnödem Charts- Pop zurück. So hat er u.a. bereits für Britney Spears, Gwen Stefani oder auch Superstar Madonna gearbeitet, holt dabei immer wieder das Beste aus Songs heraus und macht sie überraschend clubtauglich. Ein wahrer König des Dancefloors eben. (Donnerstag, 22 Uhr, pool)

Klassiker und Newcomer
Die New Yorker Indierock-Größen „Nada Surf“ mit populären Hymnen wie „Blankest Year“ und „Always Love“ haben mittlerweile den Status einer zeitlosen Band inne und zeigen nach bald 20 Jahren Lust auf Livekonzerte wie eh und je. Enorme Spielfreude und die Leidenschaft, aus jedem Konzert etwas Besonderes herauszuholen, überwiegen beim Dreiergespann Matthew Caws, Daniel Lorca und Ira Elliot wie eh und je. Sie schaffen den Spagat zwischen ernst zu nehmender Independent- Musik und Mainstream-tauglichem Kommerz - und das ohne sich dabei selbst zu verlieren. Publikumswirksam ist das freilich allemal, Langeweile sucht man vergeblich. Folglich ist es klar, warum Nada Surf in den vergangenen Jahren zu Helden vieler MusikliebhaberInnen avancierten: Zu sehr haben sich ihre Melodien und Texte eingeprägt, wurden ihre Songs zu Hits für Massen und lassen trotzdem jede/n einzelne/ n HörerIn weiterhin glauben, Nada Surf seien seine/ihre eigene Entdeckung. (Samstag, 24.7., 22 Uhr. Halle) Kommenden Mittwoch sind heimische Talente angesagt: Geissi (nerd-screaming), Pazi (spastic-drumming), Michi (knallpsycho-guitar), David (hack-hack-bass) und Mauro (destructive-guitar) stehen hinter dem makabren Namen „Cadaver Race“. Zwischen Death Metal, Grindcore und Trash bewegt sich der „evil“ wie „demonic“ genannte Sound der ursprünglich Hörbranzer Truppe und lässt Fans der härteren Musik sicherlich energisch ihr Haupthaar schwingen. Stimmband zerstörendes Shouting, emotionaler Gesang, schwere Moshparts und wuchtige Doublebass-Attacken - das sind Sorehead. Die Feldkircher Band formierte sich 2008, spielte sich beim Talente 2009 auf den 2. Platz und schob Mitte des Jahres gleich noch eine EP hinterher. Als „die rockigste Neuentdeckung, die Vorarlberg heuer zu bieten hat“ kündigten die Veranstalter des Szene Open Airs Sorehead an - da lässt das Label sicher nicht mehr lange auf sich warten. Zu überprüfen am Mi, 28.7. ab 21 Uhr im pool.

http://poolbar.at/system/asset/filename/2960/FAZ_29_8.jpg

0 Kommentare
Anmelden zum Kommentieren