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EoC: Wehmut im Herzen

Von Daniel Furxer

Im Rahmen der „Immer da wo du bist bin ich nie" Tour gastierten die Romantik Rocker „Element of Crime" am Montag, den 7. Februar im gut besuchten Monforthaus in Feldkirch.

http://www.minemusig.at/wp-content/uploads/2011/02/Element-of-Crime_crop-640x401.jpg
Element of Crime ist einen Institution. Sven Regener, Leadsänger und Kopf der Band, eine Ikone des deutschsprachigen Rock für die Herzen. Ich übertrieben? Bei Gott nicht, Element of Crime sind aus dem deutsprachigen Rock-Pop Universum genauso wenig wegzudenken, wie „Die Sterne" oder auch „Blumfeld".

Seit Jahr und Tag, oder um genauer zu sein seit den 1990er Jahren haben sich die Mannen aus Berlin auf einen entzückend romantischen Weltschmerzsound eingeschworen. Die deutschen Texte sind teils absurd, vertrackt und verwinkelt und erschließen sich nicht gleich beim ersten Hinhören. Humor ist unterschwellig immer vorhanden, die Liebe zur Präzision und Verknappung der deutschen Sprache ihre Leidenschaft. Eine Konstante zieht sich dabei durch ihre Texte: Sie handeln oft von einer verflossenen Liebe oder einer Liebe, die zu scheitern droht. Das beschert den Songs von Element of Crime einen unweigerlichen melancholischen Touch. Ob "Kaffee und Karin" oder „Deborah Müller", die Angebeteten haben viele Namen, aber „Am Ende denk ich immer nur an dich". Das ist typisch. Dass es am Schluss doch ab und zu ein Happy End gibt, ist der Realität geschuldet, denn nicht immer ist Liebe mit Schmerz verbunden, das weiß auch Sven Regener. Regener erzählt Geschichten, und gute noch dazu! Das macht Element of Crime einzigartig. Lichttechnisch traf die romantische Ausleuchtunge der Bühne in Rot-, Orange- und Blautönen zudem genau die Stimmung.

Die Lyrics gingen an diesem Abend allzu oft unter die Haut, gerade wenn die Band ihre Klassiker wie "Wenn der Morgen graut" auspackte. Weltfragen im Grunde, die hier angeschnitten werden: „Wo ist der Gott, der uns liebt/Ist der Mensch, der uns traut/Kurz vor der ersten Straßenbahn/Sind alle Häuser finster und stumm".

Getragen vom Midtempo-Sound der Band, den herrlichen Bläsereinlagen und einer über die Seele streichelnden Gitarre hätte man Element of Crime sehr lange zuhören können. Nach 1 ½ Stunden und einigen Zugaben war dann aber Schluss. Zurück bleibt Wehmut, an ein wunderbares Konzert.

Ob eine Bestuhlung für so ein Konzert angemessener wäre, ist wohl Geschmacksache. Auch im Stehen konnte man gut mitschunkeln. Was aber gar nicht ging war das strikte Alkoholverbot im Saal selber. Das Bier gab's nur an der Bar in Flaschen oder Gläsern, die aber nicht in den Saal mitgenommen werden durften. Diese strenge Verordnung der Stadt Feldkirch trübte das Konzerterlebnis dann doch etwas. An das Rauchverbot haben sich viele bei Konzertveranstaltungen gewöhnt, aber kein gemütliches Bier im Plastikbecher, das ist etwas schräg.

Erschienen auf minemusig.at

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