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Art Brut im Interview

In den Bus gekotzt
Interview von Jasmin Lütz

Eddie und Jasper über Alkoholexzesse, Mixtapes und den FC St. Pauli. weiterlesen

Zum bereits zweiten Mal treffen Paul J. Greco und Jasmin Lütz ihre Lieblingsband aus London: Art Brut rocken mal wieder Köln, und neben alten Hits gibt es jede Menge neue Smasher zu hören. "It's A Bit Complicated" heißt das zweite Album, doch kompliziert ist die Band um Sänger Eddie Argos ganz und gar nicht.

Vielmehr leicht verkatert trafen wir den schrulligen Sänger - diesmal ohne Schnauzbart -, und den blonden Gitarristen Jasper zum Interview. Man kennt sich mittlerweile, drum wird auch schnell aus dem zwischenmenschlichen Nähkästchen geplaudert.

E: Hello again! Ich erinnere mich an euch. Wir haben uns schon mal getroffen.

Ja, das ist schon über zwei Jahre her.

E: Ich bin ziemlich verkatert.

Das macht nichts, wir auch. Ihr tourt gerne durch Deutschland, oder?

E: Ja. Ich war kurz davor mich zu übergeben. J: Was, jetzt gerade? E: Nein nein, letzte Nacht... J: Ehrlich? E: Nein... fast. Wenn du irgendwo Erbrochenes findest, das ist nicht von mir. Definitiv nicht von mir.

Auf der Bühne?

E: Nein, im Bus (lacht)

Aber dafür gibt es doch Toiletten?

J: Auf unserer letzten Tour musste ich mich im Bus übergeben. Das ist nicht angenehm.

Vor allem während der Fahrt...

J: Nein! Oh Gott! Ich glaube ich wurde ohnmächtig. Es war schrecklich.

Also gibt es heute Nacht keine große Aftershow?

E: Im Moment denke ich, dass ich niemals wieder trinken werde, aber die Zeit wird kommen. J: Ich bin immer ehrlich zu mir. Ich weiß ganz genau, dass ich in zehn Stunden wieder auf dem Boden liegen werde. Und es wird ganz toll. Es gibt ganz bestimmt eine Aftershow Party heute (lacht) [Tatsächlich tauchten die Jungs ca. acht Stunden später in einer lokalen Lieblingskneipe frisch und munter wieder auf. Anm. d. Red. ]

Das Stereo Wonderland wartet schon auf euch. Ihr erinnert euch an die Kneipe?

J: Ich erinnere mich! Ich habe auf der Bar getanzt. Das war sehr lustig. (alle lachen) Alles endete mit einem Streit mit Mike und ich hab ihm ein Glas ins Gesicht geworfen. Ich bin dann rausgegangen und hatte total vergessen, worüber wir uns eigentlich gestritten haben. Dann bin ich wieder rein und alles fing von vorne an. Das war großartig!

Das war letztes Jahr im Januar, richtig?

J: Ich war schon des Öfteren im Stereo Wonderland. Letztes Jahr auch. E: Wir haben mit den Yeah Yeah Yeahs auf diesem Festival gespielt (Monsters Of Spex, Anm. d. Red.) Danach sind wir dort gelandet.

Also mögt ihr Köln?

E: Es ist hervoragend hier! J: Ja, es ist schön hier.

Mögt ihr Deutschland? Denn Deutschland mag euch!

J: Zum Glück (lacht) E: Das ist ganz toll. Es ist schön wieder hier zu sein (lacht) Es ist ganz lustig, weil wir in den Clubs spielen, in denen wir schon auf unserer ersten Tour waren. Überall, wo wir hinkommen, erinnern wir uns: Ah ja, das ist der Ort, wo ich schon mal abgestürzt bin. (alle lachen)

Habt ihr irgendwo auch ein Graffiti hinterlassen?

Beide: Wahrscheinlich hat's Ian getan.

Ihr sprecht ein bisschen Deutsch?

E: Das erste Mal, als ich hier war, konnte ich nur sagen: "Punkrock ist nicht tot!" Das war alles. Und jetzt noch "Danke!", "Alles klar?", "Dankeschön", "klasse", "superklasse"... (alle lachen)

Woher kennst du den Satz: "Punkrock ist nicht tot!"?

E: Das ist ein Song von Billy Childish. Kennst du Thee Headcoats? Die haben einen Song, der so heißt.

Im Stück "St. Pauli" singst du mit dem gleichen Akzent wie Billy Childish. Vor allem das Wort "tot" klingt bei euch sehr ähnlich...

E: (spricht mit einem Kent-Akzent) "Punkrock ist nicht tod!"

Dann war das also die Single, mit der du Deutsch gelernt hast?

E: Yeah! Siehst du, so kommt alles wieder zusammen.

Billy spielt immer noch regelmäßig im Dirty Water Club in London?

E: Zweimal im Monat. J: Und er bringt immer noch seine eigene PA mit. E: Seine Original 60's-PA. Das ist großartig!

Interview erschienen auf laut.de.
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